Newsletter Ausgabe März 2016

Neues aus dem Labor

Aktuelle Studie zu Mineralstoffspiegeln bei Kindern  

In Zusammenarbeit mit der Kinderarztpraxis Dr. Schellenberg, Potsdam, haben wir retrospektiv die analysierten Mineralstoffspiegel bei Kindern ausgewertet. Es zeigte sich, dass Kinder etwa 30% niedrigere Zink- und Selenspiegel aufweisen als Erwachsene. Zusätzlich zeigten sich etwa 35% höhere Manganwerte bei Kindern unter sieben Jahren. Die höheren Manganwerte könnten durch eine verminderte Ausscheidungsleistung der Leber bedingt sein.

Ab sofort: Mineralstoffprofile mit neuem Befundtext  

Die Mineralstoffbefunde weisen nun ausführlich sowohl auf mögliche Ursachen von Mineralstoff-Defizienzen als auch auf mögliche Expositionsquellen der toxischen Metalle hin. Ergänzt wurden auch die Hinweise auf Wechselwirkungen zwischen Mineralstoffen und toxischen Antagonisten und zwischen verschiedenen Mineralstoffen (siehe Musterbefund).

Die Frage aus der Praxis

Schließt ein unauffälliger Mercaptane/Thioether-Stimulationstest einen entzündlichen Prozess im Mund-/Kieferbereich aus?

Nein,  dazu soll der Test auch nicht dienen. Es kann trotzdem in der bildgebenden Diagnostik (OPG, CT, DVT) eine lokale Entzündung an einem oder mehreren Zähnen nachweisbar sein. Bei einem gleichzeitig negativen Mercaptane/Thioether-Stimulationstest ist allerdings eine davon ausgehende bzw. durch sie unterhaltene entzündliche „Fernherdwirkung“ sehr unwahrscheinlich. Im Umkehrschluss deutet ein positiver Test darauf hin, dass ein systemischer entzündlicher Prozess durch den Entzündungsherd im Kieferknochen unterhalten bzw. verstärkt wird. Die Studie von Jacobi-Gresser et al. hat nicht nur die Spezifität der Testaussage unterstrichen sondern auch gezeigt, dass durch Revision der Wurzelfüllung bzw. Extraktion des betroffenen Zahnes das Laborergebnis signifikant zurückgeht (Jacobi-Gresser et al., J Biol Regul Homeost Agents 2015).  Der strenge Bezug der Ergebnisse auf den Mund-/Kieferbereich ist dadurch zu erklären, dass nur dort septische Entzündungsherde lange Zeit relativ schmerzfrei als „stille Entzündung“ vom Patienten toleriert werden. Die Vermutung, dass der Kontakt zu Schwefelwasserstoffverbindungen im Darm die Ergebnisse beeinflussen kann, wurde durch Untersuchungen bei Patienten mit und ohne Dysbiose sicher ausgeschlossen.

Für Sie gelesen

Genetisch verminderte DAO-Aktivität prädisponiert für Migräne

Es ist bekannt, dass Histaminintoleranz Migräne auslösen kann. Tatsächlich leiden weibliche Träger einer Genvariante, die die Aktivität der Diaminooxidase (DAO) herabsetzt, signifikant häufiger an Migräne als Frauen mit unveränderter DAO-Genetik (García-Martín et al., Headache 2015; 55: 276-286). Dies ergab der Vergleich von 197 Migräne-Patienten mit 245 gesunden Probanden. Trägerschaft eines veränderten Allels des DAO-Polymorphismus rs10156191 verdoppelte bei den untersuchten Frauen das Migräne-Risiko. Diese Assoziation war unabhängig von anderen prädisponierenden Faktoren wie Alkoholkonsum, Alter oder familiäre Häufung von Allergien. Obwohl weitere untersuchte DAO-Polymorphismen ebenfalls die DAO-Aktivität herabsetzen und damit eine primäre Histaminintoleranz bedingen können, zeigten diese Genvarianten keine Assoziation mit Migräne.
Bei Verdacht auf Histaminintoleranz können im IMD die DAO-Genvarianten, die DAO-Aktivität, der Histaminspiegel sowie die Kupfer- und Zinkblutspiegel untersucht werden (Analysen 167-170, Schein „Spezielle Immundiagnostik“). Weiterführende Informationen finden Sie auf unserer Webseite www.inflammatio.de/fachbeitraege/nahrungsmittel-unvertraeglichkeiten/histaminintoleranz.

