Newsletter Oktober 2020

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1. NEUES AUS DEM LABOR

Neu: LTT-Impfstoffbestandteile
Das neue LTT-Profil bietet die Möglichkeit, Typ-IV-Sensibilisierungen auf Zusatzstoffe konventioneller Impfstoffe zu erkennen: Aluminium, Neomycinsulfat, Polysorbat, Formaldehyd, Polymyxin B, Latex, Thiomersal (Anforderung „LTT-Impfstoffbestandteile“). Die „Sensibilisierung“ auf den eigentlichen Impfstoff zu untersuchen, ist hingegen nicht sinnvoll, da ein positives Ergebnis der erwünschten zellulären Gedächtnis-Antwort auf den Erreger entspräche

Basophilen-Degranulationstest (BDT) zur Abklärung autoimmun bedingter Urtikaria
er BDT kann ab sofort zur Abklärung einer autoimmunbedingten Chronisch Spontanen Urtikaria (Typ-IIb-CSU) angefordert werden. Sind im Serum des Patienten IgG-Antikörper enthalten, die gegen IgE oder gegen körpereigene IgE-Rezeptoren gerichtet sind, induzieren diese IgG-Antikörper sowohl bei eigenen als auch bei Basophilen Granulozyten eines Fremdspenders die rasche Degranulation u.a. von Leukotrienen. Achtung: Für die Anforderung „BDT bei autoimmun bedingter Urtikaria“ werden zusätzlich zu 4 ml Heparinblut auch 5 ml Vollblut zur Serumgewinnung benötigt. Hintergründe und Details finden Sie in Diagnostikinformation 338.

Neues Befundlayout der Pharmakogenetik und Toxikogenetik
Wir haben die grafische Darstellung unserer pharmakogenetischen und toxikogenetischen Befunde neu gestaltet und bieten Ihnen nun eine farbige, klar strukturierte Zusammenfassung der mit der erhobenen Genetik assoziierten Enzymaktivitäten (siehe Beispielbefund). Der Befundbericht mit detaillierter Ausführung der angewandten Methoden und der ermittelten Genotypen bleibt wie zuvor erhalten. Diese Befunde sind für Sie auch Online über Labgate bzw. die WebApp abrufbar.

Neu: Funktionell relevante Genvarianten des Vitamin-D-Stoffwechsels
Falls unter Substitution freies und Gesamt-Vitamin-D auf niedrigem Niveau persistieren, obwohl Probleme der Resorption ausgeschlossen sind, kann die Ursache in genetischen Veränderungen des Vitamin-D-Stoffwechsels liegen. So verlangsamt eine Variante des Enzyms CYP2R1 die Umwandlung in 25OH-Vitamin-D. Ein anderer Polymorphismus, im CYP24A-Gen, steigert den Abbau von Vitamin D. Beide Varianten führen dazu, dass 25OH-Vitamin-D (sowohl Gesamt- als auch freies) trotz Substitution unzureichend ansteigen. Sie können ab sofort am IMD bestimmt werden (Anforderung „Vitamin-D-Stoffwechselgenetik“, keine Kassenleistung, 1xGOÄ: 233,14 Euro).

Ab November diätetische Aminosäureprofile aus EDTA-Plasma
Ab 01.11.2020 sind Aminosäureprofile verfügbar, die anhand von diätetischen Zielwerten beurteilt werden. Sie umfassen Aminosäuren mit Bedeutung für den Neurotransmitterhaushalt, Muskelaufbau und Immunfunktion. Die Analytik erfolgt aus EDTA-Plasma, das bei Versand über 24 Stunden im Vergleich zu Serum oder EDTA-Vollblut eine bessere Stabilität zeigt. Um das Abtrennen des Plasmas zu erleichtern, senden wir Ihnen gern große EDTA-Röhrchen zu. Anforderung: Aminosäureprofil „Stoffwechsel“ bzw. „Nervensystem“, 1x GOÄ 33,22 Euro je Profil, keine Kassenleistung


