Newsletter September 2019

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1. NEUES AUS DEM LABOR

Neu am IMD: Lithium als Spurenelement
Lithium gilt als potentiell essentielles Spurenelement, das über bislang unbekannte Wirkmechanismen neuronale Funktionen und die allgemeine Vitalität unterstützt. Physiologische Lithiumspiegel konnten bisher nicht bestimmt werden, da die Lithiumanalyse nur im Rahmen der wenig sensitiven Medikamentenspiegelbestimmung (im Serum) verfügbar war. Ab sofort bieten wir ein hoch sensitives, ICP-MS-basiertes Messverfahren an, mit dem Lithium als Spurenelement im EDTA-Vollblut bestimmt werden kann (für weitere Details siehe Diagnostik-Information).

„Fettsäuren der Erythrozytenmembran“ inklusive Omega-3-Index
In Zusammenarbeit mit einem Luxemburger Labor (Laboratoire Réunis) bieten wir nun die Bestimmung von „Fettsäuren in der Erythrozytenmembran“ an (siehe Musterbefund). Da das Profil den „Omega-3-Index“ beinhaltet, ersetzt es diesen Parameter. Postversand der Proben (EDTA-Blut) ans IMD ist möglich, die Abrechnung erfolgt privat oder als Selbstzahlerleistung (62,95 Euro).

Untercarboxyliertes Osteocalcin ist präanalytisch nicht anfällig
Für den Nachweis eines Vitamin-K2-Mangels sind zwei Biomarker verfügbar, das untercarboxylierte Osteocalcin (ucOC) und das Matrix-Gla-Protein. Die Transportstabilität ist beim ucOC deutlich besser (stabil bei bis zu 48 h Transportzeit ins Labor), wohingegen das Matrix-Gla-Protein zwingend schon in der Praxis zentrifugiert und eingefroren werden muss. Aus diesem Grund bietet das IMD in der klinischen Routinediagnostik nur das untercarboxylierte Osteocalcin (ucOC) an.

Änderung des Referenzbereiches für Histamin im Heparinblut
Aufgrund einer veränderten Kit-Komponente von Seiten des Kit-Herstellers (FROST Diagnostika) war eine Revalidation des Parameters notwendig. Seit August 2019 gilt der adäquat angepasste Referenzbereich von < 65,5 ng/ml. Diese Anpassung gewährleistet eine unveränderte klinische Aussage.

Aktuelle Studien kompakt für Sie dargestellt
In unserem Newsletter werden monatlich in der Rubrik „Für Sie gelesen“ aktuelle wissenschaftliche Studien aus dem Bereich Klinische Immunologie und Umweltmedizin kurz und kompakt dargestellt und hinsichtlich ihres praktischen Nutzens diskutiert. Jetzt gibt es auf der Homepage eine Rubrik „Newsletter“, in der alle kürzlich erschienenen oder andauernd relevanten Beiträge gesammelt sind. Die Seite lädt zum „Stöbern“ ein: www.inflammatio.de/fuer-sie-gelesen.html.


2. DIE FRAGE AUS DER PRAXIS

Warum wird zur Einschätzung der Glutathionversorgung nicht mehr der GSH/GSSG-Quotient bestimmt sondern nur das GSH?
Der Hauptgrund ist, dass nur die reduzierte Form (GSH) intrazellulär bestimmbar ist. Die oxidierte Form (also GSSG) kann man dagegen nicht in Leukozyten sondern nur im Serum (oder lysiertem Erythrozytenkondensat) bestimmen, was aufgrund der intrazellulären Bedeutung wenig Sinn macht. Wir halten (abgesehen von akademischen Fragen) die reduzierte Form intrazellulär in Leukozyten echten gemessen für ausreichend, denn daran wird man immer den Substitutionsbedarf festmachen. Zudem hat die parallele Bestimmung in Monozyten und Lymphozyten eine entscheidende Zusatzaussage. Da Monozyten, nachdem sie aus dem Knochenmark übergetreten sind, nur 24-48 h im Blut zirkulieren und nach Auswanderung nie zurück ins Blut rezirkulieren, ist ein nachweisbarer GSH-Mangel in Monozyten immer Hinweis auf Synthesemängel (Synthesemängel oder Mangel an SH-Gruppen spendenden Aminosäuren) oder GSH-Verlust (Ausscheidung schadstoffkonjugierter GSH-Moleküle über die Niere). Wenn dagegen auch die Lymphozyten als zwischen Gewebe und Blut permanent rezirkulierende Zellen betroffen sind, dann spricht das für einen GSH-Verbrauch (z.B. durch entzündliche Prozesse oder toxische (Über)belastungen. Das intrazelluläre GSH hat zwei wichtige Funktionen. Zum einen dient GSH als Redox-Puffer, d.h. es hilft, zelluläre Proteine und Membranlipide vor „freien Radikalen“ zu schützen. Dabei wird Glutathion oxidiert und geht von seiner monomeren Form GSH in das Dimer GSSG über. Die zweite Funktion ist die Biotransformation von Schadstoffen in der Phase-II-Entgiftung. Dabei katalysiert die zytosolisch lokalisierte Glutathion-S-Transferase die Reaktion von GSH mit Halogen-, Sulfat-, Sulfonat-, Phosphat- und Nitro-Gruppen aber auch Metallionen. Mit GSH konjugierte Stoffe sind wasserlöslich und werden über die Niere und auch biliär besser ausgeschieden. Das so „verbrauchte“ GSH würde sich nicht im Anstieg von GSSG wiederspiegeln. Daher wird deutlich, dass GSSG nur für seine Funktion als Redox-Puffer eine Aussage liefern würde, selbst wenn man es intrazellulär bestimmen könnte.


