Newsletter Februar 2021

Newsletter Download

 

1. NEUES AUS DEM LABOR

Bestimmung standardisierter Einheiten für Anti-SARS-CoV-2 Antikörper (IgG) ab jetzt möglich 
Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass wir seit Februar die SARS-CoV-2 IgG-Ak (S1) als verbesserten quantitativen Test anbieten können. Die Ergebnisse werden nicht mehr als Ratio, sondern in BAU/ml (Binding Antibody Units) angegeben. Dieser Test der Firma Euroimmun ist methodisch identisch mit dem bisher eingesetzten Test und zeigt eine vollständige Übereinstimmung der qualitativen (positiv, negativ) Ergebnisse. Neu ist, dass eine 6-Punkt-Kalibrationskurve verwendet wird, wodurch eine exakte standardisierte Quantifizierung des Antikörpertiters möglich ist. Dieses ist wichtig v.a. zur Kontrolle des Impferfolges im Verlauf. Damit wurde der SARS-CoV-2 IgG-Ak (S1)-Test an dem internationalen WHO-Standard kalibriert und ermöglicht eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zwischen verschiedenen Labors. 
Die neuen Messwerte in BAU/ml entsprechen in etwa dem 40-60-fachen der bisherigen in Ratio angegebenen CoV-2 IgG (S1)-Ergebnisse, wobei ein klassischer Umrechnungsfaktor nicht anzugeben ist. Im Beispielbefund sehen Sie einen CoV-2 IgG (S1)-Wert von 240 BAU/ml, der ungefähr einer Ratio von 5 entsprechen würde (siehe Abbildung).

Ab jetzt alle Laborwerte in einem Befund  -  Optimierung der Darstellung für labGate-online
Einigen wird aufgefallen sein, dass seit dem 01.02. in unseren Laborbefunden auch die LTT- und Metall-toxikologieergebnisse enthalten sind, die Ihnen früher ausschließlich als "Sonderbefund" getrennt zugegangen sind. Das erscheint einigen nachteilig, weil der gedruckte Laborbefund damit länger ist und Sie in der parallelen Zusendung von Laborbefund und (graphisch attraktiverem) Sonderbefund eine Redundanz der Ergebnisdarstellung sehen.
Hintergrund dieser Veränderung ist, dass wir unseren Laborbefund für die elektronische Darstellung optimieren. 70% unserer Zuweiser nutzen bereits den labGate-Online-Befund. Die digitale Befundübermittlung ist klimafreundlich, schnell, einfach und sicher.
 
Vorteile der Nutzung von LabGate-Online

  • Unmittelbarer Zugriff auf alle Laborergebnisse von jedem Internetrechner, auch auf Teilbefunde.
  • Graphische Darstellung sämtlicher Laborwerte. Sonderbefunde bleiben wie gewohnt erhalten und können ebenfalls online aufgerufen, gedruckt und gespeichert werden. 
  •  Auf Wunsch ist ein Verzicht auf Papierbefunde möglich, insgesamt oder mit Ausnahme der Sonderbefunde. Diese Einsparung könnte die Vernichtung von jährlich ca. 1 Million Blatt Papier verhindern, was ca. 10-12 Bäumen entspricht. 

Allen Zuweisern, denen die gedruckten Befunde nun zu lang sind oder die Übermittlung zu viel Zeit kostet, bietet labGate-Online die optimale Lösung. Die Einrichtung ist problemlos. Auf Ihrem PC ist keine Installation nötig. Sie erhalten von uns einen Link und ein Passwort, mit dem Sie sofort loslegen können. 
Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Bitte nehmen Sie über das  Anmeldeformular oder über Ihren Außendienst-mitarbeiter Kontakt zu uns auf. Mehr Informationen zum labGate-Online-Befund finden Sie hier.


