Newsletter April 2021

Newsletter Download

 

1. NEUES AUS DEM LABOR

Teststrategie zur Verifizierung des Immunschutzes gegen SARS-CoV-2
Der immunologische Schutz basiert darauf, dass sich gegen das S1-Protein von SARS-CoV-2 nach Infektion oder Impfung zum einen neutralisierende Antikörper bilden (humorale Immunantwort) und zum zweiten spezifische T-Gedächtnis-Lymphozyten (zelluläre Immunantwort). Beide Immunantworten können im Labor nachgewiesen werden (Selbstzahlerpreise in Klammern):
Humorale Antwort: SARS-CoV-2-IgG(S1) (17,49 €) + alternativ oder ergänzend, v.a. bei Titern der IgG(S1) unter 150 BAU/ml, Surrogat-SARS-Neutralisationstest (35,44 €) – Material für beide Tests je 2 ml Vollblut (Serum), Präanalytik unkompliziert – Postversand möglich
Zelluläre Antwort: LTT-SARS-CoV-2 (122,79 €); Material 20 ml Heparinblut + 5 ml Vollblut (Serum) – Das Blut muss innerhalb von 24 h per Kurier ins Labor kommen, Kurieranmeldung bundesweit über 030 77001-450. 

Freies Vitamin D nun international standardisiert
In der für die Endokrinologie renommiertesten internationalen Fachzeitschrift wurde nun ein Normbereich für das freie Vitamin D publiziert (Zeng et al., J Steroid Biochem Mol Biol, 16.03.2021). Wir sind stolz, dass die dafür zu Grunde liegenden Vitamin-D-Analysen im IMD Berlin gemacht wurden. Trotz lediglich minimaler Unterschiede haben wir unsere bisherigen Normwerte an den nun publizierten Standard angeglichen (neu: 8,49-28,3 pg/ml). Die Intention, eine internationale Vergleichbarkeit zu erzielen, unterstreicht einmal mehr den Stellenwert, den die Fachwelt dem freien Vitamin D inzwischen beimisst.

Optimierung des Vitamin D bindenden Proteins (VDBP) ELISA
Das Vitamin D bindende Protein (VDBP) kommt in unterschiedlichen genetischen Varianten vor. Es hat sich gezeigt, dass ELISA Teste, die monoklonale Antikörper verwenden, nur bestimmte Isoformen des VDBP nachweisen, weshalb sie bei einigen Patienten möglicherweise zu geringe VDBP-Spiegel detektieren. Um diese potentielle Störgröße auszuschalten, haben wir unsere Analytik auf einen VDBP-ELISA umgestellt, der zur Detektion polyklonale Antikörper verwendet. Dieser neu eingeführte ELISA ist unabhängig vom genetischen Hintergrund des Patienten, da multiple Epitope des VDBP erkannt werden.  

Aktualisierte Allergiescheine ab sofort im Labor verfügbar ( Kasse | Selbstzahler/Privat)
Neu aufgeführt sind diagnostische Möglichkeiten bei chronischer Urtikaria (BDT und IgE-Profil), ein Folgescreen zur Abklärung von Kreuzreaktionen bei vielfach positivem Pricktest und der BDT auf Polyethylenglycol und Polysorbat 80. 

Papierfreie Fortbildungszertifikate über Inflammatio-Login 
Ab sofort stellen wir Ihnen die CME-Zertifikate der inflammatio-Webinare im Benutzerbereich zum Download zur Verfügung. Der Zugang erfolgt auf  www.inflammatio.de/webinar über Ihren Webinar-Login.

„Save the date“ – Metalltoxikologie-Tagung in Zürich
Am 28.08.2021 veranstaltet die Schweizer Gesellschaft für Anti-Aging und Prävention (SSAMP) in Kooperation mit der Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie (KMT) ein eintägiges Seminar zur Metalltoxikologie. Auch das IMD ist mit Referenten und einem Stand dabei. Die thematischen Schwerpunkte liegen auf den Pathomechanismen der chronischen Entzündung, Wechselwirkungen mit Mikronährstoffen, Dentalmaterialien als Belastungsquellen und den Möglichkeiten der Chelattherapie. Das Programm finden Sie bereits auf  www.inflammtio.de/fortbildungen, die Anmeldung wird in Kürze verfügbar sein.  


