Newsletter Mai 2021

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1. NEUES AUS DEM LABOR

LTT auf SARS-CoV-2 Peptide erfasst auch die T-Zellantwort auf Virus-Varianten
Im Zuge einer laufenden Studie haben wir untersucht, in wie weit unser LTT auch T-Zellantworten von Probanden erfasst, die sich zuvor nachweislich mit einer mutierten Variante des Virus infiziert hatten. Zu diesem Zweck wurden die Patientenzellen parallel mit Peptiden der ursprünglichen Wildtyp-Variante (entsprechend dem LTT auf SARS-CoV-2), der britischen Variante (B.1.1.7) und der südafrikanischen Variante (B.1.351) stimuliert und ihre Reaktion verglichen. 
Die Probanden zeigten in allen Ansätzen eine deutliche Reaktion. Es gab keine signifikanten Unterschiede im Stimulationsindex zwischen Wildtyp-Peptiden oder Peptiden der Virus-Varianten. Somit erfasst der LTT auf SARS-CoV-2 Peptide auch die T-Zellantworten auf die britische und die südafrikanische Variante. Unterstützt wird unsere Beobachtung durch eine aktuelle „Preprint-Publikation“, die im renommierten Fachjournal Nature vorgestellt wurde:  Link zur Veröffentlichung 

„AAk gegen neuronale Transglutaminase“ bei Verdacht neurologischer Manifestation einer Glutenunverträglichkeit
Ab sofort ermöglicht Ihnen die Untersuchung der Autoantikörper gegen neuronale Transglutaminase die Identifikation von Patienten mit einem erhöhten Risiko für neurologische Manifestationen einer Glutenunverträglichkeit (z.B. Gangstörung, Krampfanfälle, Koordinationsstörungen). Hintergründe und praktische Details entnehmen Sie bitte der neuen Diagnostikinformation.

„Fettsäuren der Erythrozytenmembran“ neu am IMD
Ein ausgewogenes Gleichgewicht an gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren ist präventiv und kurativ für zahlreiche Erkrankungen bedeutsam, wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologische Erkrankungen und Immundysregulationen wie Neurodermitis. Die Bestimmung in der Erythrozytenmembran gibt – im Gegensatz zur Analyse in Serum oder Plasma – Aufschluss über die langfristige Versorgungslage. Das umfassende Fettsäureprofil inklusive Omega-3-Index wird ab Juni am IMD durchgeführt (EDTA-Blut bitte innerhalb 24 Stunden einsenden, für Details und Befundbeispiel siehe Diagnostikinformation).

Schema „Fettsäurestoffwechsel“ aktualisiert
Die mit der Nahrung zugeführten essentiellen und nicht-essentiellen Fettsäuren unterliegen im Körper einer Verstoffwechslung, bei den Fettsäuren mit verschiedenen biologischen Funktionen entstehen. Ein ausgewogenes Verhältnis hängt daher nicht nur von der Fettsäurezufuhr ab, sondern auch von der Verfügbarkeit der Kofaktoren der beteiligten Enzyme. Diese Zusammenhänge veranschaulicht unser Schema „Fettsäurestoffwechsel“, dessen Übersichtlichkeit noch einmal verbessert wurde. Auf Anfrage schicken wir Ihnen gern ein laminiertes Exemplar zu.

Veranstaltung „Allergie als Immundefekt“ nun online
Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation verlegen wir unsere für den 12.06. in Ingolstadt geplante Präsenzveranstaltung „Allergie als Immundefekt – Ursachen, Diagnostik, Prävention und Therapie“ auf eine Online-Plattform. Eine Teilnahme ist daher nun  kostenlos und auch überregional problemlos möglich. Details zu Programm und Anmeldung finden Sie hier.


