Newsletter Oktober 2019

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1. NEUES AUS DEM LABOR

Multielementanalyse im Urin um Lithium erweitert
Nach der Etablierung der hoch-sensitiven Analyse von Lithium als Spurenelement im EDTA-Blut haben wir nun auch die Lithiummessung im Urin etabliert. Ab dem 1.11. kann Lithium im Urin sowohl als Einzelelement als auch als Teil der Multielementanalyse/Urin angefordert werden. Die Abrechnung des Profils bleibt unverändert.

Mineralstoffverzeichnis – englische Version
Das Verzeichnis mit detaillierten Informationen zur physiologischen Bedeutung sowie Ursachen und Wirkungen auffälliger Spiegel ist nun auch auf Englisch verfügbar, sowohl als pdf (deutsch, englisch) als auch als Broschüre in einem handlichen Format (bei Bedarf bitte kostenfrei bei uns anfordern).

Laboröffnungszeiten über Weihnachten und Silvester 
Das IMD macht bis einschließlich Samstag den 21.12. normalen Dienst. Das bedeutet, dass am Freitag den 20.12. regulär alle Praxen über die Kurierdienste angefahren werden können. 
Am 24.12. und am 31.12. werden im IMD keine Proben bearbeitet. Das bedeutet, dass an den Montagen 23.12 und 30.12. keine Kurieranfahrten im Bundesgebiet stattfinden. Lediglich für Praxen in Berlin, die eine taggleiche Probenabholung  über den Berlin-Kurier haben, können Laborproben abgeholt werden, da diese taggleich im Labor ankommen. 
Am Freitag den 27.12. und Samstag den 28.12. hat das IMD normalen Dienst. Am Freitag den 27.12. können alle Praxen im gesamten Bundesgebiet einen Kurier anfordern.  Ab 2.1.2020 läuft wieder alles im regulären Betrieb. 


2. DIE FRAGE AUS DER PRAXIS

Können mögliche Impfkomplikationen mit Labortests „vorhergesagt“ werden?
Durch eine Impfung soll unsere körpereigene Abwehr ein immunologisches Gedächtnis gegen einen bestimmten Krankheitserreger aufbauen. Grundlage dafür ist, dass der Impfstoff im Körper eine spezifische Immunreaktion auslöst. Diese kann lokal zu klassischen Symptomen wie Schwellung, Schmerzen und Rötungen führen sowie auch systemisch zu allgemeinem Krankheitsgefühl mit Fieber und Gliederschmerzen. 
Unter sogenannten „Impfkomplikationen“ werden hingegen schwerwiegende Reaktionen des Körpers verstanden, die nicht wie die üblichen zuvor genannten Symptome nach wenigen Tagen problemlos abklingen und sogar gesundheitliche Schäden verursachen können (Impfschaden). Ebenso wie jegliche Immunreaktion auf einen Infektionserreger, können solche Impfkomplikationen mit keinem Labortest vorhergesagt werden.
Allerdings kann eine bestehende Unverträglichkeit in Form einer Allergie auf einen Impfstoffbestandteil eruiert werden. Generell stellen aber allergische Reaktionen auf Impfstoffbestandteile eine eher seltene Ursache von Impfkomplikationen dar.
Besteht der Verdacht auf eine Typ-I-Allergie (Soforttyp), bzw. ist bereits eine Typ-I-Allergie auf einen potentiellen Impfstoffbestandteil bekannt, so kann hier der Basophilen-Degranulationstest (BDT) angewendet werden. In diesem „in-vitro-Provokationstest“ werden die patienteneigenen Basophilen Granulozyten mit dem eingesandten Impfstoff konfrontiert und eine daraufhin vermehrte Freisetzung  von Leukotrienen kann eine individuelle Sensibilisierung nachweisen.
Auch sogenannte Spättyp-Reaktionen (Typ-IV) können nachgewiesen werden. Hier kommt der Lymphozytentransformationstest (LTT) zum Einsatz. Bei bereits erfolgter früherer Immunisierung ist eine Unverträglichkeitstestung mittels LTT auf den entsprechenden Impfstoff nicht mehr sinnvoll. Hier kann dann nicht mehr zwischen einer bestehenden und durch die Impfung erwünschten zellulären Gedächtnisantwort auf das Impfantigen und einer Typ-IV-Sensibilisierung auf einen Impfstoffbestandteil unterschieden werden! In einem solchen Fall wäre die einzelne Testung auf die jeweils verdächtigen Zusatz- bzw. Beistoffe ratsam.
Es ist zu beachten, dass sowohl der LTT, als auch der BDT lediglich bestehende Sensibilisierungen nachweisen können und keine Vorhersage über sich zukünftig entwickelnde Allergien erlauben.
Die folgende Abbildung soll den Einsatz solch zellulärer in vitro Allergietests im Fall von Impfstoffen nochmal zusammenfassen und verdeutlichen.
 