Selenmangel begünstigt Schilddrüsenunterfunktion 

Aufgrund seiner Funktion in der Entgiftung und der antioxidativen Kapazität begünstigt eine chronische Selen-Unterversorgung die Entwicklung chronisch entzündlicher Erkrankungen. Eine Publikation aus China belegt nun auch eine Störung der Schilddrüsenfunktion durch Selenmangel (Wu et al., J Clin Endocrinol Metab 2015; 100: 4037-47).  Die Studie verglich 3114 Personen aus einer Gegend mit selenarmen Böden mit 3038 Bewohnern einer Region mit selenreichem Boden. Erwartungsgemäß zeigte sich ein deutlicher, signifikanter Unterschied in den Selen-Blutspiegeln. Darüber hinaus wies die selenarme Gruppe jedoch auch deutlich häufiger Störungen der Schilddrüsenfunktion auf, mit einem Anstieg von 25% von manifesten Unterfunktionen und einem Anstieg von 30% bei den subklinischen Unterfunktionen. Ferner erhöhte sich die Inzidenz von autoimmunen Schilddrüsenentzündungen um 51%. Die beobachteten Störungen der Schilddrüsenfunktion korrelierten nicht mit der Zufuhr von selen- und jodreichem Seefisch. Diese Daten untermauern damit einmal mehr die Bedeutung einer ausreichenden Selenversorgung und sprechen für eine Abklärung des Selenstatus bei Schilddrüsenunterfunktion. Wir empfehlen die Analyse von Selen im EDTA-Vollblut, da diese Untersuchung im Gegensatz zur Serumanalyse den Gesamtversorgungsstatus erfasst (Anforderung „Selen im EDTA-Blut“ auch als Leistung der GKV möglich; oder im Rahmen der Mineralstoffprofile, Analysen 101, 102, 113 auf dem Schein „Spezielle Immundiagnostik“).

Fortbildungsveranstaltungen

Online-Fortbildungen

Reihe Neuro-Endokrino-Immunologie - Termine: Mittwochs 15:00 Uhr

Titan - ein Ausnahmefall. Diagnostik bei Verdacht auf Titanunverträglichkeit
06. April 2016 - Referentin: Dr. Sabine Schütt, IMD Berlin-Potsdam MVZ GbR, Berlin

Advanced glycation endproducts (AGEs) - eine Diät- oder ein Entzündungsmarker
27. April 2016 - Referent: Dr. Volker von Baehr, IMD Berlin-Potsdam MVZ GbR, Berlin

Das gesamte Programm finden Sie hier

Präsenzfortbildungen

Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Pathogenese und labordiagnostische Möglichkeiten

09. April 2016 in München
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Institut für Medizinische Diagnostik Berlin-Potsdam MVZ GbR, Nicolaistraße 22, 12247 Berlin, Tel.: 030 770 01-220, Fax: 030 770 01-236, E-Mail: veranstaltungen@imd-berlin.de

Diagnostik und Therapie von Metallbelastungen und Entgiftungsstörungen.
27. April 2016 in Hamburg
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Institut für Medizinische Diagnostik Berlin-Potsdam MVZ GbR, Nicolaistraße 22, 12247 Berlin, Tel.: 030 770 01-220, Fax: 030 770 01-236, E-Mail: veranstaltungen@imd-berlin.de

Grundlagenseminar Zahnmedizin für Ärzte
Nickel & Co - kann Metall denn Sünde sein?

29. bis 30. April 2016 in Berlin
Programm und Anmeldung
Veranstalter:Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V. und Deutscher Berufsverband der Umweltmediziner e.V., Siemensstraße 26a, 12247 Berlin, Tel.: 030 - 76 90 45 20 / Fax. 030 - 76 90 45 22, E-Mail: sekretariat@deguz.de

Update: Metalltoxikologie
-Diagnose –Therapie – Gesundheitspolitische Konsequenzen-
Schwerpunkt: Toxizität von Aluminium

05. bis 06. Mai 2016 in Palma (Mallorca)
Programm und Anmeldung
Veranstalter: International Board of Clinical Metal Toxicology (IBCMT) in Kooperation mit dem International College of Cranio-Mandibular Orthopedics (ICCMO)

Die Bedeutung von Vitaminen und Spurenelementen für die Immunabwehr und bei Allergien
25. Mai 2016 in Berlin
Veranstalter: Institut für Medizinische Diagnostik Berlin-Potsdam MVZ GbR, Nicolaistraße 22, 12247 Berlin, Tel.: 030 770 01-400, Fax: 030 7715-937, E-Mail: info@imd-berlin.de

Ausbildung zum Orthomolekular-Therapeuten nach FOM / ÖÄK
20. bis 28. Mai 2016 in Garda (Italien)
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Institut für Gesundheit und Ernährung, Nordhofstr. 173, 32130 Enger, Telefon: 05224- 994677, Fax: 0049-5224-994678, E-Mail: IGE@dieSanfteMedizin.de

8. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin
03. bis 04. Juni 2016 in Frankenthal
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e.V., Tel.: 030 76 90 45-20, Fax: 030 76 90 45-22, E-Mail: info@deguz.de

Impressum

Redaktion und inhaltliche Betreuung
Dr. med. Volker von Baehr (v.baehr@imd-berlin.de)
Dr. Katrin Huesker (Neuro-Endokrino-Immunologie - k.huesker@imd-berlin.de)
Dr. Brit Kieselbach (Autoimmunologie - b.kieselbach@imd-berlin.de)
Dr. Sabine Schütt (Immungenetik - s.schuett@imd-berlin.de)
Dr. Cornelia Doebis (Forschung und Entwicklung - c.doebis@imd-berlin.de)
Dipl. Ing. Lisa Seriot (Allergie - l.seriot@imd-berlin.de)

Institut für Medizinische Diagnostik Berlin-Potsdam MVZ GbR
Nicolaistraße 22, 12247 Berlin-Steglitz, Tel.: 030-770 01-220, Fax: 030-770 01-236