2. DIE FRAGE AUS DER PRAXIS

Welche Konsequenzen ergeben sich aus den Genpolymorphismen der Entgiftungsenzyme für die ortho-molekulare Therapie? 
Grundsätzlich lässt die Entgiftungsgenetik Patienten erkennen, die exogene toxische Substanzen weniger effizient abbauen, schlechter ausscheiden und somit zur Anreicherung von Organbelastungen neigen. Gleichermaßen identifizieren die genetischen Untersuchungen aber Patienten, die endogene, durch Zellstress entstehende reaktive Sauerstoffverbindungen unzureichend eliminieren. Diese lebenslange Risikokonstellation zu erkennen, kann Arzt und Patient bei präventiven Ansätzen (Reduktion der Fremdstoffbelastung, Versorgung mit Antioxidantien u.a.) grundlegend unterstützen. Darüber hinaus ergeben sich jedoch auch spezifische praktische Konsequenzen aus den einzelnen Genveränderungen:

CYP-450-Enzyme: Sie sind für die Phase 1 der Metabolisierung von Fremdstoffen verantwortlich. Genetische Polymorphismen können sich daher nicht nur deutlich auf die Wirksamkeit von Medikamenten auswirken (z.B. CYP2D6 und Antidepressiva), sondern z.B. auch auf die Verfügbarkeit von Vitamin D (bei Veränderung von CYP2R1 und CYP24A1). Die Kenntnis der Genetik kann hier helfen, die Dosierung von Medikamenten und Vitamin D zu verbessern. 

GST-Enzyme und NAT2: Durch die Phase-2-Enzyme werden die in Phase 1 entstandenen Metabolite wasserlöslich / ausscheidbar gemacht. Eine genetische Einschränkung der Aktivität der Phase-2-Enzyme führt dazu, dass in der Phase 1 entstehende (z.T. sogar toxischere) Metabolite weniger effizient eliminiert werden. Für betroffene Patienten kann daher die Intensivierung der Phase 1 durch die Gabe hochdosierter Mikronährstoffe (besonders B-Vitamine) problematisch werden. Das wird dann oft als die Unverträglichkeit von B-Vitaminen erlebt. Wichtige Kofaktoren der Phase 2 sind u.a. Glutathion und weitere Aminosäuren und Selen. Labordiagnostisch werden die Kontrolle von Glutathion intrazellulär, Aminosäuren Stoffwechsel und eine Vollblutmineralanalyse empfohlen.

SOD2: Die mitochondriale Superoxiddismutase neutralisiert reaktive Sauerstoffspezies ("Radikale") in Mitochondrien. Patienten mit genetisch bedingt verminderter Enzymfunktion neigen dazu, oxidativen Stress gerade dann insuffizient abzufangen, wenn der mitochondriale Stoffwechsel gesteigert ist und dienen hier auch der Stoffwechselregulation. Dies tritt bei vermehrtem Energiebedarf der Zelle ein, wie z.B. in Immunzellen bei Entzündung oder in Muskelzellen bei körperlicher Aktivität. Radikale werden für Regulationsprozesse benötigt, aber ein Zuviel bedeutet Oxidativen Stress. Dieser schädigt körpereigene Strukturen, daher ist die Balance wichtig. Eine gute Versorgung mit Antioxidantien (Vitamin C, A, E, Coenzym Q10, Taurin aber auch die alpha-Liponsäure) sollte bei Patienten mit SOD-2-Mangel stets gewährleistet sein. 

Die u.g. 5 Enzyme sollten hinsichtlich ihrer Genetik gemeinsam betrachtet werden. Eine Kombination genetisch reduzierter Enzymaktivitäten, z.B. der N-Acetyltransferase 2 (NAT2) und der GST´s hat eine größere Bedeutung.  
Bei Patienten mit mehrfach auffälligen Polymorphismen, kann mithilfe folgender Mikronährstoffe eine teilweise Kompensation erreicht werden: Glutathion und Selen, Antioxidantien (Vitamin C, A, E, Coenzym Q10, Taurin, alpha-Liponsäure), über eine Verbesserung der Methylierung (Vitamin B12, Folsäure, SAM) kann die „Ablesbarkeit der Gene“ verbessert werden.

Abb.:  Eingeschränkte Funktion der Enzyme GST-M1, GST-T1, NAT2 und SOD-2. Dies spricht für einen grundsätzlich erhöhten Bedarf an Antioxidanzien, eine verzögerte Ausscheidung von Metaboliten der Phase 1 (sowie auch Metallen!).