2. DIE FRAGE AUS DER PRAXIS

Kann im Labor die Freisetzung von Fremdstoffen aus Brustimplantaten nachgewiesen werden? 
Die Untersuchung von „Silizium im EDTA-Blut“ kann bei dieser Fragestellung einen Hinweis liefern. Silizium ist ein Baustein von Silikon, einer Studie zufolge weisen daher Frauen mit Silikonimplantaten durchschnittlich höhere Silizium-Konzentrationen im Blut auf. Bei erhöhtem Silizium sind allerdings auch andere Expositionsquellen zu berücksichtigen, vor allem die Aufnahme von Siliziumoxid-Nanopartikeln aus Kosmetika und Nahrungsergänzungsmitteln. Eine niedrige oder unauffällige Siliziumkonzentration hingegen spricht gegen eine vermehrte Fremdstofffreisetzung aus einem Silikonimplantat.Gleichzeitig wird Silizium als potentiell essentielles Spurenelement und Antagonist von Aluminiumbelastungen diskutiert. Aufgrund des natürlichen Siliziumgehalts vieler pflanzlicher Nahrungsmittel weisen alle Personen eine messbare Silizium-Konzentration im Blut auf. Ein erhöhter Spiegel kann daher auch Folge der Zufuhr siliziumreicher Nahrungsmittel oder Getränke sein.
Zu geringeren Teilen können in Brustimplantaten auch Metalle wie Nickel, Platin und Zinn enthalten sein. Bei Fremdstofffreisetzung aus schadhaften Implantaten ist daher eine Belastung des umliegenden Gewebes mit diesen Metallen möglich. Ein Anstieg der Konzentrationen im EDTA-Blut wurde jedoch bisher in der Literatur nicht beschrieben.


3. FÜR SIE GELESEN

ISARS-CoV-2 als Auslöser von Autoimmunität
Virusinfektionen, z.B. mit CMV, EBV und HIV, sind als potentielle Auslöser von Autoimmunerkrankungen (AIE) bekannt. In der aktuell erschienenen Übersichtsarbeit von Dotan et al. (Autoimmun Rev. 2021; 20: 102792) wird nun die Bedeutung von SARS-CoV-2 für die Entwicklung von Autoimmunität beleuchtet. Zu den relevanten Pathomechanismen zählt u.a. die Eigenschaft von SARS-CoV-2, das Immunsystem zu hyperstimulieren, ebenso wie die molekulare Ähnlichkeit zwischen dem Virus und körpereigenen Proteinen (so genanntes „molekulares Mimikry“). Dies führt bei COVID-19-Patienten zur Bildung multipler Autoantikörper (AAk), z.B. anti-nukleäre Antikörper (ANA), Doppelstrang-DNA-AAk, SS-A-AAk (Ro60, Ro52) und Phospholipid-AAk. Diese AAk wurden vor allem bei schwer erkrankten Patienten nachgewiesen, weniger bei Patienten mit leichtem oder mittelschwerem Verlauf. Nach heutigem Wissensstand entsteht systemische Autoimmunität aus einer generalisierten polyklonalen B-Zell-Aktivierung. Daher kann das Vorhandensein von AAk bei Patienten auf eine sich bereits entwickelnde AIE hinweisen. Gleichzeitig gibt es etliche Hinweise auf neu auftretende AIE bei Patienten mit COVID-19, wie z.B. Anti-Phospholipid-Syndrom (APS), Guillain-Barré-Syndrom (GBS), autoimmune Schilddrüsenerkrankungen, Typ 1-Diabetes, Immunthrombozytopenische Purpura (ITP) und systemischer Lupus erythematodes (SLE). Auch wenn bisher vor allem Fallberichte publiziert wurden, geben die Autoren zu bedenken, dass viele AIE erst Jahre nach Beginn der Autoantikörperbildung ausbrechen und die Möglichkeit besteht, dass die Inzidenz von AIE als Folge einer SARS-CoV-2-Infektion in Zukunft deutlich ansteigen wird. Diese autoimmunen Manifestationen von COVID-19 frühzeitig zu erkennen, ist Voraussetzung für eine bestmögliche therapeutische Intervention. Für die Abklärung von Autoantikörpern finden Sie die wichtigsten Laboruntersuchungen auf unserem 6-seitigen Anforderungsschein „Spezielle Immundiagnostik“ (unter der Rubrik „Autoimmunerkrankungen“, Seite 5-6).
 