2. DIE FRAGE AUS DER PRAXIS

Welche Rolle spielt der Basophilen Degranulationstest (BDT) bei der Ursachenfindung einer Chronisch Spontanen Urtikaria (CSU)?
Die Urtikaria ist ein häufiges Krankheitsbild der Haut, bei dem es durch verschiedenartige Auslöser zur vermehrten Freisetzung von vasoaktiven Mediatoren (z.B. Histamin) aus den Haut-Mastzellen kommt. Als Folge entstehen juckende Rötungen, Quaddeln und/oder Angioödeme. Bleiben die Symptome länger als 6 Wochen bestehen, spricht man von einer chronischen Urtikaria. Häufigster Typ ist die Chronisch Spontane Urtikaria (CSU), bei der die Degranulation der Mastzellen oft über autoimmune Mechanismen ausgelöst wird, wie z.B. bei der CSU vom Typ IIb durch IgG-Antikörper, die gegen das körpereigene IgE oder den IgE-Rezeptor gerichtet sind (siehe Abbildung). Das Diagnosekriterium einer Typ-IIb-CSU ist bisher der sogenannte autologe Serumtest, bei dem das patienteneigene Serum in die Haut injiziert und die mögliche Quaddelbildung beobachtet wird. Solche Tests können für den Patienten sehr unangenehm sein und sind z.B. unter Anti-Histaminika-Einnahme beeinträchtigt. Der Basophilen Degranulationstest (BDT) bietet als „in vitro Provokationstest“ entscheidende Vorteile. Sind im Patientenserum die Autoantikörper gegen das auch auf den Basophilen Granulozyten gebundene IgE oder den IgE-Rezeptor vorhanden, so führt dessen Bindung daran unmittelbar zur Freisetzung der klassischen Mediatoren, zu denen auch die Leukotriene gehören. Diese werden im BDT gemessen. Somit kann der risikobehaftete in-vivo-Test vermieden werden. Ist die Typ IIb-CSU nachgewiesen, kann der Behandler seine Therapie dem Schweregrad entsprechend anpassen und z.B. die kontinuierliche Dosis an Antihistaminika erhöhen, da häufiger mit Angioödemen zu rechnen ist. Des Weiteren können Therapien mit anti-IgE-Ak (z.B. Omalizumab, Ligelizumab) zum Einsatz kommen, die direkt die Bindung von IgE an den IgE-Rezeptor erschweren und indirekt zur Verringerung der IgE-Rezeptoren an der Zelloberfläche führen. Aufgrund des hohen Leidensdrucks von CSU- Patienten ist in jedem Fall eine Diagnostik zur Ursachenfindung angeraten. Weitere Details über die CSU und die Durchführung der Laboruntersuchung bietet Ihnen die neue Diagnostikinformation 338


3. FÜR SIE GELESEN

Kreuzreaktivität von T-Zell-Antworten bei SARS-CoV2
Im Sommer wurde von einer Berliner Arbeitsgruppe nachgewiesen, dass auch Personen ohne jeglichen Kontakt zu dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV2 eine T-Zellreaktivität gegen das Virus aufweisen können (Braun et al., Nature 2020, Online-Vorabpublikation). Verursacht wird dies durch die Ähnlichkeit der Antigene von SARS-CoV2 mit den endemischen Coronaviren, die die Ursache von bis zu 20 % der normalen Erkältungen sind. Im Gegensatz zu Antikörpern „erkennen“ T-Zellen nicht die dreidimensionalen Strukturen von Eiweißen, so dass die Kreuzreaktivität zu ähnlichen Antigenen viel höher ist. Interessanterweise war die T-Zell-Reaktivität der Gesunden vorwiegend auf diejenigen Bereiche eines Virusproteins gerichtet, die bei allen Coronaviren recht ähnlich ist. Bei Patienten mit COVID-19 kam es hingegen auch zu Reaktionen gegen Proteinbestandteile, die nur im SARS-CoV2 vorkommen. Basierend auf dieser Arbeit haben wir am IMD Berlin einen LTT auf SARS-CoV2 entwickelt, mit dem diese T-Zell-Antworten bestimmt werden können und auch zwischen den spezifischen Reaktionen und den Kreuzreaktionen unterschieden werden können (Anforderung „LTTSARS-CoV2“, COVID-19-Bogen). Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Diagnostikinfo 337.