3. FÜR SIE GELESEN

Entgegengesetzte Wirkung von freiem Vitamin D und Gesamt-1,25-(OH)2-Vitamin D?
In einer Querschnittsstudie an 427 schwangeren Frauen wurde die Korrelation von Vitamin-D-Parametern mit Biomarkern der Knochengesundheit, des Lipidstoffwechsels, der Nierenfunktion, endokrinen Parametern und wasserlöslichen B Vitaminen verglichen (Tsuprykov et al., Scientific Reports 2021; 11: 1923). Die deutlichsten Korrelationen zeigten sich für das bioverfügbare und das freie Vitamin D, sowie für Gesamt-1,25-(OH)2-Vitamin D. Überraschend gehen jedoch – mit Ausnahme von PTH – die Korrelationen von freiem Vitamin D und 1,25-(OH)2-Vitamin D in entgegengesetzte Richtungen. So korreliert freies Vitamin D mit niedrigerem LDL-Cholesterin, einer geringeren LDL/HDL-Ratio, höherem Hämoglobin und Hämatokrit sowie einer besseren Versorgung mit Vitamin B6, B12 und mit Zink. 1,25-(OH)2-Vitamin D korreliert hingegen negativ mit diesen Parametern. Dies deutet darauf hin, dass freies Vitamin D und 1,25-(OH)2-Vitamin D auf den nukleären Vitamin-D-Rezeptor in einigen Zielzellen entgegengesetzte Effekte haben. Diese auf klinischen Daten von Schwangeren basierende Beobachtung muss in grundlagenwissenschaftlichen Studien bestätigt werden. Um den Vitamin D-Status eines Patienten optimal beurteilen zu können, kann es daher erforderlich sein, gleichzeitig freies Vitamin D und Gesamt-1,25-(OH)2-Vitamin D zu bestimmen (Analysen 111 und 113, 2-seitiger Schein „Spezielle Immundiagnostik“).

Neue T-Zell-Population bei Anaphylaxie beschrieben
Bei den allergischen Reaktionen vom Sofort-Typ spielen IgE-Antikörper eine tragende Rolle. Gesteuert wird die Produktion dieser Antikörper in den lymphatischen Geweben durch spezielle T-Zellen, sogenannte follikuläre T-Helfer-Zellen (Tfh-Zellen). Diese produzieren den Botenstoff Interleukin-4, der wiederum die B-Zellen zur IgE-Produktion anregt. Eine wichtige und bislang unbeantwortete Frage war, warum gegen manche Allergene IgE-Antikörper mit einer sehr hohen Bindungsstärke gebildet werden, die dann zu anaphylaktischen Reaktionen führen können. Eine amerikanische Arbeitsgruppe konnte nun zeigen, dass hierfür eine spezialisierte Population von Tfh-Zellen verantwortlich ist (Gowthaman et al., Science 2020; 365). Diese Zellen unterscheiden sich von den bislang bekannten und mit Allergien assoziierten Th2- und Tfh-Zellen, produzieren den Botenstoff IL-13 und werden daher von den Autoren als Tfh13-Zellen bezeichnet. Möglicherweise entwickelt sich die Quantifizierung der Tfh13-Zellen oder von IL-13 als Markerzytokin zu einem neuem Risikomarker für Patienten mit Allergien und Anaphylaxie. Aktuell sind diese Parameter noch nicht in der Labordiagnostik verfügbar. 
 


4. FORTBILDUNGSVERANSTALTUNGEN

Online-Veranstaltungen

Online-Fortbildungen (Webinare)
Reihe Neuro-Endokrino-Immunologie
 
03.03.2021
15 - 16 Uhr
Urtikaria − Pathogenese und LabordiagnostikDr. rer. nat. Anna Klaus
24.03.2021
15 - 16 Uhr
Chronische Parodontitis − eine systemische Erkrankung? Klinik, Diagnostik, TherapieDr. rer. nat. Sabine Schütt
 Das gesamte Programm finden Sie unter:  Webinar

   Online-Kongress
27.02.2021
10 - 17 Uhr                  
11. Norddeutsches Symposium für
klinische Umweltmedizin 