2. DIE FRAGE AUS DER PRAXIS

Warum rät das IMD für die Einschätzung der Antioxidanzienversorgung von der Nutzung des preiswerten TAS-Test ab? 
Der TAS-Test (Totaler Antioxidanzien Status) ist ein 1993 als sehr einfacher Screeningtest eingeführtes Laborverfahren, um die Kapazität aller im Patientenplasma vorhandenen Oxidations-hemmenden Moleküle zu erfassen. Auch wenn das auf den ersten Blick plausibel klingt, ist der Test ungeeignet, den Versorgungsstatus oder gar Substitutionsbedarf eines Patienten einzuschätzen, weil in diesen Test neben den klassischen Antioxidanzien wie Vitamin C oder E auch Plasmaproteine wie Albumin aber auch Harnsäure und Cholesterin eingehen und das wegen ihrer großen Menge sogar überproportional. Das erklärt sich in Kenntnis des Testprinzips. Es wird die hemmende Wirkung des Gesamtplasmas auf die Oxidation von ABTS (2,2′-Azino-di-3-ethylbenzthiazolinsulfat) durch zugegebenes Metmyoglobin erfasst wird. So wird z.B. ein Patient mit Gicht (hohe Harnsäure) oder Fettstoffwechselstörung (hohes Cholesterin) im TAS-Test oft eine gute antioxidative Kapazität zeigen, obwohl der Patient signifikante Defizite beim Coenzym Q10, Vitamin E oder Glutathion hat. Patienten mit niedrigem Gesamtprotein (Albumin) oder Patienten mit durch Fettsenker stark verminderten Cholesterinwerten haben dagegen immer schlechte Werte, selbst wenn die einzelnen echten Antioxidanzien in ausreichender Menge vorhanden sind. Die zellulären Anteile, so z.B. das intrazelluläre Glutathion, werden gar nicht erfasst, weil zellfreies Plasma eingesetzt wird. Es erfolgt keine Differenzierung zwischen wasser- und lipidlöslichen (zellgängigen) Antioxidanzien. 
Die 2008 erschienene Empfehlung des Robert-Koch-Institut "Oxidativer Stress und Möglichkeiten seiner Messung aus umweltmedizinischer Sicht" rät von der Verwendung des TAS-Test ab mit der Begründung, dass es heute die Möglichkeit gibt, die entscheidenden Antioxidanzien direkt im Labor zu analysieren und sie entsprechend der gefundenen Spiegel gezielt zu substituieren. 


3. FÜR SIE GELESEN

Frühere Infektionen mit saisonalen Coronaviren schützen vor einem schweren COVID-19-Verlauf
Bereits im vergangenen Jahr wurde durch eine Arbeitsgruppe aus der Charité gezeigt, dass Menschen auch ohne durchgemachte SARS-CoV2-Infektion eine kreuzreaktive T-Zell-Antwort gegen dieses Virus aufweisen können. Diese Immunantwort wird wahrscheinlich durch Infektionen mit anderen Coronaviren verursacht. Neben den „neuen“ Coronaviren (SARS-CoV2, SARS-CoV1 und MERS-CoV), die alle erst innerhalb der letzten 20 Jahre erstmalig aufgetreten sind, zirkulieren in der Bevölkerung vier weitere Coronaviren (OC43, 229E, HKU1 und NL63), die als saisonale Erreger hauptsächlich Erkältungserkrankungen verursachen und sehr weit verbreitet sind. 
In zwei Studien haben nun Virologen aus Münster einen direkten Zusammenhang zwischen früheren Infektionen mit den saisonalen Coronaviren und dem Schweregrad einer COVID-19-Erkrankung hergestellt (Dugas et al., Int J Infectious Diseases 2021; 105: 304-306; Dugas et al., J Clin Virology 2021; 104847). Hierfür untersuchten sie Serumproben von Patienten mit COVID-19 auf das Vorliegen von Antikörpern gegen die saisonalen Coronaviren. Sie konnten zeigen, dass Patienten mit einer schweren COVID-19-Erkrankung eine sehr viel schwächere Antikörperantwort gegen die endemischen Coronaviren aufwiesen. Besonders ausgeprägt war dieser Zusammenhang bei der Antwort gegen das Coronavirus OC43. Die Autoren folgern aus ihren Studien, dass die Bestimmung von Antikörpern gegen OC43 die Identifikation von Patienten mit einem hohen Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf ermöglicht. Die Einführung in die Labordiagnostik wird derzeit am IMD evaluiert.