Fleischallergie: eine Diagnostische Herausforderung durch ungewöhnliches Beschwerdebild
Eine Allergie gegen Fleisch von Säugetieren galt lange als ein seltenes Phänomen, das überwiegend in Verbindung mit einer Haustierallergie bei atopischen Kindern vorkommt. Klinik und Diagnostik dieser Allergie wurden nun in einer amerikanischen Studie genau untersucht und dargestellt (Wilson et al., J Allergy Clin Immunol Pract 2019; 7: 2348-2358). Die Mehrheit der 261 untersuchten Patienten (> 95 %) zeigten spezifische IgE-Antikörper gegen das Oligosaccharid Galactose-alpha-1,3-Galactose (alpha-Gal). Dieses Antigen kommt auf der Zelloberfläche aller Säugetiere, jedoch nicht bei Primaten vor. IgE gegen alpha-Gal wurde bei Atopikern und Nicht-Atopikern gleichermaßen nachgewiesen. Die Beschwerden traten meist (bei 58 % der Patienten) nach dem 40. Lebensjahr auf. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Sensibilisierung häufig bei Übertragung von alpha-Gal durch einen Zeckenbiss ausgelöst wird. Diagnostisch herausfordernd ist diese Art der Fleischallergie, da sie sich zum einen für eine Sofort-Typ-Allergie ungewöhnlich spät manifestieren kann (3-6 Std. nach Verzehr) und zum anderen nicht immer mit Magen-Darm-Beschwerden assoziiert ist. Bei fast allen Patienten (93 %) löst der Fleischverzehr eine Urtikaria aus. Häufig kann es zu Anaphylaxien kommen (60 %), deren spätes Auftreten nicht selten zur Fehldiagnose einer idiopathischen Anaphylaxie führen kann. Die zu erwartenden Magen-Darm-Beschwerden werden von einer Mehrzahl der Patienten (64 %) beschrieben, treten aber nur äußerst selten (3 %) isoliert auf. Da in dieser Studie weder eine Korrelation des alpha-Gal-Syndroms zum atopischen Hintergrund, dem Alter oder der Blutgruppe der Patienten noch zur Symptomschwere oder Zeitpunkt der ersten Symptome herstellen lässt, empfiehlt sich bei jedem Verdacht einer allergischen Reaktion nach Verzehr von rotem Fleisch, auch unabhängig von Magen-Darm-Beschwerden, die Untersuchung von spezifischem IgE gegen alpha-Gal (o215, auf S. 3 unseres 4-seitigen Allergiescheines). Seite 5).


4. FORTBILDUNGSVERANSTALTUNGEN

Online-Veranstaltungen

Online-Fortbildungen (Webinare)
Reihe Neuro-Endokrino-Immunologie
 
28.10.2020
15 - 16 Uhr
Neutrophile Granulozyten - Bedeutung für die Immunabwehr Dr. rer. nat. Cornelia Doebis
18.11.2020
15 - 16 Uhr
Lithium als Spurenelement – neue Erkenntnisse zur Funktion im zentralen Nervensystem Dr. rer. nat. Katrin Huesker
  Das gesamte Programm finden Sie unter: Veranstaltungen

Online-Kongress
                                                                                                                                                                                                                   &nbssp;                                                                       
27.02.2021
10 - 17 Uhr                  
11. Norddeutsches Symposium für klinische Umweltmedizin                                                                                                                                                                                  
Programm und Anmeldung
Deutscher Berufsverband Klinischer Umweltmediziner e. V.      
Online-Seminare

                                                                                                                                                                                                                                   
28.10.2020
19 - 21 Uhr 
Vitamin D in der Schwangerschaft – wichtig für Mutter und Kind
Anmeldung
Prof. Dr. med. Berthold Hocher
11.11.2020
19 - 21 Uhr
Weizen: Allergie, Zöliakie oder Unverträglichkeit? Unterschiede in Diagnostik und Therapie
Anmeldung
Dr. rer. nat. Anna Klaus
Dr. rer. nat. Anne Schönbrunn
18.11.2020
19 - 21 Uhr 
„Hashimoto - Klimawandel im System Mensch“- Fälle aus der Praxis
Anmeldung
Dr. med. Helena Orfanos-Boeckel
Ärztin Andrea Thiem
25.11.2020
19 - 21 Uhr
Vitamin B12 – nicht nur Muntermacher, sondern bei Mangel ein echter Risikofaktor.
Eine B12-Unterversorgung gezielt erkennen und therapieren!

