Newsletter Oktober 2021

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heute lesen Sie den Oktober-Newsletter mit folgendem Inhalt:
 

1. NEUES AUS DEM LABOR

Achtung: Die SARS-IgG(S1)-Titer sind nicht immer zwischen verschiedenen Laboren vergleichbar!
Die vereinheitlichte Angabe der SARS-IgG(S1)-Antikörpertiter in BAU/ml weckt den Anschein, dass es sich um eine für alle Analyseplattformen genormte Größe handelt und dass somit die Ergebnisse unabhängig vom durchführenden Labor vergleichbar sind. Das ist nicht so. Diese Abstimmung der fünf großen Testhersteller hat leider nicht stattgefunden. Unsere internen Vergleiche haben gezeigt, dass zum Teil Unterschiede bis zu einem Faktor 5 auftreten. Man erkennt das auch an den von den Herstellern (und somit den Laboren) angegebenen cut off-Werten, also den unteren Grenzwerten, ab denen ein Titer als positiv bewertet wird. Diese sind:

    •  Roche Elecsys Anti-SARS-CoV-2 S: 0,82 BAU/ml
    •  Abbott ARCHITECT SARS-CoV-2 IgG II Quant Assay; 7,1 BAU/ml
    •  VirionSerion - SERION ELISA classic: 21 – 31,5 BAU/ml (dazwischen Graubereich)
    •  EUROIMMUN Anti-SARS-CoV-2-QuantiVac-ELISA (IgG): 25,6 – 35,2 BAU/ml (dazwischen Graubreich)
    •  Diasorin LIAISON® SARS-CoV-2 TrimericS IgG assay: 33,8 BAU/ml
 

Das Resümee daraus ist: Es wird dringend empfohlen, die IgG(S1)-Titer immer im selben Labor untersuchen zu lassen oder sich zumindest zu vergewissern, dass das selbe Analysesystem genutzt wird.
Unabhängig davon empfehlen wir, zur Einschätzung der mit einem IgG(S1)-Titer verbundenen Immunität, immer auch den Surrogat-SARS-Neutralisationstest parallel anzufordern. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Nüsse als Expositionsquellen von Cäsium und Strontium
Bei Metallanalysen geraten immer wieder geringe bis moderate Belastungen mit Cäsium und Strontium in den Blick. Auch wenn es sich um nicht-radioaktive Isotope handelt, stellt sich die Frage nach den Expositionsquellen. Ausgehend von der bekannten Anreicherung von Strontium in Paranüssen haben wir den Strontium- und Cäsiumgehalt verschiedener Nussorten untersucht und dabei deutliche Unterschiede gemessen (siehe Grafik). Dies bestätigt den Verdacht, dass Nüsse potentielle Expositionsquellen ausmachen. Bei der Interpretation der Werte ist allerdings zu beachten,  dass wir aktuell nicht differenzieren können, ob die erhobenen Werte eher charakteristisch für die Nusssorte oder für die Anbauregion sind.

Nun verfügbar: Aktualisierte Broschüre „Mineralstoffe und toxische Metalle“
Die neue Auflage ist ab sofort bei uns erhältlich. Zusätzlich zu den bekannten Inhalten, dem Mineralstoff- und Metallverzeichnis enthält das neue Heft Hintergründe und Erklärungen zu unseren Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Spurenelement- und Metallanalytik, wie z. B.:
    •  die intrazelluläre Berechnung im Rahmen der Vollblutmineralanalyse, 
    •  die Interpretation der Metallausscheidung nach Ausleitung anhand der chelatspezifischen Toxizitätsschwellen der
       Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie („KMT-Profil“),
    •  Laboranalytik zur Identifikation individueller Expositionsquellen.
 
Neue Termine der EGFM-Fortbildungen in funktioneller Medizin
Die Europäische Gesellschaft für Funktionelle Medizin (EGFM) hat für 2022 die Termine der Kurse und der Jahrestagung bekanntgegeben. Die Fortbildungen verbinden das Konzept der funktionellen Medizin mit der angewandten Immunologie. Auch Referenten aus dem IMD sind in die Veranstaltungen eingebunden. 