Alpha-Gal Syndrom: Ein Risikofaktor für schwere allergische Reaktionen auf Medikamente und Medizinprodukte
Das alpha-Gal Syndrom ist eine neuartige Form der Typ-I Allergie. Betroffen Patienten bilden IgE Antikörper gegen das Kohlenhydrat Galactose-a-1,3 (alpha-Gal), welches sich an verschiedenen Proteinen in Säugetierfleisch befindet. Die Folge sind zum Teil schwere allergische Reaktionen (Urtikaria, gastrointestinale Beschwerden, Anaphylaxie) mit einer Latenz von 3-6 Stunden nach Verzehr. In manchen Fällen treten diese Reaktionen auch nur bei Zusammentreffen mit weiteren Faktoren auf (z.B. Anstrengung, Alkohol, NSAID). Nicht selten wird unterschätzt, dass es beim alpha-Gal Syndrom auch zu allergischen Reaktionen auf Gelatine-haltige Produkte und diverse Medikamente kommen kann. Das Team von Herrn Prof. Biedermann des Klinikums der TU München stellte im April diesen Jahres eine Übersicht der Produkte vor, die bei Patienten mit alpha-Gal Syndrom ebenfalls eine allergische Reaktion auslösen können, wie z.B. manche monoklonale Antikörper, Enzymkapseln, gelatinehaltige Produkte und bestimmte Impfstoffe (Schmidle et al. Allergologie Nr. 4/2021, S.288-296). Zur Diagnostik der verzögerten Fleischallergie werden in erster Linie IgE-Antikörper gegen alpha-Gal (o215) bestimmt. Es entwickelt jedoch nicht jeder positive Patient allergische Reaktionen auf die oben erwähnten Produkte. In verschiedenen Studien zeigte sich der Basophilen-Aktivierungstest (BAT)/ Basophilen Degranulationstest (BDT) hier zusätzlich als vielversprechendes in vitro Screening zur Risikobeurteilung der verschiedenen Medikamente und Medizinprodukte. Im IMD können Sie sowohl IgE gegen alpha-Gal (o215) als auch den BDT auf mitgesendete Medikamente anfordern ( Allergieschein), beide Untersuchungen können bei gegebener Indikation über die GKV abgerechnet werden.


4. FORTBILDUNGSVERANSTALTUNGEN

Online-Veranstaltungen

Online-Fortbildungen (Webinare)
Reihe Neuro-Endokrino-Immunologie
 
16.06.2021
15 - 16 Uhr
IgG- und IgG-Subklassenmangel - Klinik, Diagnostik, TherapieProf. Dr. med. Oliver Frey 
 Das gesamte Programm finden Sie unter:  Webinar

   Online-Kongress
geplant im
Juni 2021
12. Warnemünder Tage für Komplementärmedizin
Information
Institut für Prävention und
Gesundheitsförderung M-V GmbH
Online-Seminare
20.05.2021
19 - 21 Uhr
Vitamin D – Bedeutung für Patienten mit Parodontitis und Periimplantitis
Programm und Anmeldung
Dr. med. Volker von Baehr
26.05.2021
19 - 21 Uhr
IgG-  und IgG-Subklassenmangel – Klinik, Diagnostik, Therapie
Programm und Anmeldung
Prof. Oliver Frey
09.06.2021
19 - 21 Uhr       
Toxische Metalle als Trigger chronischer Entzündungserkrankungen –
Pathogenese, Diagnostik, Therapie

Programm und Anmeldung
Dr. med. Thomas Fischer
Dr. rer. nat. Katrin Huesker
Dr. med. Volker von Baehr
12.06.2021
9.30 - 15.30 Uhr
Allergie als Immundefekt – Ursachen, Diagnostik, Prävention und Therapie
Programm und Anmeldung
 
Prof. Dr. med. Oliver Frey
Dr. rer. nat. Anna Klaus 
Ärztin Andrea Thiem
Dr. med. Petra Zieglmayer
 
16.06.2021
19 - 21 Uhr    
 
Orthomolekulare Medizin, manchmal wie ein große Puzzle. 
Spannende Fälle aus unserem Praxisalltag und wie man doch immer einen Behandlungsansatz findet.

