Newsletter Mai 2018

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1. NEUES AUS DEM LABOR

Herzlich Willkommen Dr. Oliver Frey – unser neuer Facharzt für Laboratoriumsmedizin

Wir freuen uns, Ihnen Herrn Dr. Oliver Frey als neuen Laborarzt im Team des Labors für Spezielle Immunologie des IMD vorzustellen.

Herr Dr. Frey studierte bis 2000 Medizin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Nach seiner Promotion am Institut für Pathologie des Universitätsklinikum Jena im Jahr 2005 wechselte er an das Institut für Immunologie mit Kurzaufenthalten in den USA und Belgien. 5 Jahre später ging er als Assistenzarzt an das Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik, habilitierte und erhielt die Lehrbefugnis im Fach Immunologie. 2016 legte er seine Facharztprüfung in Laboratoriumsmedizin ab. Bis März 2018 war er als Oberarzt im Labor am Zentrum für ambulante Medizin des Uniklinikums Jena tätig. Er verfügt über einen beeindruckenden wissenschaftlichen Werdegang mit zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

Wir freuen uns sehr, dass Herr Dr. Frey den Entschluss gefasst hat, aus Jena zu uns nach Berlin zu wechseln.

Neuer LTT „Umweltmetalle“
Das neue Profil beinhaltet Antimon, anorganisches  Arsen,  Arsenobetain, Barium, Bismut, Blei, Bor, Gadolinium, Strontium, Thallium sowie Ethyl- und Methylquecksilber. Die Abklärung einer möglichen Sensibilisierung auf diese Metalle kann dazu dienen, die klinische Relevanz geringer Belastungen zu differenzieren. Eine Vorstudie am IMD deutet allerdings darauf hin, dass Sensibilisierungen auf die enthaltenen Umweltmetalle selten vorkommen.

Der LTT-Umweltmetalle kann ab sofort angefordert werden (bitte unter „Weitere Anforderungen“ eintragen; Abrechnung: 156,19€ IGeL bzw. 256,03€ privat).

Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) tritt auch im IMD Berlin am 25. Mai 2018 in Kraft.
Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass wir sämtliche mit dieser in Zusammenhang stehenden Anforderungen umgesetzt haben.

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2. DIE FRAGE AUS DER PRAXIS

Ist eine Allergiediagnostik trotz Einnahme von Antihistaminika möglich?
Antihistaminika wie z. B. Cetirizin und Loratadin sind Wirkstoffe, welche die Wirkung körpereigenen Histamins abschwächen oder aufheben, indem sie Histamin-Rezeptoren blockieren. Sie beeinflussen jedoch nicht die Freisetzung und den Abbau des Histamins und wirken sich damit nicht auf den Histaminspiegel im Blut aus.

Bei Typ-I-Allergikern ist in erster Linie die Freisetzung des Histamins durch Mastzellen für die bekannte Symptomatik verantwortlich. Da ein hautbasierter Allergietest (z. B. Prick-Test) auf der Grundlage der durch Histamin ausgelösten Hautreaktion beruht, sind die Medikamente in diesem Fall wenigstens 48 Stunden vor Durchführung des Testes abzusetzen.
 

Auf die Labordiagnostik hingegen haben Antihistaminika aus folgenden Gründen keinen Einfluss:

  • Im RAST werden allergen-spezifische IgE-Antikörper bestimmt, diese Diagnostik ist Histamin unabhängig.
  • Im BDT kann die allergen-induzierte Histamin- und/oder Leukotrienfreisetzung problemlos bestimmt werden, da Antihistaminika als Histaminrezeptorenblocker lediglich die Wirkung des Histamins an deren Zielzellen blockieren, nicht aber die Aktivierung oder die Funktionalität der basophilen Granulozyten (siehe Abbildung unten).
  • Im LTT wird zum Nachweis der Typ-IV-Allergie die Vermehrung antigen-spezifischen T-Lymphozyten bestimmt, auch diese ist Histaminrezeptor-unabhängig.