Aminosäuremangel durch häufiges Schwitzen?

Da erhebliche Mengen an Aminosäuren über den Schweiß ausgeschieden werden, führt vermehrtes Schwitzen, bedingt z.B. durch Sport, körperliche Arbeit, hormonelle Veränderungen und Schilddrüsenüberfunktion, zu einem vermehrten Verlust bzw. erhöhtem Bedarf (Dunstan et al., Amino Acids 2017; 49: 1337-1345). Männer und Frauen weisen dabei deutliche Unterschiede auf.
Die höchsten Konzentrationen im Schweiß zeigten Glycin – u.a. Baustein der Glutathionsynthese, damit wichtig für die Entgiftungsfunktion – so wie Histidin, das als Vorstufe für Histamin an Entzündungsreaktionen beteiligt ist. Frauen scheiden im Vergleich zu Männern insgesamt höhere Konzentrationen aus, insbesondere an Prolin, Hydroxyprolin, Glycin, Alanin, Histidin, Serin und Asparaginsäure. Dieser Verlust kann den Kollagenumsatz steigern und auf diese Weise Bindegewebsschwächen und Osteoporose fördern. Besonders ausgeprägt waren die Aminosäureverluste bei Frauen und Männern mit der Diagnose Chronic Fatigue-Syndrom (CFS). CFS-Patientinnen zeigten im Vergleich zu gesunden Frauen deutlich höhere Verluste der schwefelhaltigen Aminosäure Methionin, die als Methylgruppen-Donator notwendig ist für die Bildung von Carnitin, Phospholipiden, Melatonin, Adrenalin, Acetylcholin und S-Adenosylmethionin (SAM). 
Schwitzen ist somit nicht nur mit Elektrolytverlusten sondern auch mit einer erheblichen Aminosäureausscheidung verbunden. Menschen, die stark schwitzen, wie z.B. Sportler in intensiven Trainingsprogrammen, sollten daher regelmäßig ihre Aminosäure- und Mineralstoffprofile überprüfen lassen, um defizitäre Mikronährstoffe individuell ausgleichen zu können, und so den Stoffwechsel, die Reparatur und die Erholungsprozesse des Körpers zu unterstützen. Weitere Informationen zu unseren neuen Aminosäure-Profilen finden Sie in unserer Diagnostik-Information.


4. FORTBILDUNGSVERANSTALTUNGEN

Online-Veranstaltungen

Online-Fortbildungen (Webinare)
Reihe Neuro-Endokrino-Immunologie
 
21.04.2021
15 - 16 Uhr
Freie Radikale - notwendig für die Immunabwehr aber auch Ursache für den oxidativen StressDr. rer. nat. Cornelia Doebis
19.05.2021
15 - 16 Uhr
IgA-Mangel: Klinische Konsequenzen?Prof. Dr. med. oliver Frey 
 Das gesamte Programm finden Sie unter:  Webinar

   Online-Kongress
07.-08.05.2021
           
Interaktiver Livestream der 12. DEGUZ Jahrestagung
Anmeldung
Deutsche Gesellschaft für
Umwelt-ZahnMedizin e. V
geplant im
Juni 2021
12. Warnemünder Tage für Komplementärmedizin
Information
Institut für Prävention und
Gesundheitsförderung M-V GmbH
Online-Seminare
28.04.2021
19 - 21 Uhr
Zelluläre Dysbalancen im spezifischen Immunsystem bei Autoimmunität
Programm und Anmeldung
Dr. rer. nat. Cornelia Doebis
Dr. rer. nat. Brit Kieselbach
05.05.2021
19 - 21 Uhr
Bedeutung von Vitamin D bei Infektions- und Autoimmunerkrankungen
Was ist durch Studien gesichert? Was ist (noch) Beobachtung?

Programm und Anmeldung
Prof. Berthold Hocher
11.05.2021
19 - 21 Uhr
Antientzündliche und Antioxidative Therapien
Programm und Anmeldung
Ärztin Andrea Thiem
Dr. med. Volker von Baehr
20.05.2021
19 - 21 Uhr
Vitamin D – Bedeutung für Patienten mit Parodontitis und Periimplantitis
Programm und Anmeldung
Dr. med. Volker von Baehr
26.05.2021
19 - 21 Uhr
IgG-  und IgG-Subklassenmangel – Klinik, Diagnostik, Therapie
Programm und Anmeldung
Prof. Oliver Frey
09.06.2021
19 - 21 Uhr       
Toxische Metalle als Trigger chronischer Entzündungserkrankungen –
Pathogenese, Diagnostik, Therapie

Programm und Anmeldung
Dr. med. Thomas Fischer
Dr. rer. nat. Katrin Huesker
Dr. med. Volker von Baehr
16.06.2021
19 - 21 Uhr    
 
Orthomolekulare Medizin, manchmal wie ein große Puzzle. 
Spannende Fälle aus unserem Praxisalltag und wie man doch immer einen Behandlungsansatz findet.

