Newsletter Mai 2020

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1. NEUES AUS DEM LABOR

SARS-CoV-2-EUROIMMUN-ELISA nun auch von der FDA zugelassen
Für einen in Deutschland ansässigen Hersteller eines Labortestes ist es die „Krönung“ seiner Entwicklungstätigkeit, in den USA von der FDA  zugelassen zu werden. Wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, dass dieses für den bei uns verwendeten Test der Firma EUROIMMUN gelungen ist. Die lesenswerte offizielle Bekanntgabe der Firma finden Sie hier

Neu auf dem 6-seitigen Schein: Vollblutmineralanalyse Profil „11+28“
Aufgrund der Bedeutung toxischer Metalle für chronisch entzündliche Erkrankungen und der vielfältigen Wechselwirkungen von Metallen und Mineralstoffen, stellt sich immer wieder die Frage nach der Gesamt-Metallbelastung im Blut. Aus diesem Grund kann die Mineralstoffanalyse nun auch durch 28 toxische Metalle ergänzt werden: Anforderung über den neuen 6-seitigen Schein (Seite 3, mittlere Spalte) oder als „Profil 11+28“ (aus Heparinblut, 1x GOÄ: 157,38 Euro).

Neue Patientenflyer ab sofort erhältlich
Wir haben unser Repertoire um 4 weitere Themen erweitert. Von nun an stehen Ihnen Flyer zu den Themen „Immunsystem stärken“, „Inhalationsallergie und Heuschnupfen“, „Histaminintoleranz und Mastzellaktivierungssyndrom“ und „Sportlerernährung nach Maß“ zur Verfügung. Gern können Sie diese Flyer kostenfrei für Ihre Praxis unter 030 77001220 oder per Fax mit dem anhängenden Formular hier bestellen.


2. DIE FRAGE AUS DER PRAXIS

Mein Patient hatte einen positiven SARS-CoV-2-PCR-Nachweis, jetzt 4 Wochen später aber keine IgG-Antikörper? Ist er nun doch nicht immun?
Die wahrscheinlichste Ursache ist, dass in diesem Fall die IgG-Antikörpertestung 4 Wochen nach dem PCR-Nachweis noch zu früh stattgefunden hat. Zwar zeigen Studien, dass ca. 95% der Patienten drei Wochen nach Auftreten der ersten Symptome IgG-Antikörper haben, aber in diese Studien gingen immer Patienten mit schweren Krankheitsverläufen ein. Patienten mit leichteren oder gar fehlenden Symptomen (positiv abgestrichene Kontaktpersonen) zeigen bekanntermaßen eine verzögerte Antikörperbildung, häufig längere Zeit auch nur IgA-Antikörper und erst nach 5-6 Wochen den Wechsel zu IgG.  Deshalb empfehlen wir immer die Kombination IgG und IgA.

Andererseits ist es in seltenen Fällen möglich, dass eine verzögerte oder gar fehlende Antikörperbildung durch einen Immundefekt bedingt ist. Das betrifft alle Viren, nicht nur SARS-CoV-2. Während primäre Immundefekte im Erwachsenenalter als Ursache nahezu auszuschließen sind, kommen sekundäre Antikörpermangelsyndrome häufiger vor und werden oft erst bei anlassbezogener spezifischer Diagnostik erkannt. Zu denken ist an hämatologische Grunderkrankungen (Verdrängung im Knochenmark durch pathologische Klone oder Störung der Hämatopoese), Morbus Cushing, Diabetes mellitus, Hypothyreose, bakterielle Infektionen, Z.n. Strahlen- oder Zytostatikatherapie, immunsuppressive Therapien).

Aber auch ein fehlender Antikörpertiter bedeutet nicht, dass keine Immunität (Infektionsschutz) bestehen kann. Die Immunität gegen Viren, und hier macht das Corona-Virus keine Ausnahme, wird zum großen Teil durch die T-Lymphozyten vermittelt, v.a. durch zytotoxische T-Zellen. Die Antikörper tragen zwar zur Virusabwehr bei, z. B. hemmen neutralisierende Antikörper den Eintritt des Virus in menschliche Epithelzellen, sie sind aber v. a. auch Epiphänomen, dass sich die T-zelluläre Immunabwehr ausgebildet haben muss (denn ohne T-Helferzellen keine Antikörperbildung).