3. FÜR SIE GELESEN

Die Länge der Einheilphase von Zahnimplantaten ist materialabhängig
Die aktivierte Matrix-Metalloproteinase-8 (aMMP-8) ist eine Kollagenase und gilt als eines der destruktivsten Enzyme bei Parodontitis und Periimplantitis. In einer Studie nutzten die Autoren diesen Marker nun, um die inflammatorischen Prozesse während der Einheilphase an Zirkon- und Titanabutments zu vergleichen (Kumar et al., J Prosthet Dent. 2017, 118: 475-480). Die aMMP-8-Werte waren nach 1 und nach 3 Monaten im Gewebe um die Titanabutments statistisch signifikant höher im Vergleich zu den Werten um Zirkonaufbauten. Nach einem Jahr verschwanden jedoch die Unterschiede zwischen den beiden Implantatmaterialien. Diese Studie belegt, dass Titan aufgrund seiner Oberflächenbeschaffenheit anfänglich einen höheren Entzündungsreiz darstellt, was ein stärkeres „Gewebe-Remodelling“ in der Einheilphase bedingt. Dies erklärt möglicherweise die im Vergleich zu Zirkon kürzeren Einheilphasen. Die Angleichung des aMMP-8 nach einem Jahr spricht dafür, dass sich nach vollständiger Einheilung das Material-bedingte Periimplantitisrisiko zwischen beiden Implantatsystemen nicht grundsätzlich unterscheidet. Die bekannten immunologischen Unverträglichkeitsreaktionen auf Titanoxidpartikel treten vielmehr bei einer Untergruppe der Patienten in Abhängigkeit individueller Risikokonstellationen auf (im Labor bestimmbar über den Titanstimulationstest und den genetischen Entzündungsgrad, Analysen 251 und 252, Schein Spezielle Immundiagnostik).

Eingriff in die Glykose zur Beeinflussung von Immunantworten
Seit einigen Jahren ist bekannt, dass Immunzellen (insbesondere T-Lymphozyten) nach ihrer Aktivierung Veränderungen im Stoffwechsel durchlaufen. Während ruhende T-Zellen ihren Energiebedarf aus der oxidativen Phosphorylierung (Krebs-Zyklus) decken, kommt es nach einer Aktivierung zu einer Heraufregulation der aeroben Glykolyse. Hierbei wird, auch in Gegenwart einer ausreichenden Sauerstoffversorgung der Zelle, Energie durch den Abbau von Glukose zu Laktat gewonnen (Gärung). Dieses Stoffwechselphänomen ist auch unter der Bezeichnung Warburg-Effekt bekannt und wurde zuerst bei Krebszellen beschrieben. Wissenschaftler der John-Hopkins-Universität aus Baltimore konnten jetzt zeigen, dass Fumarsäuredimethylester (auch Dimethylfumarat) in diesen Stoffwechselweg eingreift. Dimethylfumarat (DMF) wird zur Behandlung der Psoriasis und der Multiplen Sklerose (MS) eingesetzt. In der in der Zeitschrift „Science“ publizierten Arbeit (Kornberg et al., Science 2018; 360: 449-453) konnte die Arbeitsgruppe nachweisen, dass DMF und sein aktiver Metabolit das Enzym Glycerinaldehyd-3-Phosphat-Dehydrogenase (GAPDH) inaktivieren. GAPDH ist ein Enzym der Glykolyse, das den Reaktionsschritt katalysiert, bei dem die eigentliche Energiegewinnung beginnt. Die Inaktivierung der GAPDH durch DMF führt zu einer Hemmung der Glykolyse in aktivierten Makrophagen und T-Zellen. In Zellkulturexperimenten konnte nachgewiesen werden, dass eine Behandlung mit DMF die Differenzierung von proinflammatorischen Th1- und Th17-Zellen hemmt und die der antiinflammatorischen regulatorischen T-Zellen fördert. Auch in einem Krankheitsmodell der Multiplen Sklerose führte eine Hemmung der GAPDH zu einer Verminderung der Krankheitsschwere. Insgesamt konnte so erstmalig der Nachweis erbracht werden, dass sich Immunantworten über die Blockade von Stoffwechselwegen modulieren lassen und dass dies ein möglicher Wirkmechanismus von DMF bei der Behandlung der Psoriasis und der MS sein kann.