Programm und Anmeldung
Deutscher Berufsverband
Klinischer Umweltmediziner e. V. 
Online-Seminare
Vorankündigung!
Anmeldung möglich ab Januar 2021 auf Fortbildungen
24.02.2021
19 - 21 Uhr
Corona-Virus Update
Klinik, Diagnostik, Risikofaktoren, Therapie, Impfungen – 
der aktuelle Wissensstand
Dr. med. Georg Härter
Dr. med. Volker von Baehr
03.03.2021
19 - 21 Uhr
Wie genetische Polymorphismen und epigenetische Faktoren unsere körperliche und
seelische Gesundheit beeinflussen. Vorstellung von Kasuistiken aus der Praxis
Dr. Goran Stojmenovic
Ärztin Andrea Thiem
17.03.2021
19 - 21 Uhr
Neue Antikörper bei Epilepsie, Psychosen und Demenz – kein Ende in SichtProf. Dr. med. Harald Prüß
24.03.2021
19 - 21 Uhr
Leaky gut – Klinik, Diagnostik und therapeutische MöglichkeitenDr. Marcus Pfisterer
Dr. med. Volker von Baehr
14.04.2021
19 - 21 Uhr
IgA-Mangel – Diagnostische und Therapeutische Konsequenzen?Prof. Oliver Frey
28.04.2021
19 - 21 Uhr
Zelluläre Dysbalancen im spezifischen Immunsystem bei AutoimmunitätDr. rer. nat. Cornelia Doebis
Dr. rer. nat. Brit Kieselbach
05.05.2021
19 - 21 Uhr
Bedeutung von Vitamin D bei Infektions- und Autoimmunerkrankungen
Was ist durch Studien gesichert?
Was ist (noch) Beobachtung?
Prof. Berthold Hocher
26.05.2021
19 - 21 Uhr
IgG-  und IgG-Subklassenmangel – Klinik, Diagnostik, Therapie
 
Prof. Oliver Frey
09.06.2021
19 - 21 Uhr       
Toxische Metalle als Trigger chronischer Entzündungserkrankungen –
Pathogenese, Diagnostik, Therapie
Dr. med. Thomas Fischer
Dr. rer. nat. Katrin Huesker
Dr. med. Volker von Baehr
16.06.2021
19 - 21 Uhr    
 
Orthomolekulare Medizin, manchmal wie ein große Puzzle. 
Spannende Fälle aus unserem Praxisalltag und wie man doch
immer einen Behandlungsansatz findet.
Ärztin Andrea Thiem
Ärztin Ruth Biallowons

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Präsenzveranstaltungen

07.-08.05.2021
Leipzig
DEGUZ 12. Jahrestagung
Anmeldung
Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.
05.06.2021
Warnemünde
4. Rostocker Tag: Mitochondriale Medizin für die Praxis
Anmeldung
PD Dr. med. Bodo Kuklinski Wolfgang Bönsch
12.06.2021
Hamburg
3. Hamburger Symposium
Anmeldung
Seattle Study Club Hamburg
19.-21.06.2021
Berlin
Darmkongress 2021
Anmeldung
Vitalinstitut.de

Kurse und Curricula

Angewandte Funktionelle Immunologie (AFI)
Termine und Anmeldung
in Werder/Havel, Nauen
IMD Berlin MVZ
Weiterbildung der Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie (KMT)  „KMT-Curriculum“
Programm und Anmeldung
Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie e.V.
DEGUZ Kompaktseminar Curriculum Umwelt-ZahnMedizin
Termine und Anmeldung
in Berlin
Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.
Klinische Mitochondrienmedizin und Umweltmedizin 2021
Termine und Anmeldung
in Heidelberg
Health Consult GmbH / Internationale Gesellschaft für Regenerative Mitochondrien Medizin

Informationen zu Programm und Referenten sowie zur Anmeldung für diese und weitere Fortbildungsveranstaltungen finden Sie unter:  Fortbildungen


5. REDAKTION UND INHALTLICHE BETREUUNG

Dr. med. Volker von Baehr (V.vonBaehr@IMD-Berlin.de)
Dr. Cornelia Doebis (Biomarker & Durchflusszytometrie - C.Doebis@IMD-Berlin.de)
Prof. Dr. med. Oliver Frey (Immundefektdiagnostik und Immunphänotypisierung - O.Frey@IMD-Berlin.de)
Dr. Katrin Huesker (Spurenelemente und Metalle - K.Huesker@IMD-Berlin.de)
Dr. Brit Kieselbach (Autoimmunologie - B.Kieselbach@IMD-Berlin.de)
Dr. Anna Klaus (Allergie - A.Klaus@IMD-Berlin.de)
Dr. Anne Schönbrunn (Funktionelle Immundiagnostik - A.Schoenbrunn@IMD-Berlin.de)
Dr. Sabine Schütt (Immungenetik - S.Schuett@IMD-Berlin.de)
Andrea Thiem, Praktische Ärztin (Orthomolekulare Medizin - A.Thiem@IMD-Berlin.de)