3. FÜR SIE GELESEN

Leichte Cadmiumbelastung steigert Risiko für schweren Infektionsverlauf
Risikofaktoren für schwere Verläufe viraler Atemwegserkrankungen zu erkennen, ist sowohl präventiv als auch kurativ bedeutsam. Neuere Studiendaten weisen darauf hin, dass leichte, umweltbedingte Cadmiumbelastung den Verlauf einer Influenza-Infektion signifikant verschlechtern kann (Chandler et al., Environment International 2019;127:720-729). Der Zusammenhang zwischen Cadmium und Influenza-Krankheitsaktivität wurde an H1N1-infizierten Mäusen untersucht, die mit oder ohne Cadmium gehalten wurden. Die Cadmium-exponierten Tiere erkrankten deutlich schwerer an H1N1 als die nicht belasteten Tiere und zeigten dabei eine signifikant gesteigerte Entzündungsaktivität, gemessen an einer höheren Zahl an in die Lunge eingewanderten Immunzellen und eine höhere Zytokinproduktion. Die Cadmiumexposition der Tiere entsprach umgerechnet auf ihr Körpergewicht der Exposition von Nichtrauchern, die Cadmium im Wesentlichen mit der Nahrung (v.a. belastete Agrarprodukte) aufnehmen. Die Studie weist damit auf eine Bedeutung von Umweltgiften für den Verlauf von Infektionserkrankungen hin und untermauert die klinische Relevanz subtoxischer Belastungen. Zur Bestimmung der individuellen Cadmiumbelastung empfiehlt sich die Vollblutanalyse im EDTA- oder Heparin-Vollblut (als toxischer Antagonist im Rahmen der Mineral-stoffprofile oder als Einzelbestimmung – letzteres ist auch als GKV-Leistung möglich).

Auch unter glutenfreier Diät: Mikronährstoffmangel bei Zöliakie
Die Zöliakie ist durch eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut gekennzeichnet, die nach Einnahme von Gluten auftritt und u.a. zur Zottenatrophie des Darms führt. Mit der Schädigung der Darmschleimhaut gehen vielfältige Mikronährstoffdefizienzen einher. Ein aktueller Review geht der Mikronährstoffversorgung von Zöliakie-Patienten systematisch nach (Rondelli et al., Medicina 2019; 55:337). Ausgewertet wurden Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D, Calcium, Eisen, Magnesium, Zink, Selen, Thiamin, Riboflavin, Niacin und Vitamin K, zum Zeitpunkt der Diagnose und unter glutenfreier Diät. Tatsächlich zeigten Patienten mit oder ohne anhaltende oder rezidivierende Symptome nicht nur zum Zeitpunkt der Diagnose, sondern selbst nach langandauernder glutenfreier Diät (bis zu 2 Jahre) fortbestehende Mikronährstoffdefizite, insbesondere an Eisen, Folsäure, Vitamin B6 und B12, Vitamin D, Kupfer und Zink. Dies weist auf eine unzureichende vollständige Erholung der Duodenalschleimhaut hin. Zu berücksichtigen ist ferner, dass glutenfreie Produkte häufig arm an einigen Mikronährstoffen sind, wie z. B. Magnesium und Folsäure, und glutenfreies Getreide, das in der Natur vorkommt, einen geringeren Magnesiumgehalt als glutenhaltiges Getreide hat. Auf der Grundlage der ausgewerteten Daten empfehlen die Autoren, unter glutenfreier Diät die Mineralstoff- und Vitaminwerte zu überprüfen, die Ernährung entsprechend anzupassen und ggf. eine adäquate Supplementierung durchzuführen.


4. FORTBILDUNGSVERANSTALTUNGEN

Online-Veranstaltungen

Online-Fortbildungen (Webinare)
Reihe Neuro-Endokrino-Immunologie
 
03.06.2020
15 - 16 Uhr
TH17-Zellen - Bedeutung bei chronischen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen Dr. rer. nat. Cornelia Doebis
24.06.2020
15 - 16 Uhr
Medikamentenallergie – wann ist welche Labordiagnostik sinnvoll? Dr. rer. nat. Anne Schönnbrunn
  Das gesamte Programm finden Sie unter: Veranstaltungen

 

Interaktive Online-Seminare
Wir haben bei unseren neuen interaktiven Online-Seminare hohe Teilnehmerzahlen verzeichnet.
Wir freuen uns über dieses große Interesse an einer Weiter- und Fortbildung über diese Plattform und bieten Ihnen daher die folgenden neuen Termine und Themen an:
27.05.2020
19 - 21 Uhr
Leaky gut und Darm-assoziierte Entzündung Dr. med. Volker von Baehr
03.06.2020
19 - 21 Uhr
Warum sollten wir das freie Vitamin D messen? Neue Studien Prof. Dr. med. Berthold Hocher
17.06.2020
19 - 21 Uhr
Allergie gezielt behandeln Dank molekularer Diagnostik – Leitfaden und Fallbeispiele Dr. rer. nat. Anna Klaus

Interaktiver Online-Kongress
Dieser Kongress wird als Interaktiver Online-Kongress live stattfinden.                                                                                                                                                                              
13.06.2020
9.30-17.15 Uhr
Metalltoxikologie
Programm und Anmeldung
Veranstalter:
Deutscher Berufsverband Klinischer Umweltmediziner e. V.

