Newsletter Januar 2018


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1. NEUES AUS DEM LABOR

„Zahnmedizin für Mediziner“ – noch wenige Plätze frei!
Entzündungen in der Mundhöhle und Unverträglichkeiten von Dentalwerkstoffen sind wichtige Triggerfaktoren für systemische Prozesse. Für chronisch kranke Patienten ist daher eine enge Zusammenarbeit zwischen Arzt und Zahnarzt oft unerlässlich. Das Seminar am 23.-24.2. in Berlin vermittelt Ärzten praxisrelevante zahnmedizinische Grundlagen, die eine Kooperation zwischen Medizin und Zahnmedizin erleichtern (Programm und Anmeldung).

Referenzbereich Selen erweitert
Wir haben unseren Referenzbereich von Selen im EDTA/Heparinblut „nach oben“ erweitert, auf 90-230 µg/L. Die Erweiterung erscheint sowohl im internationalen Vergleich als auch auf der Basis biochemischer Untersuchungen zur Aktivität der GlutathionPeroxidase und dem Selenoprotein P sinnvoll. Der neue Normbereich entspricht der 30. – 98. Perzentile der mitteleuropäischen Normalbevölkerung.


2. DIE FRAGE AUS DER PRAXIS

Was ist der Unterschied zwischen oxidativem und nitrosativem Stress?
Unter oxidativem Stress versteht man ein gestörtes Gleichgewicht zwischen der Bildung freier Sauerstoffradikale (reactive oxygen species, ROS) und deren Abbau (Neutralisation) durch verschiedene Schutzsubstanzen wie zum Beispiel Antioxidantien. Freie Sauerstoffradikale entstehen nicht nur beim lebensnotwendigen Atmungs- und Verbrennungsprozess, sondern sie werden auch durch äußere Einflüsse wie Rauchen, UV-Licht, Ozon, Umweltschadstoffe und Medikamente induziert. Neben den freien Sauerstoffradikalen können unter oxidierenden Bedingungen auch Stickstoffmonoxid- Radikale (NO*) entstehen, von denen sich das sehr reaktive Peroxinitrit ableitet. „Spender“ des Stickstoffes (N) ist vor allem die Aminosäure Arginin. Man spricht dann von „nitrosativem Stress“. Da das hoch reaktive Peroxynitrit die Aminosäure Tyrosin zu Nitrotyrosin nitriliert, dient Nitrotyrosin als Biomarker des nitrosativen Stress. Die Diagnostik der sekundären Mitochondriopathie erfolgt durch die Messung des intrazellulären ATPs in aus dem Blut gewonnenen Leukozyten. Für die primäre Mitochondriopathie ist die Messung des intrazellulären ATP ohne Bedeutung. 

 

Mehr zu diesem Thema finden Sie auf unserer Diagnostikinformation Nr.: 138


3. FÜR SIE GELESEN

Das Landgericht Berlin stoppt das Inkrafttreten der S3-Leitlinie Neuroborreliose
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) darf ihre S3-Leitlinie Neuroborreliose nach einer einstweiligen Verfügung des Berliner Landgerichtes (Az. 10 O 349/17) nicht verabschieden oder veröffentlichen. Für eine Zuwiderhandlung wurde ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro festgesetzt. Den Antrag bei Gericht haben die Deutsche Borreliosegesellschaft und der Borreliose und FSME-Bund gestellt. Diese beiden Organisationen waren an der Leitlinienerstellung beteiligt. Der Grund des Streites war, dass die abgegebenen Dissenshinweise von der federführenden DGN nicht wie in den Regularien der AWMF vorgesehen, in den Leitlinientext aufgenommen werden sollten sondern lediglich in den Leitlinienreport, der aber bekanntlich von Ärzten und Behörden nahezu nie gelesen wird. Der Dissens besteht vor allem darin, dass die oben genannten Gesellschaften nicht gemäß den AWMF-Statuten in die Leitlinienarbeit einbezogen wurden und ihre Argumente und Literaturhinweise oft unberücksichtigt blieben. Außerdem wurden Zweifel an der Unabhängigkeit der Leitlinienautoren geäußert. Der Ausgang dieses Verfahrens ist ungewiss.