3. FÜR SIE GELESEN

Assoziation von Schenkelhalsfrakturen mit übermäßiger Zufuhr von B-Vitaminen
Die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln zur Erhöhung der Vitaminzufuhr ist weit verbreitet. Insbesondere die Einnahme von wasserlöslichen Vitaminen galt lange Zeit als unbedenklich. In der letzten Zeit zeigen jedoch einige Berichte, dass diese Annahme womöglich falsch ist. In einer aktuellen Arbeit zeigte sich eine Assoziation zwischen einer exzessiven Aufnahme von Vitamin B6 und B12 und dem Risiko von Schenkelhalsfrakturen (Meyer et al., JAMA Netw Open. 2019; 20192: e193591). Die Autoren analysierten Daten aus der „Nurses Health Study“, die im Jahr 1976 begonnen wurde. Mit Fragebögen wurden die medizinischen Daten und auch die Supplementierung von Vitaminen abgefragt. Es zeigte sich, dass die Aufnahme von Vitamin B6 mehr als 35 mg/Tag und von Vitamin B12 von mehr als 30 µg/d zu einem signifikant höherem Risiko einer Schenkelhalsfraktur führte als die Aufnahme vergleichsweise niedriger Dosierungen (< 2 mg/Tag B6 und < 5 µg/Tag B12). Eine hohe Aufnahme beider Vitamine gleichzeitig steigerte das Risiko maximal, welches dann um nahezu 50% gegenüber Frauen mit niedriger Aufnahme beider B-Vitamine erhöht war. Vor dem Hintergrund dieser Daten ist eine Supplementierung von B-Vitaminen ohne medizinische Indikation, bzw. einen nachgewiesenen Mangel dieser Vitamine, kritisch zu sehen. Zum Nachweis eines Mangels und zum Monitoring einer Supplementierung empfehlen wir die Bestimmung der bioaktiven B-Vitamine (Analysen 105ff, Schein „Spezielle Immundiagnostik“). Hintergrundinformationen zur Analytik finden Sie in unserer Diagnostik-Information.

Frühkindliche Metallbelastung steigert das Risiko juveniler Arthritis
Ziel einer schwedischen prospektiven Geburtskohortenstudie mit rund 16.000 Kindern war es, den Einfluss der frühen Ernährung auf die spätere Entwicklung einer juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) zu untersuchen, der häufigsten chronischen rheumatischen Erkrankung im Kindesalter (Kindgren et al. Pediatr Rheumatol Online J. 2019; 17: 33). JIA ist eine Autoimmunerkrankung und geht mit erhöhten anti-nukleären Antikörpern (ANA) einher. Die Ursache der JIA-auslösenden Autoimmunität ist bisher wenig verstanden. Die Auswertung nach 16 Jahren zeigte, dass der Verzehr von Fisch mehr als einmal pro Woche während der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr des Kindes mit einem erhöhten Risiko für ANA-Positivität und JIA verbunden war. Ferner waren die Konzentrationen an Schwermetallen (z.B. Cadmium und Quecksilber) im Nabelschnurblut in der JIA-Gruppe signifikant höher als bei den Neugeborenen ohne spätere JIA-Erkrankung. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass bereits eine moderate Exposition gegenüber diesen Metallen während der fötalen Entwicklung und im frühen Kindesalter die Entstehung von Autoimmunität fördern kann. Zur Abklärung aktueller Schwermetallexpositionen empfiehlt sich die Untersuchung im EDTA-Vollblut (Analyse 271, Schein „Spezielle Immundiagnostik“; als gezielte Einzeluntersuchung auch GKV-Leistung). Bei Verdacht auf JIA ist die Untersuchung der ANA zielführend (Analysen 283 und 284, Schein „Spezielle Immundiagnostik“).