Präsenzfortbildungen

23.-25.07.2020
in Leipzig
31. Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2020
Programm und Anmeldung
Veranstalter:
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V.
19.08.2020
in Hamburg
Neurodegenerative Erkrankungen – Bedeutung des Immunsystems und der Mikrobiota
Online-Anmeldungen | Veranstaltungsflyer
Veranstalter:
IMD Berlin MVZ
28.-30.08.2020
in Werder/ Havel
Angewandte Funktionelle Immunologie Kurs I: Grundlagen Orthomolekulare Medizin und Mikrobiom 
Programm und Anmeldung
Veranstalter:
IMD Berlin MVZ
02.09.2020
in Darmstadt
Neue Aspekte zur Bedeutung der Vitamine B, D und K bei chronisch entzündlichen Erkrankungen und Immundefizit 
Online-Anmeldung | Veranstaltungsflyer
Veranstalter:
IMD Berlin MVZ
04.09.2020
in Rostock
Die chronische Entzündung – Diagnostik und Therapie
Programm und Anmeldung (folgt)
Veranstalter:
IMD Berlin MVZ
04.-11.09.2020
in Berlin 
DEGUZ Kompaktseminar Curriculum Umwelt-ZahnMedizin
Programm und Anmeldung
Veranstalter:
Deutsche Gesellschaft für  
Umwelt-ZahnMedizin e. V. 
12.-13.09.2020
in Melle
Ausbildung zum Orthomolekular-Therapeuten
Programm und Anmeldung 
Veranstalter:
Vital Institut NRW.de
12. bis 13.11. 2020
in Berlin
Curriculum Metalltoxikologie Kurs 1 & 2
Programm und Anmeldung 
Veranstalter:
Ärztegesellschaft für Klinische
Metalltoxikologie e. V. (KMT)
16.09.2020
in Heilbronn
„Heute Zahnersatz und morgen krank?“
Orale Trigger als Ursache systemischer Entzündungen

Online-Anmeldung Veranstaltungsflyer
Veranstalter:
IMD Berlin MVZ
23.09.2020
in Nürnberg
Silent Inflammation: Pathogenese und Labordiagnostik Welche Rolle spielen hier dentale Werkstoffe?
Online-Anmeldung | Veranstaltungsflyer
Veranstalter:
IMD Berlin MVZ
26.09.2020
in Leipzig
Einladung zum Stressseminar
„Wege aus der Stressfalle“ Neurostress & Burnout - von der Diagnostik zur Therapie

Programm und Anmeldung
Veranstalter:
Kybervital | IMD Institut für Medizinische
Diagnostik Berlin-Potsdam GbR
30.09.2020
in Düsseldorf
Autoimmunerkrankungen als Ursache und Folge chronischer Entzündungen
Online-Anmeldung | Veranstaltungsflyer
Veranstalter:
IMD Berlin MVZ
30.09.2020
in Rostock
Diagnostik und Therapiekonzepte für Autoimmunerkrankungen aus der Praxis
am Beispiel der Hashimoto-Thyreoiditis

Online-Anmeldung | Veranstaltungsflyer
Veranstalter:
IMD Berlin MVZ
07.10.2020
in Chemnitz
Pathogenese und Labordiagnostik bei Unverträglichkeiten von Zahnersatzmaterialien
und chronischen Kieferentzündungen 

Online-Anmeldung | Veranstaltungsflyer
Veranstalter:
IMD Berlin MVZ
28.10.2020
in München
Autoimmunerkrankungen als Ursache und Folge chronischer Entzündungen
Online-Anmeldung | Veranstaltungsflyer
Veranstalter:
IMD Berlin MVZ

Informationen zu Programm und Referenten sowie zur Anmeldung für diese und weitere Fortbildungsveranstaltungen finden Sie unter: Veranstaltungen



REDAKTION UND INHALTLICHE BETREUUNG

Dr. med. Volker von Baehr (V.vonBaehr@IMD-Berlin.de)
Dr. Cornelia Doebis (Biomarker & Durchflusszytometrie - C.Doebis@IMD-Berlin.de)
Prof. Dr. med. Oliver Frey (Immundefektdiagnostik und Immunphänotypisierung - O.Frey@IMD-Berlin.de)
Dr. Katrin Huesker (Neuro-Endokrino-Immunologie, Immuntoxikologie - K.Huesker@IMD-Berlin.de)
Dr. Brit Kieselbach (Autoimmunologie - B.Kieselbach@IMD-Berlin.de)
Dr. Anna Klaus (Allergie - A.Klaus@IMD-Berlin.de)
Dr. Anne Schönbrunn (Funktionelle Immundiagnostik - A.Schoenbrunn@IMD-Berlin.de)
Dr. Sabine Schütt (Immungenetik - S.Schuett@IMD-Berlin.de)
Andrea Thiem, Praktische Ärztin (Orthomolekulare Medizin - A.Thiem@IMD-Berlin.de)