2. DIE FRAGE AUS DER PRAXIS

Sollte vor Vitamin C-Supplementierung die Versorgung des Patienten im Labor analysiert werden?
Da überschüssiges Vitamin C effizient ausgeschieden wird, spielt die Labordiagnostik bei Verdacht auf Vitamin C-Mangel eine untergeordnete Rolle. Vitamin C kann im Gegensatz zu anderen Mikronährstoffen durchaus „blind“ supplementiert werden. Wichtig ist allerdings vor Hochdosistherapie der Ausschluss einer genetischen Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G6PD)-Defizienz. Diese kann im Labor über den einfachen G6PD-Aktivitätstest detektiert werden.
Soll Vitamin C im Einzelfall dennoch gemessen werden, ist die anfällige Präanalytik zu beachten. Vitamin C ist lichtempfindlich und wird noch nach der Blutentnahme von den Zellen in der Blutprobe verbraucht. Dies kann zu falsch niedrigen Konzentrationen führen. Aufgrund dieser präanalytischen Anfälligkeit empfehlen wir eine Blutentnahme im Labor vor Ort.  
Alternativ zur direkten Bestimmung kann das „Aminosäureprofil Stoffwechsel“ einen Hinweis auf die Vitamin C-Versorgung geben. Ohne Vitamin C kann die Aminosäure Prolin nicht in Hydroxyprolin umgewandelt werden. Niedriges Hydroxyprolin bei normalem bis hohem Prolin weist auf eine unzureichende Vitamin C-Zufuhr hin. Das Verhältnis von Hydroxyprolin zu Prolin kann daher bei guter Verfügbarkeit von Prolin als Biomarker für die Vitamin C-Versorgung genutzt werden. Ein Mangel hingegen von Prolin, Vitamin C, Eisen und Vitamin B6 würde unter anderem den Aufbau von Bindegewebe beeinträchtigen.

Hyroxyprolin entsteht enzymatisch aus Prolin, Kofaktor: Vitamin C

Vitamin C ist als Kofaktor essentiell für die Kollagensynthese. Daher stört ein Vitamin C-Mangel die Bildung von kollagenhaltigem Gewebe wie Haut, Knorpel, Knochen und Bindegewebe.


3. WISSENSCHAFT AM IMD

IMD-Auswertung liefert Grundlage für Internationale Referenzwerte des freien Vitamin D
Wissenschaftlern und Ärzten des IMD Berlin und des Universitätsklinikums Mannheim ist es gelungen, die in vielen Jahrzehnten generierten klinischen Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit der Messungen von Gesamt-25-OH-Vitamin D auf das freie Vitamin D anzuwenden und damit erstmals zuverlässige Referenzwerte für die Praxis zu etablieren. Die Referenzbereiche des IMD entstammen dieser Studie, die in einem renommierten internationalen Journal veröffentlicht wurde (Originalpublikation). 


4. FÜR SIE GELESEN

Alpha-Liponsäure unterstützt die weibliche und männliche Fertilität
Alpha-Liponsäure ist ein starkes Antioxidans, dient als Radikalfänger und fördert das „Recycling“ anderer Antioxidantien wie z. B. Glutathion und Vitamin C. Alpha-Liponsäure wirkt auf diese Weise oxidativem Stress und Entzündung entgegen. Vor diesem Hintergrund haben einige Studien alpha-Liponsäure im Zusammenhang mit weiblicher und männlicher Fertilität untersucht. Diese Daten wurden nun systematisch in einem aktuellen Übersichtsartikel zusammengetragen und ausgewertet (Di Tucci et al., Gynecological Endocrinology 2021; 37: 497-505). Die Ergebnisse sprechen dafür, dass alpha-Liponsäure signifikante positive Effekte auf die Spermien- und Eizellenreifung, den Menstruationszyklus und die Embryonalentwicklung hat und damit sowohl die weibliche als auch die männliche Fertilität unterstützt. Für den Einsatz der alpha-Liponsäure bei Behandlung subfertiler Paare stehen klinische Studien noch aus. Bisher wird alpha-Liponsäure aufgrund seiner potenten antioxidativen Eigenschaften bei diabetischer Polyneuropathie und anderen chronisch entzündlichen Pathogenesen eingesetzt. Labordiagnostisch erfolgt die Bestimmung im Serum (weitere Informationen zu alpha-Liponsäure).

