Newsletter Juli / August 2021

Newsletter Download

 

1. NEUES AUS DEM LABOR

Vitamin D und sein Hormonstoffwechsel - umfassend erklärt in einer neuen Broschüre
Niedriger Serumspiegel trotz Substitution? Klinische Zeichen eines Mangels trotz unauffälligem Befund? Das herkömmliche Gesamt-25OH-Vitamin D allein bildet die Vitamin D-Versorgung vieler Patienten unzureichend ab. Unsere neue Broschüre „Vitamin D-Update 2021“ erklärt verständlich die aktuellen wissenschaftlichen Hintergründe und leitet durch die praxisrelevante Labordiagnostik. Für ein kostenloses Exemplar sprechen Sie bitte Ihren Außendienstmitarbeiter an.

Kompetenzbereich Allergiediagnostik erstrahlt in neuem Design
Die Allergiediagnostik stellt einen der Schwerpunkte in unserem Labor dar. Auf unserer Homepage haben wir wichtige Informationen zu Diagnostik, Beschwerdebildern und möglichen Auslösern zusammengetragen und übersichtlich dargestellt (hier).

Gadolinium im Trinkwasser – jedoch nur in Spuren
Aufgrund der häufigen Anwendung gadoliniumhaltiger MRT-Kontrastmittel gingen wir der Frage nach, ob die resultierende hohe Gadoliniumausscheidung im Urin dieser Patienten bereits im Trinkwasser wiederzufinden ist. Wir untersuchten daher Trinkwasserproben aus verschiedenen Berliner Stadtteilen. Tatsächlich war Gadolinium in der Mehrheit der Proben eindeutig nachweisbar. Die Konzentrationen waren jedoch in allen Proben sehr gering, mit einem Maximum von 0,07 µg/l. Die Daten zeigen damit, dass Gadolinium als Kontamination im Trinkwasser vorkommt, sprechen jedoch dagegen, dass diese Mengen eine klinisch relevante Belastungsquelle ausmachen.

IMD-Regional-Veranstaltungen auf 2022 verschoben
Auf Grund der aktuell kaum einschätzbaren Situation hinsichtlich der Möglichkeit größerer Präsenzveranstaltungen, verschieben wir unsere für den Herbst geplanten Präsenzfortbildungen in das Frühjahr 2022. Wir werden Sie rechtzeitig über die neuen Termine informieren.


2. DIE FRAGE AUS DER PRAXIS

Kann der Surrogat-SARS-Neutralisationstest eine Aussage über die Immunabwehr verschiedener Virusvarianten treffen?
Neutralisierende SARS-CoV-2-Antikörper haben die Fähigkeit, die Virusvermehrung zu hemmen, in dem sie die Bindung des Virus an die Wirtszelle und damit sein Eindringen ins Zellinnere stören. Im sogenannten Surrogat-SARS-Neutralisationstest kann diese Fähigkeit der im Serum befindlichen Antikörper geprüft werden. Surrogat-SARS-Neutralisationstests verwenden die Rezeptor-Bindungs-Domäne (RBD-Region), die im Spike-Protein liegt und in deren Bereich die Virusvarianten Mutationen aufweisen. Die aktuell auf dem Markt verfügbaren Tests – so auch der, den wir im IMD Berlin verwenden (cPass; GenScript-Medac) – basieren auf der Sequenz des „ursprünglichen“ SARS-CoV-2. Somit stellt sich die Frage, inwieweit sich die gemessene Neutralisationskapazität auf die Immunabwehr von Virusvarianten übertragen lässt. Laut Testungen und Aussage der Firma GenScript kann dieser die neutralisierenden Antikörper gegen die Alpha-Variante (B.1.1.7; vormals britische Variante) sehr gut erfassen. Das ist auch vom Konsiliarlabor in der Charité bestätigt worden und ebenfalls schriftlich auf der Website der Firma hinterlegt und einsehbar. Zu den weiteren Varianten gibt es zwar bisher keine offizielle Stellungnahme, man weiß jedoch durch Forschungsergebnisse, dass die Neutralisationskapazität, die durch Infektion mit dem ursprünglichen Virus oder durch Impfung erworben wurde, im Mittel etwas weniger wirksam gegenüber bestimmten Varianten, so auch der Delta-Variante, ist. Eine hohe Effizienz der Antikörper im cPass-Test von GenScript ist sicher eher vorteilhaft für die Immunabwehr anderer Virusvarianten, kann aber nicht eins zu eins übertragen werden, mit Ausnahme auf die Neutralisation der Alpha-Variante.


