Newsletter Mai 2024

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NEUES AUS DEM LABOR

Aktuelle Empfehlungen zur Handhabung von Zonulin-Blutproben
Untersuchungen im Rahmen einer Methodenumstellungen haben gezeigt, dass eine längere Transportdauer von Vollblut die Messergebnisse von Zonulin im Serum beeinträchtigen kann. Um die Genauigkeit der Zonulinmessungen zu gewährleisten, bitten wir Sie sicherzustellen, dass die Blutproben innerhalb von 24 Stunden nach der Entnahme unser Labor erreichen. Bitte nutzen Sie hierfür unseren kostenlosen Kurierservice und verzichten Sie auf den Postversand.

Aktualisierung der Methodik zur Bestimmung der freien Leichtketten im Serum und Urin
Der bisher verwendete Test für freie Leichtketten (Freelite®) galt lange als Goldstandard für die Diagnose und Überwachung des Multiplen Myeloms. Mit der Einführung neuer EU-Vorschriften und dem Auslaufen der Unterstützung des Messsystems durch Siemens wurde eine Umvalidierung des Laborparameters erforderlich. Wir haben die verfügbaren Testverfahren genau evaluiert. Hierbei zeigte der ELISA von Sebia eine sehr gute Vergleichbarkeit mit Freelite® und überlegene analytische Eigenschaften. Daher werden wir die freien Leichtketten zukünftig mit dieser Methode analysieren. Mehr Details entnehmen Sie gern der Einsenderinformation.

Veranstaltungshinweis: „Mitochondriale Medizin für die Praxis“ am 25.05. in Rostock
Das eintägige Präsenzseminar stellt Ursachen und Therapiemöglichkeiten mitochondrialer Erkrankungen in den Fokus. Freuen Sie sich auf Vorträge und Diskussionen mit hochkarätigen Referenten: Link zu Programm und Anmeldung.

Neues Webinar online: „Das FGF23-PTH-Vitamin D-System“
Prof. Hocher hat das aktuelle Wissen um die Interaktion zwischen Niere, Knochen und Gefäßsystem in einem Vortrag zusammengefasst und aufgezeichnet. Wie unsere anderen Webinare auch ist das neue Video in der inflammatiothek, unserem Webinar-Archiv, frei zugänglich: Link zum Video.

Aufzeichnung eines Vortrags von Prof. Michael Nehls online frei verfügbar
Im Rahmen des IC Forums 2024, einer Konferenz des Schweizer Außenministeriums, sprach Prof. Nehls u.a. über den Einfluss bestimmter Mikronährstoffe, insbesondere Vitamin D und Lithium, auf die mentale Gesundheit und kognitive Leistungsfähigkeit. Die Aufzeichnung ist im englischen Original und in der deutschen Simultanübersetzung auf YouTube zugänglich: Link zum Video auf Englisch und Deutsch.

LABORPARAMETER – NEU ERKLÄRT

Die CD31-Thymusreserve als Marker der immunologischen Alterung
Im Thymus entwickeln sich aus Stammzellen T-Lymphozyten, die als naive T-Zellen in den Blutkreislauf entlassen werden. Sie sind für die Leistungsfähigkeit des adaptiven Immunsystems von großer Bedeutung. Auf ihrer Zelloberfläche tragen diese neu entstandenen T-Zellen das Protein CD31. Da CD31 bei der Zellvermehrung nicht auf die Tochterzelle übertragen wird, kann CD31 als Marker zur Differenzierung zwischen neu entstandenen und älteren naiven-T-Zellen genutzt werden. Während die Gesamtzahl naiver T-Zellen im Verlauf des Lebens relativ konstant bleibt, sinkt der Anteil an CD31-positiven Zellen aufgrund der Rückbildung des Thymus mit fortschreitendem Alter. Es handelt sich dabei um einen natürlichen Alterungsprozess, der von weiteren, zum Teil  veränderlichen Faktoren beeinflusst wird. Infektionen, hormonale Veränderungen und immunsuppressive Maßnahmen wie Chemooder Strahlentherapie senken die Thymusfunktion und dadurch die Entstehung neuer T-Zellen. Auch Stress, Übergewicht und vermehrte/häufige Kalorienzufuhr werden mit einer gesenkten Thymusfunktion und einem reduzierten Anteil CD31-positiver Zellen in Verbindung gebracht. Die Bestimmung der CD31-Thymusreserve kann daher genutzt werden, um die individuell vorliegende Thymusaktivität und damit die Auswirkungen altersunabhängiger Einflüsse zu beurteilen.