Anmeldung
Ärztin Andrea Thiem
Dr. rer. nat. Brit Kieselbach
09.12.2020
19 - 21 Uhr
Jod als Spurenelement - was sagen Studien zur Wirkung außerhalb der Schilddrüse?
Anmeldung
Dr. rer. nat. Katrin Huesker

 

 

 

 

 

 

 

Präsenz-Vorträge und -Tagungen  

21.-22.11.2020
Berlin

Darmkongress 2020                                            
Programm und Anmeldung                                                                                                                                                                                                  

Vitalinstitut.de                                                             
05.12.2020
Berlin
Heck Bio-Pharma Therapeutentreffen 2020
Programm und Anmeldung
IMD Berlin MVZ

Kurse und Curricula


23.-25.10.2020
Potsdam
Spezialkurs Angewandte Immunologie                                                                                                                                                                                          
Programm und Anmeldung               

Dr. Marco Schmidt, Medizin 3.0

20.-21.11.2020
Potsdam
Ganzheitliche Zahnmedizin
Programm und Anmeldung

Dr. Marco Schmidt, Medizin 3.0
  Angewandte Funktionelle Immunologie  Kurs III: Entgiftung, Genetik/Epigenetik, Cardiometabolic   
04.12.2020
Werder/Havel
Kurs III: Entgiftung, Genetik/Epigenetik, Cardiometabolic IMD Berlin MVZ
12.-14.03.2021
Werder/Havel
Kurs I - Grundlagen Orthomolekulare Medizin und Mikrobiom  
23.-25.04.2021
Werder/Havel
Kurs II - Immunologie, Neuroendokrinologie, Ernährung  
28.-30.05.2021
Werder/Havel
Kurs III - Entgiftung, Genetik/Epigenetik, Cardiometabolic  
24.09.-1.10.2021
Nauen
Kompaktseminar

Programm und Anmeldung
 
  Medizinische Fachausbildung für Heilpraktiker „Die Therapie therapieresistenter Patienten“  
15.-16.01.2021
Berlin
Kurs 1 - Einführung in die Integrative Umweltmedizin/Umweltzahnmedizin Dr. med. Astrid Kohl
12.-13.02.2021
Berlin
Kurs 2 - Thema Chronische Entzündung (inkl. Laborführung)  
12.-13.03.2021
Berlin
Kurs 3 - Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Diagnostik  
16.-17.04.2021
Berlin
Kurs 4 - Grundlagen der Genetik und die Bedeutung in der Praxis

Programm und Anmeldung
 
  Weiterbildung der Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie (KMT) „KMT-Curriculum“  
07.11.2020
Online
Kurs 3 - Der chronisch metallvergiftete Patient Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie e.V.     
08.11.2020
Online
Kurs 4 - EDTA-Chelat-Therapie bei Durchblutungsstörungen  
28.11.2020
Düsseldorf
Kurs 5 - Repetitorium und Prüfung  
13.03.2021
Frankfurt
Kurs 1 - Physiologische und toxikologische Wirkung von Metallen  
14.03.2021
Frankfurt
Kurs 2 - Diagnostischer und therapeutischer Einsatz von Chelatoren  
08.05.2021
Frankfurt
Kurs 3 - Der chronisch metallvergiftete Patient  
09.05.2021
Frankfurt

Kurs 4 - EDTA-Chelat-Therapie bei Durchblutungsstörungen

 
  Programm und Anmeldung  

Informationen zu Programm und Referenten sowie zur Anmeldung für diese und weitere Fortbildungsveranstaltungen finden Sie unter: Veranstaltungen


5. REDAKTION UND INHALTLICHE BETREUUNG

Dr. med. Volker von Baehr (V.vonBaehr@IMD-Berlin.de)
Dr. Cornelia Doebis (Biomarker & Durchflusszytometrie - C.Doebis@IMD-Berlin.de)
Prof. Dr. med. Oliver Frey (Immundefektdiagnostik und Immunphänotypisierung - O.Frey@IMD-Berlin.de)
Dr. Katrin Huesker (Neuro-Endokrino-Immunologie, Immuntoxikologie - K.Huesker@IMD-Berlin.de)
Dr. Brit Kieselbach (Autoimmunologie - B.Kieselbach@IMD-Berlin.de)
Dr. Anna Klaus (Allergie - A.Klaus@IMD-Berlin.de)
Dr. Anne Schönbrunn (Funktionelle Immundiagnostik - A.Schoenbrunn@IMD-Berlin.de)
Dr. Sabine Schütt (Immungenetik - S.Schuett@IMD-Berlin.de)
Andrea Thiem, Praktische Ärztin (Orthomolekulare Medizin - A.Thiem@IMD-Berlin.de)