4. FORTBILDUNGSVERANSTALTUNGEN

Online-Fortbildungen

Reihe Neuro-Endokrino-Immunologie

Nahrungsmittelunverträglichkeiten von A-Z – Labordiagnostische Möglichkeiten im Überblick
Mittwoch, 25. September 2019 15:00 Uhr
Referentin: Dr. rer. nat. Sabine Schütt, IMD Berlin MVZ

Die Bedeutung der B-Vitamine in der Behandlung chronischer Erkrankungen
Mittwoch, 23. Oktober 2019 um 15:00 Uhr
Referentin: Dr. rer. nat. Cornelia Doebis, IMD Berlin MVZ

Das gesamte Programm finden Sie unter: Veranstaltungen

 

Präsenzfortbildungen

Die Bedeutung von Umweltfaktoren und zahnmedizinischen Einflüssen für die Entwicklung neurodegenerativer Erkrankungen
14. September 2019 in Köln
Programm und Anmeldung
Veranstalter: IMD Berlin MVZ

IX. Hyperthermie-Kongress
20. bis 21. September 2019 in Berlin
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Forum Medizin Verlagsgesellschaft mbH

3. Rostocker Tag „Mitochondriale Medizin für die Praxis“
28. September 2019 in Rostock
Programm und Anmeldung
Veranstalter: PD Dr. med. Bodo Kuklinski und Wolfgang Bönsch

BIO IMMUN GEN MEDIZIN KONGRESS 2019
04. bis 05. Oktober 2019 in Krems (Österreich) 
Programm und Anmeldung
Veranstalter: BIGMED-Austria

DÄGAK-Kongress 2019
04. bis 06. Oktober 2019 in Brixen/Südtirol (Italien)
Programm und Anmeldung
Veranstalter: DÄGAK - Deutsche Ärztegesellschaft für Applied Kinesiology

DEGUZ Personalisierte (Zahn)Medizin – genetische Analysen als Basis für eine erfolgreiche Therapie
18. bis 19. Oktober 2019 in Merklingen
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V. 

Neue Aspekte zum Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten
23. Oktober 2019 in Hamburg
Programm und Anmeldung
Veranstalter: IMD Berlin MVZ

53. Medizinische Woche Baden-Baden
30. Oktober bis 03. November 2019 in Baden-Baden
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Ärztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde e. V. | Haug Verlag

Godesberger Pavillongespräche: Chronische Entzündungen - Relevante Untersuchungsverfahren und Interpretation von Laborwerten
06. November 2019 in Bad Godesberg
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Zahnärztliche Gemeinschaftspraxis Dr. D. Haentjes & B. Milbrodt
In Kooperation mit: IMD Berlin MVZ | DEGUZ e. V. 

18. Umweltmedizinische Jahrestagung - Systemische Entzündung und Antientzündliche Therapie
08. bis 09. November 2019 in Berlin
Programm und Anmeldung
Veranstalter: IMD Berlin MVZ
in Kooperation mit: Deutscher Berufsverband Klinischer Umweltmediziner e. V., Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin e. V. und Ökologischer Ärztebund e. V.

Fortbildung: Angewandte Immunologie
22. bis 24. November 2019 in Potsdam
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Akademie für Funktionsbezogene Medizin Dr. rer. nat. Marco Schmidt

Fortbildung zum zertifizierten Fachberater für Darmgesundheit
23. bis 24. November 2019 in Berlin
Programm und Anmeldung
Veranstalter: BIMED

DEGUZ Umweltzahnmedizinische Anamnese
06. bis 07. Dezember 2019 in Hannover
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.

DEGUZ Grundlagenseminar ZahnMedizin für Mediziner
24. bis 25. Januar 2020 in Stuttgart
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.

Curriculum für Heilpraktiker
24. bis 25. Januar 2020 in Berlin
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Praxis Dr. med. Astrid Kohl

DEGUZ 12. Jahrestagung
08. bis 09. Mai 2020 in Leipzig
Vorankündigung
Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.

Informationen zu Programm und Referenten sowie zur Anmeldung für diese und weitere Fortbildungsveranstaltungen finden Sie unter: Veranstaltungen


5. REDAKTION UND INHALTLICHE BETREUUNG

Dr. med. Volker von Baehr (V.vonBaehr@IMD-Berlin.de)
Dr. Cornelia Doebis (Biomarker & Durchflusszytometrie - C.Doebis@IMD-Berlin.de)
Dr. med. Oliver Frey (Immundefektdiagnostik und Immunphänotypisierung - O.Frey@IMD-Berlin.de)
Dr. Katrin Huesker (Neuro-Endokrino-Immunologie, Immuntoxikologie - K.Huesker@IMD-Berlin.de)
Dr. Brit Kieselbach (Autoimmunologie - B.Kieselbach@IMD-Berlin.de)
Dr. Anna Klaus (Allergie - A.Klaus@IMD-Berlin.de)
Dr. Anne Schönbrunn (Funktionelle Immundiagnostik - A.Schoenbrunn@IMD-Berlin.de)
Dr. Sabine Schütt (Immungenetik - S.Schuett@IMD-Berlin.de)
Andrea Thiem, Praktische Ärztin (Orthomolekulare Medizin - A.Thiem@IMD-Berlin.de)

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