Wie funktionieren die Hämatologie-Automaten im IMD-Berlin?

Zusammenfassung für den eiligen Leser

  • Das Blutbild wird aus EDTA-Blut bestimmt, nur in Ausnahmefällen z. B. Pseudothrombozytopenie werden andere Antikoagulantien (Citrat oder Thromboexakt-Monovette) eingesetzt, um die EDTA-bedingte Thrombozytenaggregation zu vermeiden.
  • Die Messung des Blutbildes im Hämatologieautomaten umfasst folgende Arbeitsschritte: Resuspension der Probe, Dosierung bzw. Ansaugen eines Probenaliquots, Verdünnung und Verteilung von Probenaliquoten in verschiedene Meßkanäle, selektive Lyse definierter Zellpopulationen in verschiedenen Messkanälen, Anfärbung bestimmter Zellstrukturen, Messung der Zellen als Partikel im optischen Kanal als Streulicht in verschiedenen Winkeln und als elektrische Widerstandsmessung im Wechsel- und Gleichspannungsfeld, sowie mathematische mehrdimensionale Auswertung der Messsignale zur Zelldifferenzierung und Zählung.
  • Bei der Zellzählung im Automaten werden zwischen 10.000 und 30.000 Zellen differenziert und gezählt. Durch diese große Anzahl ist die automatische Bestimmung des Blutbildes in Präzision und Richtigkeit der mikroskopischen Zelldifferenzierung und -zählung überlegen. Nur in Ausnahmefällen – z. B. bei manchen hämatoonkologischen Erkrankungen - kann der Hämatologieautomat die verschiedenen Zellpopulationen nicht sicher unterscheiden, und eine mikroskopische Kontrolle ist erforderlich.
  • Es ist hilfreich die analytischen Grenzen bzw. Fehlermöglichkeiten der automatischen Analyse des kleinen Blutbildes (k-BB) zu kennen um zu wissen, wann die Notwendigkeit der Anforderung eines erweiterten BB mit Leukozytendifferenzierung (g-BB) oder mit Retikulozytenzählung besteht.

Für Interessierte an der genauen Funktionsweise der Hämatologie-Automaten verweisen wir auf eine ausführliche Veröffentlichung der Herstellerfirma: www.sysmex.de

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