Neuro-Endokrino-Immunologie

Entgegen der traditionellen Sichtweise stellen Immunsystem, Nervensystem und Hormonsystem keine geschlossenen Regelkreise dar, sondern sie interagieren in vielschichtigen Wechselwirkungen (Straub, 2006). So wird z.B. die Immunantwort nicht allein durch Zytokine, sondern auch durch Neurotransmitter und Stresshormone reguliert. Ein Ungleichgewicht dieses regulatorischen Netzwerkes ist an der Entwicklung vieler Krankheiten beteiligt. Gut untersuchte Beispiele sind Erkrankungen aus dem depressiven Formenkreis, wie z.B. chronische Müdigkeit, depressive Symptomatik und Burnout. Hier ist ein ursächlicher Beitrag biologischer Einflüsse wissenschaftlich durch zahlreiche Studien untermauert. Eine sorgfältige organische Diagnostik ist von großer Bedeutung für das Verständnis der individuellen Pathogenese und für die Auswahl auf den Patienten zugeschnittener therapeutischer Ansatzpunkte. Zu den gut untersuchten, ursächlichen Pathomechanismen zählen

Biologische Regelkreise, die in Kombination mit weiteren Faktoren die Entwicklung einer Depressions-Fatigue-Symptomatik begünstigen können.

Literatur

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  6. Straub RH. Lehrbuch der klinischen Pathophysiologie komplexer chronischer Erkrankungen (Psycho-Neuro-Endokrino-Immunologie. Vandenhoeck & Ruprecht 2006, 1. Auflage.
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