Newsletter Juni 2018

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1. NEUES AUS DEM LABOR

Aktualisierte Anforderungsscheine verfügbar
Ab sofort können wir Ihnen die neuen Scheine in gewünschter Stückzahl zusenden. Die Änderungen der aktualisierten Versionen sind hier gelb unterlegt (Beispiel:Selbstzahler-Schein):

Neues Mineralstoffprofil „11+6“
Das erweiterte Mineralstoffprofil enthält zusätzlich zu den Inhalten des „großen“ Mineralstoffprofils (neue Bezeichnung „11+4“) zwei weitere toxische Antagonisten: Aluminium als Gegenspieler des Eisens und Arsen als weiterer Antagonist von Selen (siehe Musterbefund, Analyse 103 auf dem aktualisierten Schein „Spezielle Immundiagnostik“).

Neuer LTT-TOP 25 für Vegetarier
Aufgrund häufiger Nachfragen bietet das IMD nun ein zusätzliches Nahrungsmittel- LTT-Profil speziell für Vegetarier an. Der „LTTTOP 25 vegetarisch“ enthält Milchprodukte und Ei aber kein Fleisch und Fisch (siehe Musterbefund). Materialmenge und Kosten entsprechen dem LTT-TOP 25 und LTT-TOP 25 vegan (3x Hep+ 1x Serum; IGeL 156,19 €; privat 256,03 €).


2. DIE FRAGE AUS DER PRAXIS

Gibt es spezifische Marker für die Weizensensitivität?
Eine Weizenunverträglichkeit kann durch die Autoimmunerkrankung Zöliakie bedingt sein. Dabei wird durch das im Weizen vorkommende Gluten eine chronische Entzündung der Dünndarmschleimhaut hervorgerufen. Der Nachweis von Autoantikörpern gegen Transglutaminase und gegen Endomysium im Serum ermöglicht die Diagnostik einer aktiven Zöliakie. Bei unklaren serologischen Befunden oder Patienten, die bereits eine glutenfreie Diät eingehalten haben, ist die Untersuchung auf die HLA-Merkmale DQ2, DQ7 und DQ8 wertvoll. Nur Träger mindestens eines dieser HLA-Merkmale können eine Zöliakie entwickeln, ein fehlender Nachweis dieser Merkmale schließt eine Zöliakie daher sicher aus.

Als weitere Ursache für eine Weizen-Unverträglichkeit kommen Allergien in Betracht. Die Sensibilisierung kann auf der Bildung von IgE-Antikörpern (Typ I-Allergie) oder spezifischen Lymphozyten (Typ IV-Allergie) beruhen. Zum Ausschluss von Typ I-Allergien auf Weizen empfiehlt sich die Untersuchung auf allergenspezifisches IgE gegen Weizen (f4), Gliadin (f98) und Gluten (f79). Treten nach körperlicher Belastung und anschließendem Genuss von Weizenprodukten Symptome auf, sollte an die selten vorkommende „Weizenabhängige anstrengungsinduzierte Anaphylaxie (WDEIA)“ gedacht werden. Die Diagnostik erfolgt hier durch die Bestimmung des IgE gegen ω5-Gliadin (f416).

Bei Verdacht auf eine Typ IV-Sensibilisierung auf Weizen empfiehlt sich der LTT auf Weizen und Gluten. Sowohl den Weizen-Allergien als auch der Zöliakie liegen klare Pathomechanismen zugrunde, weshalb spezifische Laborparameter wie Autoantikörper, IgE-Antikörper oder der Nachweis spezifischer T-Zellen zur Verfügung stehen. Heute weiß man, dass Weizen aber auch das unspezifische Immunsystem aktivieren kann. Bei dieser sogenannten Weizensensitivität stehen bisher keine (Weizen)-spezifischen Messparameter zur Verfügung. Somit gilt nach derzeitigem Stand eine „Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität“ als wahrscheinlich, wenn Weizen-Allergien und eine Zöliakie sicher ausgeschlossen sind, sowie wenn sich nach Weizen-Elimination die Symptome bessern und nach Weizenprovokation wieder auftreten. 