3. FÜR SIE GELESEN

Die Bedeutung von Nahrungsfetten für allergische Erkrankungen
Als mögliche Auslöser der steigenden Prävalenz von Allergien stehen Umweltfaktoren und Veränderungen des Lebensstils im Fokus. Hierzu zählt auch die Ernährung. Ein wichtiger Bestandteil sind dabei – neben Vitaminen und Mineralstoffen – die Fettsäuren. Die European Acadermy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) fasste kürzlich den aktuellen Wissensstand zur Rolle der Fettsäuren bei atopischen Erkrankungen in einem Positionspaper zusammen (Allergy 2019 Aug; 74: 1429-1444). Trotz der uneinheitlichen Studienlage erscheint gerade bei Patienten mit einem erhöhten allergischen Risiko und niedrigen Leveln an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (LC-PUFAs) eine Supplementierung mit Eisosapentaensäure (EPA) und Docosapentaensäure (DHA) sinnvoll. So senkt eine ausreichende Versorgung werdender Mütter mit LC-PUFA (insbesondere mit DHA und EPA) das Risiko der Kinder für Nahrungsmittelallergien, atopische Dermatitis und Asthma. Bei allergischen Kindern unter entsprechender Auslassdiät sollte besonders auf eine LC-PUFA-reiche Diät geachtet werden. LC-PUFA-reiche Kost wurde in Studien mit klinischer Besserung von atopischer Dermatitis und Asthma assoziiert. Da gerade Patienten mit niedrigen Omega-3-Fettsäure-Spiegeln von einer Supplementierung bzw. angepassten Diät profitieren, empfiehlt sich bei atopischen Patienten die Bestimmung der langfristigen Versorgungslage (Anforderung: „Omega-Fettsäuren der Erythrozytenmembran“, Analyse aus EDTA-Blut). 

 
Lithium wirkt auf das ZNS über GABA-abhängige Neuronen

Lithium ist nicht nur in hoher Dosierung als Psychopharmakon wirksam, auch die alltägliche Zufuhr als Spurenelement wird mit zentralnervösen Effekten in Verbindung gebracht. Eine neue Publikation des renommierten „Science“-Verlags beleuchtet den bislang unbekannten Wirkmechanismus (Wu et al., Scientific Reports 2019; 9: 10255). Die molekularbiologischen Versuche zeigen, dass Lithium das intrazelluläre Signalmolekül GSK-3b hemmt und dadurch die Expression des GABAB-Rezeptors steigert. Dies spricht dafür, dass Lithium die GABA-vermittelte Neurotransmission verstärkt, die einen wichtigen Einfluss u.a. auf die Stimmungsregulation ausübt. Die neuen Daten erklären damit einen seit Jahrzehnten bekannten, bisher lediglich empirisch belegten Effekt und untermauern gleichzeitig eine physiologische Bedeutung von Lithium (Messung  von „Lithium als Spurenelement“ in EDTA-Blut möglich).


4. FACHLITERATUR-NEUERSCHEINUNGEN

Christoph Arlom hat in seinem Buch „Keramikimplantologie unplugged“ spannende Patientenfälle aus 14 Jahren Praxisalltag mit zahlreichen Fotos dokumentiert und dargestellt.
Christoph Arlom: Keramikimplantologie unplugged, ISBN-13: 9783749478675
ium (Messung  von „Lithium als Spurenelement“ in EDTA-Blut möglich).