Programm und Anmeldung
Ärztin Andrea Thiem
Ärztin Ruth Biallowons

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Präsenzveranstaltungen

05.06.2021
Warnemünde
4. Rostocker Tag: Mitochondriale Medizin für die Praxis
Anmeldung
PD Dr. med. Bodo Kuklinski
Wolfgang Bönsch
12.06.2021
Hamburg
3. Hamburger Symposium
Anmeldung
Seattle Study Club Hamburg
27.-29.08.2021
Nauen / OT Groß Behnitz
Angewandte Funktionelle Immunologie: Jahreskongress Autoimmunerkrankungen im Kontext der Funktionellen Medizin
Programm und Anmeldung
IMD Berlin MVZ
28.08.2021
Zürich / Schweiz
Metallbelastung als Auslöser chronischer Entzündung – Diagnostik und Therapie
Information
SSAAMP (Swiss Society for Anti Aging, Medicine and Prevention)
04.09.2021
Köln
Autoimmunerkrankungen - Ursachen und Folgen chronischer Entzündungen
Programm und Anmeldung
IMD Berlin MVZ
11.09.2021
Berlin
Diagnosestellung bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Was gibt es abseits der ausgetretenen Pfade?

Programm und Anmeldung
IMD Berlin MVZ
24.-26.09.2021
Potsdam
Multisystemerkrankungen
Programm und Anmeldung
Medizin 3.0. 
Dr. rer. nat. Marco Schmidt
28.10.-01.11.2021
Baden-Baden
54. Medizinische Woche
Programm und Anmeldung
Die Ärztegesellschaft für
Erfahrungsheilkunde e.V.
Haug Verlag
12.-13.11.2021
Hannover
19. Umweltmedizinische Jahrestagung
Programm und Anmeldung
EUROPAEM
Deutscher Berufsverband
Klinischer Umweltmediziner e. V.

Kurse und Curricula

Angewandte Funktionelle Immunologie (AFI)
Termine und Anmeldung
in Werder/Havel, Nauen
IMD Berlin MVZ
Weiterbildung der Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie (KMT)  „KMT-Curriculum“
Programm und Anmeldung
Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie e.V.
DEGUZ Kompaktseminar Curriculum Umwelt-ZahnMedizin
Termine und Anmeldung
in Berlin
Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.
Klinische Mitochondrienmedizin und Umweltmedizin 2021
Termine und Anmeldung
in Heidelberg
Health Consult GmbH / Internationale Gesellschaft für Regenerative Mitochondrien Medizin

Informationen zu Programm und Referenten sowie zur Anmeldung für diese und weitere Fortbildungsveranstaltungen finden Sie unter:  Fortbildungen


5. REDAKTION UND INHALTLICHE BETREUUNG

Dr. med. Volker von Baehr (V.vonBaehr@IMD-Berlin.de)
Dr. Cornelia Doebis (Biomarker & Durchflusszytometrie - C.Doebis@IMD-Berlin.de)
Prof. Dr. med. Oliver Frey (Immundefektdiagnostik und Immunphänotypisierung - O.Frey@IMD-Berlin.de)
Prof. Dr. med. Berthold Hocher (Endokrinologie - Prof.Dr.Berthold.Hocher@IMD-Labore.de)
Dr. Katrin Huesker (Spurenelemente und Metalle - K.Huesker@IMD-Berlin.de)
Dr. Brit Kieselbach (Autoimmunologie - B.Kieselbach@IMD-Berlin.de)
Dr. Anna Klaus (Allergie - A.Klaus@IMD-Berlin.de)
Dr. Anne Schönbrunn (Funktionelle Immundiagnostik - A.Schoenbrunn@IMD-Berlin.de)
Dr. Sabine Schütt (Immungenetik - S.Schuett@IMD-Berlin.de)
Andrea Thiem, Praktische Ärztin (Orthomolekulare Medizin - A.Thiem@IMD-Berlin.de)