     


3. FÜR SIE GELESEN

Der LTT auf Endoprothesenmetalle bekommt zunehmend Aufwind
Endoprothesen zum Gelenkersatz werden zunehmend bei jüngeren Patienten angewendet. Damit sind vorauszusehende Liegezeiten von 30 Jahren und mehr keine Seltenheit mehr. In mehr als der Hälfte der Fälle werden bei Hüft- und Kniegelenken Implantate aus Edelstahl oder Kobalt-Basislegierungen verwendet. Beide Tatsachen führen zwangsläufig dazu, dass den Metallallergien, insbesondere der Kobaltallergie zunehmend Bedeutung beigemessen werden muss. Eine vorbeugende Testung mit dem Epikutantest (ECT) wird trotzdem bisher nicht empfohlen, weil die Gefahr besteht, dass über den Hauttest erst eine allergische Sensibilisierung beim Patienten induziert wird, zumal diese im ECT wegen der zeitlichen Latenz unerkannt bleibt.
Es ist daher nicht überraschend, dass zunehmend Studien zum Nachweis von v.a. Kobalt- aber auch Chromallergien mittels Lymphozytentransformationstest (LTT) publiziert werden. Aktuell gibt es eine Veröffentlichung der Universitätsklinik Basel in der renommierten Zeitschrift Contact Dermatitis (Spoerri et al., 2018; 79: 31-33), die bei 54 Patienten die Ergebnisse des ECT mit einer zytofluorometrischen Variante des LTT vergleicht. Dabei zeigte sich eine signifikante Korrelation zwischen LTT und ECT bei einer Sensitivität von 52,6 % und einer Spezifität von 85,7 %. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der zytofluorometrische LTT auf Kobaltchlorid bei eindeutig erhöhten Stimulationsindizes eine ausreichend relevante Information gibt und der LTT eine wertvolle Alternative zum ECT darstellt.

Eingriff in die Glykose zur Beeinflussung von Immunantworten
Seit einigen Jahren ist bekannt, dass Immunzellen (insbesondere T-Lymphozyten) nach ihrer Aktivierung Veränderungen im Stoffwechsel durchlaufen. Während ruhende T-Zellen ihren Energiebedarf aus der oxidativen Phosphorylierung (Krebs-Zyklus) decken, kommt es nach einer Aktivierung zu einer Heraufregulation der aeroben Glykolyse. Hierbei wird, auch in Gegenwart einer ausreichenden Sauerstoffversorgung der Zelle, Energie durch den Abbau von Glukose zu Laktat gewonnen (Gärung). Dieses Stoffwechselphänomen ist auch unter der Bezeichnung Warburg-Effekt bekannt und wurde zuerst bei Krebszellen beschrieben. Wissenschaftler der John-Hopkins-Universität aus Baltimore konnten jetzt zeigen, dass Fumarsäuredimethylester (auch Dimethylfumarat) in diesen Stoffwechselweg eingreift. Dimethylfumarat (DMF) wird zur Behandlung der Psoriasis und der Multiplen Sklerose (MS) eingesetzt. In der in der Zeitschrift „Science“ publizierten Arbeit (Kornberg et al., Science 2018; 360: 449-453) konnte die Arbeitsgruppe nachweisen, dass DMF und sein aktiver Metabolit das Enzym Glycerinaldehyd-3-Phosphat-Dehydrogenase (GAPDH) inaktivieren. GAPDH ist ein Enzym der Glykolyse, das den Reaktionsschritt katalysiert, bei dem die eigentliche Energiegewinnung beginnt. Die Inaktivierung der GAPDH durch DMF führt zu einer Hemmung der Glykolyse in aktivierten Makrophagen und T-Zellen. In Zellkulturexperimenten konnte nachgewiesen werden, dass eine Behandlung mit DMF die Differenzierung von proinflammatorischen Th1- und Th17-Zellen hemmt und die der antiinflammatorischen regulatorischen T-Zellen fördert. Auch in einem Krankheitsmodell der Multiplen Sklerose führte eine Hemmung der GAPDH zu einer Verminderung der Krankheitsschwere. Insgesamt konnte so erstmalig der Nachweis erbracht werden, dass sich Immunantworten über die Blockade von Stoffwechselwegen modulieren lassen und dass dies ein möglicher Wirkmechanismus von DMF bei der Behandlung der Psoriasis und der MS sein kann.