Programm und Anmeldung
Ärztin Andrea Thiem
Ärztin Ruth Biallowons

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Präsenzveranstaltungen

05.06.2021
Warnemünde
4. Rostocker Tag: Mitochondriale Medizin für die Praxis
Anmeldung
PD Dr. med. Bodo Kuklinski
Wolfgang Bönsch
12.06.2021
Hamburg
3. Hamburger Symposium
Anmeldung
Seattle Study Club Hamburg
12.06.2021
Ingolstadt
Allergie als Immundefekt - Ursachen, Diagnostik, Prävention und Therapie
Programm und Anmeldung
IMD Berlin MVZ
19.-20.06.2021
Berlin
Darmkongress 2021
Anmeldung
Vitalinstitut.de
27.-29.08.2021
Nauen / OT Groß Behnitz
Angewandte Funktionelle Immunologie: Jahreskongress Autoimmunerkrankungen im Kontext der Funktionellen Medizin
Programm und Anmeldung
IMD Berlin MVZ
28.08.2021
Zürich / Schweiz
Metallbelastung als Auslöser chronischer Entzündung – Diagnostik und Therapie
Information
SSAAMP (Swiss Society for Anti Aging, Medicine and Prevention)
04.09.2021
Köln
Autoimmunerkrankungen - Ursachen und Folgen chronischer Entzündungen
Programm und Anmeldung
IMD Berlin MVZ
11.09.2021
Berlin
Diagnosestellung bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Was gibt es abseits der ausgetretenen Pfade?

Programm und Anmeldung
IMD Berlin MVZ
24.-26.09.2021
Potsdam
Multisystemerkrankungen
Programm und Anmeldung
Medizin 3.0. |
Dr. rer. nat. Marco Schmidt

Kurse und Curricula

Angewandte Funktionelle Immunologie (AFI)
Termine und Anmeldung
in Werder/Havel, Nauen
IMD Berlin MVZ
Weiterbildung der Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie (KMT)  „KMT-Curriculum“
Programm und Anmeldung
Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie e.V.
DEGUZ Kompaktseminar Curriculum Umwelt-ZahnMedizin
Termine und Anmeldung
in Berlin
Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.
Klinische Mitochondrienmedizin und Umweltmedizin 2021
Termine und Anmeldung
in Heidelberg
Health Consult GmbH / Internationale Gesellschaft für Regenerative Mitochondrien Medizin
Ausbildung zum Orthomolekular-Therapeuten
Programm und Anmeldung 
am Gardersee, Itlaien
Vital Institut NRW.de

Informationen zu Programm und Referenten sowie zur Anmeldung für diese und weitere Fortbildungsveranstaltungen finden Sie unter:  Fortbildungen


5. REDAKTION UND INHALTLICHE BETREUUNG

Dr. med. Volker von Baehr (V.vonBaehr@IMD-Berlin.de)
Dr. Cornelia Doebis (Biomarker & Durchflusszytometrie - C.Doebis@IMD-Berlin.de)
Prof. Dr. med. Oliver Frey (Immundefektdiagnostik und Immunphänotypisierung - O.Frey@IMD-Berlin.de)
Dr. Katrin Huesker (Spurenelemente und Metalle - K.Huesker@IMD-Berlin.de)
Dr. Brit Kieselbach (Autoimmunologie - B.Kieselbach@IMD-Berlin.de)
Dr. Anna Klaus (Allergie - A.Klaus@IMD-Berlin.de)
Dr. Anne Schönbrunn (Funktionelle Immundiagnostik - A.Schoenbrunn@IMD-Berlin.de)
Dr. Sabine Schütt (Immungenetik - S.Schuett@IMD-Berlin.de)
Andrea Thiem, Praktische Ärztin (Orthomolekulare Medizin - A.Thiem@IMD-Berlin.de)