Myokarditis nach Impfung seltener als nach SARS-CoV2-Infektion
Trotz des deutlich gesenkten Risikos für einen schweren Covid-19-Verlauf entscheiden sich nicht wenige Menschen gegen eine Impfung. Häufiger Grund ist die Sorge vor unerwünschten Nebenwirkungen. Eine Studie, die kürzlich im renommierten New England Journal of Medicine publiziert wurde, nutzte die Daten aus Israel, um diese Nebenwirkungen zu vergleichbaren Folgen einer Covid-19-Infektion in Relation zu setzen (Barda et al., NEJM 2021; 385: 1078-90). Es wurden rund 900.000 Geimpfte (geimpft mit BNT162b2 von Biontech/Pfizer) und eine vergleichbare Anzahl von Genesenen in die Studie einbezogen. Die Auswertung zeigt, dass eine SARS-CoV2-Infektion mit einem sehr viel höheren Myokarditisrisiko assoziiert ist als die Impfung (relatives Risiko nach Infektion=18,28 versus nach Impfung=3,24). Eine Infektion war darüber hinaus mit zusätzlichen unerwünschten Ereignissen wie Perikarditiden, Arrhythmien, tiefen Venenthrombosen, pulmonalen Embolien, Myokardinfarkten, intrakraniellen Blutungen und Thrombozytopenien assoziiert. Nach Impfung wurde eine leicht gehäufte Inzidenz von Lymphadenopathien, Blinddarmentzündungen und Herpes-Zoster-Infektionen registriert. Zusammenfassend zeigt der Vergleich, dass Nebenwirkungen nach Impfung mit dem mRNA-Impfstoff BNT162b2 deutlich seltener sind als ähnliche Ereignisse nach SARS-CoV2-Infektion. 


5. FORTBILDUNGSVERANSTALTUNGEN

Online-Veranstaltungen

Online-Fortbildungen (Webinare)
Reihe Neuro-Endokrino-Immunologie
 
27.10.2021
15 - 16 Uhr
Labordiagnostik für die ZahnmedizinDr. med. Volker von Baehr
01.12.2021
15 - 16 Uhr
Molekulare Allergiediagnostik bei Nahrungsmittelallergien Dr. rer. nat. Anna Klaus
 Das gesamte Programm finden Sie unter:  Webinar
Online-Kongkresse
 
 
30.10.2021
9.30 - 17 Uhr
Diagnosestellung bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Programm und Anmeldung
IMD Berlin MVZ
12.-13.11.2021
Hybridveranstaltung
19. Umweltmedizinische Jahrestagung
Programm und Anmeldung
Europäische Akademie für klinische Umweltmedizin e. V.
Deutscher Berufsverband Klinischer Umweltmediziner e. V.
Online-Seminare
17.11.2021
19 - 21 Uhr
Fettsäuren und Entzündung – Pathogenese, Diagnostik und Therapie
Programm und Anmeldung
Dr. rer. nat. Katrin Huesker
Ärztin Andrea Thiem
Katharina Geweke 
24.11.2021
19 - 21 Uhr       
Immer Ärger mit dem Weizen! Welche Diagnostik und welche Therapie
Programm und Anmeldung
 
Dr. rer. nat. Anna Klaus 
Dipl.oec.troph. Christiane Schäfer
02.12.2021
19 - 21 Uhr 
 
Seminarreihe Problempatienten in der täglichen Praxis: Klinik, Diagnostik und Therapie bei Patienten mit chronischen Infektionen
(EBV, Borrelien …. )

Programm und Anmeldung
 
Dr. med. Astrid Kohl
Dr. med. Volker von Baehr
08.12.2021
19 - 21 Uhr 
Falldiskussion – Immun- und Entzündungsdiagnostik und therapeutische Konsequenzen
Programm und Anmeldung
 
Dr. med. Volker von Baehr 
Niels Schulz-Ruthenberg
12.01.2022
19 - 21 Uhr    
 
Das Darm-Mikrobiom – Ein Ökosystem mit großer Bedeutung für unsere Gesundheit.
Stuhldiagnostische Möglichkeiten und therapeutische Optionen.