4. FORTBILDUNGSVERANSTALTUNGEN

Online-Fortbildungen

Reihe Neuro-Endokrino-Immunologie

Primär-biliäre Cholangitis – eine frühzeitige Diagnostik verhindert irreversible Schäden
Mittwoch, 04. Juli 2018 um 15:00 Uhr - Referentin: Dr. rer. nat. Brit Kieselbach, IMD Berlin MVZ

Entzündung und Gefäßinflammation
Mittwoch, 05. September 2018 um 15:00 Uhr - Referent: Dr. med. Volker von Baehr, IMD Berlin MVZ

Das gesamte Programm finden Sie unter: Veranstaltungen

Präsenzfortbildungen

Seminar: Umweltmedizin in der naturheilkundlichen Praxis
22. bis 24. Juni 2018 in Berlin
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Frau Dr. med. Astrid Kohl, Fachärztin für Innere Medizin

FOM Ausbildung zum Orthomolekular-Therapeuten
08. bis 09. September 2018 in Werther/Westfalen (Nähe Bielefeld)
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Vital Institut NRW 

Qualitätszirkel Immunologie
12. September 2018 in Dresden
Programm und Anmeldung
Veranstalter: IMD Berlin MVZ

17. Umweltmedizinische Jahrestagung
21. bis 23. September 2018 in Luxemburg
Programm und Anmeldung
Veranstalter: European Academy for Environmental Medicine e. V. (EUROPAEM) 
in Zusammenarbeit mit der Interdisziplinären Gesellschaft für Umweltmedizin (IGUMED)

52. Medizinische Woche Baden-Baden
31. Oktober bis 04. November 2018 in Baden-Baden
Vorankündigung
Veranstalter: Ärztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde e.V. und Haug Verlag

DÄGAK Kongress 2018
19. bis 21. Oktober 2018 in Braunschweig
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Deutsche Ärztegesellschaft für Applied Kinesiology

Qualitätszirkel Immunologie
07. November 2018 in Chemnitz
Programm und Anmeldung
Veranstalter: IMD Berlin MVZ

10. Norddeutsches Umweltsymposium
22. Februar 2019 in Kiel
Vorankündigung
Veranstalter: Deutscher Berufsverband Klinischer Umweltmediziner e. V.

Informationen zu Programm und Referenten sowie zur Anmeldung für diese und weitere Fortbildungsveranstaltungen finden Sie unter: Veranstaltungen


5. REDAKTION UND INHALTLICHE BETREUUNG

Dr. med. Volker von Baehr (V.Baehr@IMD-Berlin.de)
Dr. Cornelia Doebis (Biomarker & Durchflußzytometrie - C.Doebis@IMD-Berlin.de)
Dr. med. Oliver Frey (O.Frey@IMD-Berlin.de)
Dr. Katrin Huesker (Neuro-Endokrino-Immunologie, Immuntoxikologie - K.Huesker@IMD-Berlin.de)
Dr. Brit Kieselbach (Autoimmunologie - B.Kieselbach@IMD-Berlin.de)
Dr. Anna Klaus (Allergie - A.Klaus@IMD-Berlin.de)
Dr. Anne Schönbrunn (A.Schoenbrunn@IMD-Berlin.de)
Dr. Sabine Schütt (Immungenetik - S.Schuett@IMD-Berlin.de)

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