4. FORTBILDUNGSVERANSTALTUNGEN

Online-Fortbildungen

Reihe Neuro-Endokrino-Immunologie

Vascular endothelial growth factor (VEGF) - Diagnostische Bedeutung
Mittwoch, 23. Mai 2018 um 15:00 Uhr - Referentin: Dr. rer. nat. Cornelia Doebis, IMD Berlin MVZ

Die Bedeutung der systemischen Entzündung für chronischen Schmerz
Mittwoch, 13. Juni 2018 um 15:00 Uhr - Referent: Dr. med. Volker von Baehr, IMD Berlin MVZ

Das gesamte Programm finden Sie unter: Veranstaltungen

Präsenzfortbildungen

10. Jahrestagung der DEGUZ
8. bis 9. Juni 2018 in Frankenthal
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Deutschen Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.

Umweltzahnmedizinische Anamnese
15. bis 16. Juni 2018 in München
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.

Kongress zum 40-jährigen Bestehen der Internationalen Gesellschaft für Oxyvenierungstherapie e. V.
16. bis 17. Juni 2018 in Bremen
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Internationale Gesellschaft für Oxyvenierung e.V.

Seminar: Umweltmedizin in der naturheilkundlichen Praxis
22. bis 24. Juni 2018 in Berlin
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Frau Dr. med. Astrid Kohl, Fachärztin für Innere Medizin

Qualitätszirkel Immunologie
12. September 2018 in Dresden
Programm und Anmeldung
Veranstalter: IMD Berlin MVZ

17. Umweltmedizinische Jahrestagung
21. bis 23. September 2018 in Luxemburg
Vorankündigung
Veranstalter: European Academy for Environmental Medicine e. V. (EUROPAEM) 
in Zusammenarbeit mit Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin (IGUMED)

DÄGAK Kongress 2018
19. bis 21. Oktober 2018 in Braunschweig
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Deutsche Ärztegesellschaft für Applied Kinesiology

Qualitätszirkel Immunologie
07. November 2018 in Chemnitz
Programm und Anmeldung
Veranstalter: IMD Berlin MVZ

10. Norddeutsches Umweltsymposium
22. Februar 2019 in Kiel
Vorankündigung
Veranstalter: Deutscher Berufsverband Klinischer Umweltmediziner e. V.

Informationen zu Programm und Referenten sowie zur Anmeldung für diese und weitere Fortbildungsveranstaltungen finden Sie unter: Veranstaltungen


5. REDAKTION UND INHALTLICHE BETREUUNG

Dr. med. Volker von Baehr (V.Baehr@IMD-Berlin.de)
Dr. Cornelia Doebis (Forschung und Entwicklung - C.Doebis@IMD-Berlin.de)
Dr. med. Oliver Frey (O.Frey@IMD-Berlin.de)
Dr. Katrin Huesker (Neuro-Endokrino-Immunologie, Immuntoxikologie - K.Huesker@IMD-Berlin.de)
Dr. Brit Kieselbach (Autoimmunologie - B.Kieselbach@IMD-Berlin.de)
Dr. Anna Klaus (Allergie - A.Klaus@IMD-Berlin.de)
Dr. Anne Schönbrunn (A.Schoenbrunn@IMD-Berlin.de)
Dr. Sabine Schütt (Immungenetik - S.Schuett@IMD-Berlin.de)

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