14.09.2017

AGE-Spiegel korrelieren bei Rheuma zur Krankheitsaktivität


Advanced glycation end products (AGEs) reduzieren durch die Glykierung nicht nur die Aktivität zahlreicher Enzyme und Membranproteine, sondern wirken auch selbst proentzündlich, indem sie nach Bindung an den RAGE-Rezeptor auf Makrophagen die NFkB-assoziierte Inflammationskaskade anschieben. Aktuell wurde eine Studie veröffentlicht, in der der AGE-Serumspiegel bei Patienten mit Rheumatoidarthritis (RA) untersucht wurde (Knani et al., Ann Clin Biochem. 2017 Jan 1, Online-Vorabpublikation). Die AGE-Serumspiegel waren bei den Patienten mit RA nicht nur signifikant höher als bei Gesunden, sondern es zeigte sich auch innerhalb der RA-Gruppe eine Korrelation zur Krankheitsaktivität. Patienten mit hoher Krankheitsaktivität hatten signifikant höhere AGE-Serumwerte im Vergleich zu Patienten mit mittlerer Aktivität. Die Studie verdeutlicht, dass der AGE-Serumspiegel nicht ausschließlich von diätetischen Einflüssen abhängig ist, sondern dass die Entzündung selbst die endogene AGE-Bildung (z. B. über den oxidativen Stress) oder die Aufnahme aus der Nahrung (leaky gut-Induktion) verstärkt. Die Autoren resümieren, dass die Senkung des AGE-Serumspiegels immer ein Therapieziel sein sollte, weil die AGEs nicht nur Entzündungsmarker, sondern vor allem Entzündungsinduktor sind. Die AGE-Bestimmung ist am IMD einzeln und im Rahmen des Profils „Oxidativer Stress“ verfügbar (Analyse 72 bzw. Profil F, Schein Spezielle Immundiagnostik).