Glucosinolate aktivieren die Entgiftung und hemmen Entzündung – doch Vorsicht bei Jodmangel!
Ein aktueller Übersichtsartikel von Wissenschaftlern der Universität Lübeck fasst die Wirkungsweisen von Glucosinolaten zusammen, einer Stoffgruppe, die u. a. in Kohlgemüse vorkommt und auch als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen wird (Sturm und Wagner, International Journal of Molecular Science 2017; 18: 1890). Im menschlichen Körper werden Glucosinolate von Darmbakterien zu verschiedenen Isothiocyanaten abgebaut. Isothiocyanate aktivieren einerseits über den Transkriptionsfaktor Nrf2 die Expression von Entgiftungsenzymen der Phase II sowie die Bildung der gamma-Glutamylcystein-Synthetase, einem essentiellen Enzym des Glutathion-Metabolismus. Gleichzeitig blockieren sie den Transkriptionsfaktor NfKB und hemmen damit die Produktion proentzündlicher Zytokine. Neben der beschriebenen entzündungshemmenden und entgiftungsfördernden Wirkung ist jedoch zu beachten, dass Glucosinolate die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse hemmen. Eine hohe Zufuhr an Glucosinolaten kann daher eine Unterversorgung der Schilddrüse bedingen. Die lokale Unterversorgung ist an der Jodausscheidung im Urin nicht zu erkennen, kann sich jedoch aufgrund verminderter Bildung von Schilddrüsenhormonen in Form niedriger Jod-Serumspiegel manifestieren. Wegen der goitrogenen Wirkung ist eine exzessive Zufuhr von Glucosinolaten oder ein übermäßiger Verzehr von Brokkoli und anderem Kohlgemüse kritisch zu sehen. Ggf. sollte die Schilddrüsenfunktion (TSH, fT3, fT4) kontrolliert werden. 


4. FORTBILDUNGSVERANSTALTUNGEN

Online-Fortbildungen

Reihe Neuro-Endokrino-Immunologie

TNF-Hemmtest - Prüfung der individuellen Wirksamkeit antientzündlicher Therapien
Mittwoch, 31. Januar 2018 um 15:00 Uhr - Referent: Dr. Volker von Baehr, IMD Berlin MVZ

Arsen in der Nahrungskette - relevanz für spezifische Pathomechanismen
Mittwoch, 21. Februar 2018 um 15:00 Uhr - Referentin: Dr. Katrin Huesker, IMD Berlin MVZ

Das gesamte Programm finden Sie unter: Veranstaltungen

Präsenzfortbildungen

Interaktive Sprechstunde - von der Anamnese bis zur Therapie 
24. Januar 2018 in Berlin 
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Institut für mitochondriale Medizin und IMD Berlin MVZ

Fatigue - ein Symptom entzündlicher und nicht entzündlicher Erkrankungen
21. Februar 2018 in Hamburg
Programm und Anmeldung
Veranstalter: IMD Berlin MVZ

Grundlagenseminar - ZahnMedizin für Mediziner: Was Sie schon immer über Zahnmedizin wissen wollten!
23. bis 24. Februar 2018 in Berlin
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.  und Deutscher Berufsverband Klinischer Umweltmediziner e. V.

Chronisch entzündliche Erkrankungen - Pathogenese und  therapeutisch relevante Labordiagnostik
3. März 2018 in Chemnitz
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Institut für Medizinische Diagnostik Berlin MVZ GbR

124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin
14. bis 17. April 2018 in Mannheim
Vorankündigung
Veranstalter: m:con - mannheim:congress GmbH

Ausbildung zum Orthomolekular-Therapeuten
04. bis 12. Mai 2018 am Gardasee
Programm und Anmeldung
Veranstalter: FOM Forum Orthomolekulare Medizin

10. Jahrestagung der DEGUZ
8. bis 9. Juni 2018 in Frankenthal
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Deutschen Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.

17. Umweltmedizinische Jahrestagung
21. bis 23. September 2018 in Hamburg
Vorankündigung
Veranstalter: Europaen Academy for Environmental Medicine e.V. (EUROPAEM) 
in Zusammenarbeit mit Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin (IGUMED)

Informationen zu Programm und Referenten sowie zur Anmeldung für diese und weitere Fortbildungsveranstaltungen finden Sie unter: Veranstaltungen


5. REDAKTION UND INHALTLICHE BETREUUNG

Dr. med. Volker von Baehr (V.Baehr@IMD-Berlin.de)
Dr. Cornelia Doebis (Forschung und Entwicklung - C.Doebis@IMD-Berlin.de)
Dr. Katrin Huesker (Neuro-Endokrino-Immunologie, Immuntoxikologie - K.Huesker@IMD-Berlin.de)
Dr. Brit Kieselbach (Autoimmunologie - B.Kieselbach@IMD-Berlin.de)
Dr. Anna Klaus (Allergie - A.Klaus@IMD-Berlin.de)
Dr. Anne Schönbrunn (A.Schoenbrunn@IMD-Berlin.de)
Dr. Sabine Schütt (Immungenetik - S.Schuett@IMD-Berlin.de)

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