5. FORTBILDUNGSVERANSTALTUNGEN

Online-Fortbildungen

Reihe Neuro-Endokrino-Immunologie

Wissenschaftliche Studien zur Chelattherapie - eine aktuelle Übersicht
Mittwoch, 13. November 2019 um 15:00 Uhr
Referentin: Dr. rer. nat. Katrin Huesker, IMD Berlin MVZ


Zelluläre Allergiediagnostik (LTT, BDT) – Durchführung und Interpretation
Mittwoch, 11. Dezember 2019 um 15:00 Uhr
Referentin: Dr. rer. nat. Anne Schönbrunn, IMD Berlin MVZ

Das gesamte Programm finden Sie unter: Veranstaltungen

 

Präsenzfortbildungen

53. Medizinische Woche Baden-Baden
30. Oktober bis 03. November 2019 in Baden-Baden
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Ärztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde e. V. | Haug Verlag

Godesberger Pavillongespräche: Chronische Entzündungen - Relevante Untersuchungsverfahren und Interpretation von Laborwerten
06. November 2019 in Bad Godesberg
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Zahnärztliche Gemeinschaftspraxis Dr. D. Haentjes & B. Milbrodt
In Kooperation mit: IMD Berlin MVZ | DEGUZ e. V. 

18. Umweltmedizinische Jahrestagung - Systemische Entzündung und Antientzündliche Therapie
08. bis 09. November 2019 in Berlin
Programm und Anmeldung
Veranstalter: IMD Berlin MVZ
in Kooperation mit: Deutscher Berufsverband Klinischer Umweltmediziner e. V., Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin e. V. und Ökologischer Ärztebund e. V.

Fortbildung: Angewandte Immunologie
22. bis 24. November 2019 in Potsdam
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Akademie für Funktionsbezogene Medizin Dr. rer. nat. Marco Schmidt

Fortbildung zum zertifizierten Fachberater für Darmgesundheit
23. bis 24. November 2019 in Berlin
Programm und Anmeldung
Veranstalter: BIMED

DEGUZ Umweltzahnmedizinische Anamnese
06. bis 07. Dezember 2019 in Hannover
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.

DEGUZ Grundlagenseminar ZahnMedizin für Mediziner
24. bis 25. Januar 2020 in Stuttgart
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.

Curriculum für Heilpraktiker
24. bis 25. Januar 2020 in Berlin
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Praxis Dr. med. Astrid Kohl

12. Warnemünder Tage für Komplementärmedizin
27. bis 29. März 2020 in Warnemünde
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Institut für Prävention und Gesundheitsförderung M-V GmbH

DEGUZ 12. Jahrestagung
08. bis 09. Mai 2020 in Leipzig
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e. V.

Ausbildung zum Orthomolekular-Therapeuten
15. bis 23. Mai 2020 am Gardasee / Italien
Programm und Anmeldung
Veranstalter: Vital Institut NRW.de

Kongress Metalltoxikologie - Vorankündigung
13. Juni 2020 in Berlin
Veranstalter: Deutscher Berufsverband Klinischer Umweltmediziner e. V.
 

Informationen zu Programm und Referenten sowie zur Anmeldung für diese und weitere Fortbildungsveranstaltungen finden Sie unter: Veranstaltungen


6. REDAKTION UND INHALTLICHE BETREUUNG

Dr. med. Volker von Baehr (V.vonBaehr@IMD-Berlin.de)
Dr. Cornelia Doebis (Biomarker & Durchflusszytometrie - C.Doebis@IMD-Berlin.de)
Dr. med. Oliver Frey (Immundefektdiagnostik und Immunphänotypisierung - O.Frey@IMD-Berlin.de)
Dr. Katrin Huesker (Neuro-Endokrino-Immunologie, Immuntoxikologie - K.Huesker@IMD-Berlin.de)
Dr. Brit Kieselbach (Autoimmunologie - B.Kieselbach@IMD-Berlin.de)
Dr. Anna Klaus (Allergie - A.Klaus@IMD-Berlin.de)
Dr. Anne Schönbrunn (Funktionelle Immundiagnostik - A.Schoenbrunn@IMD-Berlin.de)
Dr. Sabine Schütt (Immungenetik - S.Schuett@IMD-Berlin.de)
Andrea Thiem, Praktische Ärztin (Orthomolekulare Medizin - A.Thiem@IMD-Berlin.de)

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