3. FÜR SIE GELESEN

Freies Vitamin D korreliert mit systolischem Blutdruck bei nierenkranken Diabetikern
Die Hypertonie ist eine der wichtigsten ätiologischen Faktoren in der Pathogenese von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Selbst kleine Verbesserungen des Blutdrucks reduzieren die Sterblichkeit durch Ereignisse wie Myokardinfarkte und Schlaganfälle. In einer aktuellen Studie wurde der Blutdruck diabetischer Patienten entweder mit Gesamt-25-OH-Vitamin D verglichen – dem herkömmlichen Parameter zur Analyse des Vitamin D-Status - oder mit dem freien Vitamin D. Hintergrund dieses Vergleiches ist, dass nur das freie Vitamin D die Zellmembran passiert, mit dem nukleären Vitamin D-Rezeptor interagiert und so günstige Effekte auf die Blutdruckregulation ausüben kann. Die Querschnittsstudie wurde mit 178 Diabetikern mit eingeschränkter Nierenfunktion durchgeführt – eine Patientenkohorte mit hohem Risiko für fatale Herzkreislauferkrankungen. Multiple lineare Regressionsanalyse unter Berücksichtigung von Patientenalter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Rauch- und Trinkverhalten, die Verwendung von Antihypertensiva, Cholecalciferol-Behandlung, C-reaktivem Protein und Nierenfunktion zeigte, dass weder der systolische noch der diastolische Blutdruck mit Gesamt-Vitamin D korrelierten. Das freie Vitamin D dagegen korrelierte invers mit dem systolischen Blutdruck. Der systolische Blutdruck beschreibt die Elastizität der Blutgefäße und ist eng mit der Sterblichkeit an Herz-Kreislaufkrankheiten assoziiert. Diese Studie legt nahe, dass Messungen des freien Vitamin D klinisch relevanter sein könnten - im Vergleich zu Messungen von Gesamt-25-OH-Vitamin D - zur Überwachung des Vitamin D-Status bei Patienten mit hohem Risiko für fatale Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

EFSA stellt Sicherheit von Titandioxid in Lebensmitteln (E171) in Frage
Als Nahrungsergänzungsmittel E171 findet Titandioxid weit verbreitet Anwendung, z.B. in Backwaren, Süßigkeiten, Fertigsuppen und -soßen. Die geschätzte tägliche Zufuhr beträgt durchschnittlich 1,28 mg/kg Körpergewicht. Die „European Food Safety Agency“ EFSA hat die Sicherheit von E171 erneut unter die Lupe genommen und nun ihre aktualisierte Stellungnahme publiziert (EFSA Panel on Food Additives and Flavourings, EFSA Journal 2021; 19: 6585). Demnach gibt es für generelle Toxizität oder Organtoxizität bis zu sehr hohen Dosen keine Belege. Nach Auffassung der EFSA zeigen die vorhandenen Studien allerdings, dass Titandioxid zu einem geringen Anteil resorbiert wird, im Gewebe akkumuliert und entzündliche sowie neurotoxische Veränderungen auslösen kann. Die Halbwertszeit aufgenommener Titandioxidpartikel wird auf 200-450 Tage geschätzt. Beobachtungen, nach denen E171 DNA-Doppelstrangbrüche induzieren kann, werfen die Frage nach möglicher Genotoxizität auf, die bisher trotz fehlendem Nachweis nicht widerlegt wurde. Zu möglicher Karzinogenität fehlen verlässliche Studien. Die EFSA folgert aus diesen Daten und den fortbestehenden Fragezeichen, dass Titandioxid als Nahrungsergänzungsmittel nicht mehr als sicher angesehen werden kann. Grenzwerte wurden nicht definiert. Die zirkulierende Belastung mit Titandioxid kann mittels ICP-MS im EDTA-Blut gemessen werden (Anforderung „Titan im EDTA-Blut“, 1xGOÄ: 23,90 Euro, keine EBM-Leistung).