Programm und Anmeldung
Ärztin Andrea Thiem
Dr. Christiane Kupsch
Dr. Steffen Tobisch 
19.01.2022
19 - 21 Uhr
Seminarreihe Problempatienten in der täglichen Praxis: Histaminintoleranz und Mastzellaktivierungssyndrom“ –
Klinik, Diagnostik und Therapie

Programm und Anmeldung
 
Dr. med. Astrid Kohl
Dr. med. Volker von Baehr
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Präsenzveranstaltungen

28.10.-01.11.2021
in Baden-Baden
54. Medizinische Woche
Programm und Anmeldung
Die Ärztegesellschaft für
Erfahrungsheilkunde e.V.
Haug Verlag
 
12.-13.11.2021
in Hannover
19. Umweltmedizinische Jahrestagung
Programm und Anmeldung
EUROPAEM
Deutscher Berufsverband
Klinischer Umweltmediziner e. V.
 
01.12.2021
in Plauen
 
Labordiagnostik von Materialunverträglichkeiten und chronischer Entzündung in der Zahnmedizin
Programm und Anmeldung
 
IMD Berlin MVZ

Kurse und Curricula

Angewandte Funktionelle Immunologie (AFI)
Termine und Anmeldung
in Werder/Havel, Nauen
 
IMD Berlin MVZ
DEGUZ Kompaktseminar Curriculum Umwelt-ZahnMedizin
Termine und Anmeldung
in Berlin
 
Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.
Klinische Mitochondrienmedizin und Umweltmedizin 2021
Termine und Anmeldung
in Heidelberg
Health Consult GmbH / Internationale Gesellschaft für Regenerative Mitochondrien Medizin
Medizinische Fachausbildung für Heilpraktiker 2022
Termine und Anmeldung 
in Berlin
 
Praxis Dr. med. Astrid Kohl
Multisystemerkrankungen
Termine und Anmeldung
in Potsdam
 
Medizin 3.0. 
Dr. rer. nat. Marco Schmidt
Weiterbildung der Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie (KMT)  „KMT-Curriculum“
Programm und Anmeldung
Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie e.V.

Informationen zu Programm und Referenten sowie zur Anmeldung für diese und weitere Fortbildungsveranstaltungen finden Sie unter:  Fortbildungen


6. REDAKTION UND INHALTLICHE BETREUUNG

Dr. med. Volker von Baehr (V.vonBaehr@IMD-Berlin.de)
Dr. Cornelia Doebis (Biomarker & Durchflusszytometrie - C.Doebis@IMD-Berlin.de)
Prof. Dr. med. Oliver Frey (Immundefektdiagnostik und Immunphänotypisierung - O.Frey@IMD-Berlin.de)
Prof. Dr. med. Berthold Hocher (Endokrinologie - Prof.Dr.Berthold.Hocher@IMD-Labore.de)
Dr. Katrin Huesker (Spurenelemente und Metalle - K.Huesker@IMD-Berlin.de)
Dr. Brit Kieselbach (Autoimmunologie - B.Kieselbach@IMD-Berlin.de)
Dr. Anna Klaus (Allergie - A.Klaus@IMD-Berlin.de)
Dr. Anne Schönbrunn (Funktionelle Immundiagnostik - A.Schoenbrunn@IMD-Berlin.de)
Dr. Sabine Schütt (Immungenetik - S.Schuett@IMD-Berlin.de)
Andrea Thiem, Praktische Ärztin (Orthomolekulare Medizin - A.Thiem@IMD-Berlin.de)