22.08.2017

Schlechter Schlaf bereits bei geringgradiger, subtoxischer Antimonexposition


Antimon kommt in der menschlichen Umwelt in Form von Flammschutzmitteln in Kunststoffen und Textilien, in PET-Flaschen oder auch als Rückstand in Agrarprodukten vor. Auch Schießübungen können durch Belastung der Atemluft und des Bodens eine Expositionsquelle ausmachen. Die Folgen chronischer geringgradiger Antimonbelastung sind im Menschen epidemiologisch wenig untersucht, wenn auch bereits im Jahr 1846 erste Versuche darauf hinwiesen, dass die Einnahme subtoxischer Antimonmengen zu Schlafstörungen führen kann. Eine aktuelle Studie untermauert dieses Ergebnis (Scinicariello et al., Environ Res. 2017; 156:247-252). Rund 2800 Probanden (durchschnittlich 44 Jahre alt) zeigten eine signifikante Assoziation zwischen den Antimonspiegeln im Urin und verkürzter Schlafdauer, verlängerter Einschlaflatenz, Schlafapnoe und subjektiv empfundenem schlechten Schlaf. Der zugrunde liegende Pathomechanismus ist bisher unbekannt. Da unzureichender Schlaf einen wichtigen Risikofaktor für zahlreiche multifaktoriell bedingte Erkrankungen darstellt, untermauert die vorliegende Studie die klinische Relevanz chronischer, subtoxischer Belastungen. Labordiagnostisch ist zu beachten, dass Antimon nicht aus Vacutainer/Vacuette Röhrchen gemessen werden kann, da sie ein hohes Hintergrundsignal produzieren. Zur Bestimmung der systemischen Antimonbelastung empfehlen wir die Untersuchung von EDTA oder Heparinblut aus Sarstedt- oder Kabe-Monovetten (Anforderung „Antimon im EDTA- / Heparinblut“, keine Kassenleistung).