4. FORTBILDUNGSVERANSTALTUNGEN

Online-Veranstaltungen

Online-Fortbildungen (Webinare)
Reihe Neuro-Endokrino-Immunologie
 
29.09.2021
15 - 16 Uhr
Die Vollblutmineralanalyse unter Berücksichtigung intrazellulärer Konzentrationen und antagonistischer WechselwirkungenDr. rer. nat. Katrin Huesker 
27.10.2021
15 - 16 Uhr
Labordiagnostik für die ZahnmedizinDr. med. Volker von Baehr
 Das gesamte Programm finden Sie unter:  Webinar
Online-Seminare
15.09.2021
19 - 21 Uhr
Regulation des Vitamin-D-Haushaltes – Die besondere Rolle des FGF23/Klotho-Systems.
Studienlage, Labordiagnostik, Fälle aus der Praxis

Programm und Anmeldung
 
Prof. Dr. med. Berthold Hocher
17.11.2021
19 - 21 Uhr
Fettsäuren und Entzündung – Pathogenese, Diagnostik und Therapie
Programm und Anmeldung
Dr. rer. nat. Katrin Huesker
Ärztin Andrea Thiem
Katharina Gewecke 
24.11.2021
19 - 21 Uhr       
Immer Ärger mit dem Weizen! Welche Diagnostik und welche Therapie
Programm und Anmeldung
 
Dr. rer. nat. Anna Klaus 
Dipl.oec.troph. Christiane Schäfer
08.12.2021
19 - 21 Uhr 
Falldiskussion – Immun- und Entzündungsdiagnostik und therapeutische Konsequenzen
Programm und Anmeldung
 
Dr. med. Volker von Baehr 
Nils Schulz-Ruthenberg
12.01.2022
19 - 21 Uhr    
 
Das Darm-Mikrobiom – Ein Ökosystem mit großer Bedeutung für unsere Gesundheit.
Stuhldiagnostische Möglichkeiten und therapeutische Optionen.

Programm und Anmeldung
Ärztin Andrea Thiem
Dr. Christiane Kupsch
Dr. Steffen Tobisch 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Präsenzveranstaltungen

27.-29.08.2021
in Nauen / OT Groß Behnitz
Angewandte Funktionelle Immunologie: Jahreskongress Autoimmunerkrankungen im
Kontext der Funktionellen Medizin

Programm und Anmeldung
 
IMD Berlin MVZ
28.10.-01.11.2021
in Baden-Baden
54. Medizinische Woche
Programm und Anmeldung
Die Ärztegesellschaft für
Erfahrungsheilkunde e.V.
Haug Verlag
12.-13.11.2021
in Hannover
19. Umweltmedizinische Jahrestagung
Programm und Anmeldung
EUROPAEM
Deutscher Berufsverband
Klinischer Umweltmediziner e. V.

Kurse und Curricula

Angewandte Funktionelle Immunologie (AFI)
Termine und Anmeldung
in Werder/Havel, Nauen
 
IMD Berlin MVZ
DEGUZ Kompaktseminar Curriculum Umwelt-ZahnMedizin
Termine und Anmeldung
in Berlin
 
Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.
Klinische Mitochondrienmedizin und Umweltmedizin 2021
Termine und Anmeldung
in Heidelberg
Health Consult GmbH / Internationale Gesellschaft für Regenerative Mitochondrien Medizin
Multisystemerkrankungen
Termine und Anmeldung
in Potsdam
 
Medizin 3.0. 
Dr. rer. nat. Marco Schmidt
Weiterbildung der Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie (KMT)  „KMT-Curriculum“
Programm und Anmeldung
Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie e.V.

Informationen zu Programm und Referenten sowie zur Anmeldung für diese und weitere Fortbildungsveranstaltungen finden Sie unter:  Fortbildungen


5. REDAKTION UND INHALTLICHE BETREUUNG

Dr. med. Volker von Baehr (V.vonBaehr@IMD-Berlin.de)
Dr. Cornelia Doebis (Biomarker & Durchflusszytometrie - C.Doebis@IMD-Berlin.de)
Prof. Dr. med. Oliver Frey (Immundefektdiagnostik und Immunphänotypisierung - O.Frey@IMD-Berlin.de)
Prof. Dr. med. Berthold Hocher (Endokrinologie - Prof.Dr.Berthold.Hocher@IMD-Labore.de)
Dr. Katrin Huesker (Spurenelemente und Metalle - K.Huesker@IMD-Berlin.de)
Dr. Brit Kieselbach (Autoimmunologie - B.Kieselbach@IMD-Berlin.de)
Dr. Anna Klaus (Allergie - A.Klaus@IMD-Berlin.de)
Dr. Anne Schönbrunn (Funktionelle Immundiagnostik - A.Schoenbrunn@IMD-Berlin.de)
Dr. Sabine Schütt (Immungenetik - S.Schuett@IMD-Berlin.de)
Andrea Thiem, Praktische Ärztin (Orthomolekulare Medizin - A.Thiem@IMD-Berlin.de)