DIE FRAGE AUS DER PRAXIS

Was sagt ein Dysbiose-Index aus?
Als Dysbiose bezeichnet man einen Zustand, bei dem die Zusammensetzung der Darmbakterien von dem „gesunden Normal“ abweicht. Ein Dysbiose-Index ist der Versuch den Zustand der Dysbiose und die Schwere dieses Zustands mit einer Nummer zu beziffern. So einen Index zu erstellen ist nicht trivial, da das Mikrobiom auch bei gesunden Menschen großen individuellen Schwankungen unterliegt. Der Dysbiose-Index muss also sorgfältig klinisch validiert werden, damit er eine gute Aussagekraft hat. Der Dysbiose-Index, den Sie auf unseren Befunden finden, kommt wie folgt zustande: Durch den Vergleich des Mikrobioms von gesunden Menschen mit dem von Erkrankten (z.B. Reizdarmpatienten oder Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen), wurde im Vorfeld ein gesundes Kernmikrobiom europäischer Erwachsener ermittelt. Dieses Kernmikrobiom wird als Grundlage für die Berechnung eines Dysbiose-Indexes herangezogen. Je mehr der gemessenen Bakterien vom „gesunden Normal“ abweicht, umso höher wird der Index. Er sagt allerdings noch nichts über die Art Bakterien aus, die diese Abweichungen verursachen. Deshalb ist neben dem Dysbiose-Index auch die Messung von wichtigen funktionellen Eigenschaften der Bakterien wichtig. Dazu gehört z.B. die Bildung einer bakteriellen Schutzschicht über dem Darmepithel, welche die Anheftung von Pathogenen und Toxinen an Epithelzellen und damit ihre Schädigung verhindert (= Kolonisationsresistenz).

Ausschnitt aus dem molekulargenetischen Mikrobiotaprofil mit Dysbiose in mittelstarker Ausprägung (Dysbiose-Index = 3), verminderten butyratbildenden Bakterien und verminderter Kolonisationsresistenz.

WISSENSCHAFT AM IMD

Immunaktivierung und Nierenfunktion – wie viel Entzündung ist gesund?
Die Aktivierung des NFkB-Signalwegs resultiert in der Bildung proentzündlicher Zytokine und anderer Entzündungsmediatoren. Der Bedeutung der NFkB-induzierten Entzündungsreaktion für chronische Nierenerkrankungen gingen Wissenschaftler der Universität Heidelberg, der Jinan University, Guangzhou, China, und des IMD Berlin in einer aktuellen Forschungsarbeit nach (Link zum Volltext). Sie untersuchten dazu die Auswirkungen einer teilweisen NFkB-Inaktivierung bzw. -Aktivierung im Mausmodell auf das Nierengewebe und auf Parameter der Nierenfunktion. Wie erwartet traten vermehrt Entzündungszeichen im Nierengewebe der NFkB-aktivierten Mäuse im Vergleich zu den NFkB-inaktivierten Mäusen auf. Überraschend jedoch ergaben die Daten eine U-förmige Beziehung zwischen Blutdruck, Nierenfunktion und -morphologie und der Aktivierung des NFkB-Signalwegs (Link zur graphischen Darstellung). Dieses Ergebnis spricht dafür, dass eine adäquate NFkB-vermittelte Entzündungsantwort für den Erhalt der Nierenfunktion wichtig ist. In zukünftigen klinischen Studien muss die Relevanz dieser Beobachtungen für den Menschen gezeigt werden. Auch beim Menschen könnte eine zu starke pharmakologische Hemmung des NFkB -Signalwegs nachteilig sein.

FÜR SIE GELESEN

Mitochondriale Dysfunktion und Coenzym Q10-Supplementierung bei Post-Covid
Das postvirale Erschöpfungssyndrom (PVFS) umfasst ein breites Spektrum komplexer neuroimmunologischer Symptome wie ausgeprägte Erschöpfbarkeit, Myalgien und Gelenkschmerzen, kognitive Beeinträchtigungen, nicht-erholsamen Schlaf, autonome Funktionsstörungen und neuropsychiatrischen Symptome. Zu dem Erkrankungskomplex gehört neben Post-Covid-19 auch die myalgische Enzephalomyelitis (chronisches Müdigkeitssyndrom - ME/CFS). Angesichts des derzeitigen Mangels an wirksamen Behandlungen besteht die Notwendigkeit, neue therapeutische Strategien für diese Erkrankungen zu entwickeln. Aufgrund ihrer entscheidenden Rolle im zellulären bioenergetischen Stoffwechsel haben die Mitochondrien als mögliches therapeutisches Target die Aufmerksamkeit der Forschung auf sich gezogen. Eine wachsende Zahl an Studien deutet auf einen Zusammenhang zwischen mitochondrialer Dysfunktion und „silent inflammation“ bei ME/CFS und Post-Covid hin. Das aktuelle Wissen über die Rolle der mitochondrialen Dysfunktion in der Pathogenese postviraler Erschöpfungssyndrome fasst eine neue Übersichtsarbeit zusammen (Mantle et al., International Journal of Molecular Sciences 2024; 25: 574). Der Artikel diskutiert dabei auch die Wirksamkeit einer Coenzym Q10-Supplementierung als therapeutische Strategie.

Niedriges Vitamin D bei Neugeborenen prädisponiert für Ekzeme in den ersten 25 Lebensjahren
Vitamin D-Mangel der Mutter während der Schwangerschaft steigert nachweislich das Risiko des Neugeborenen für die Entwicklung von Ekzemen. Bisher fehlten jedoch Daten zu Längsschnittassoziationen. Eine australische Forschergruppe hat daher 25OH-Vitamin D-Spiegel bei 223 Neugeborenen mit hohem Allergierisiko bestimmt und das Auftreten von Ekzemen über 25 Jahre nachverfolgt (Zeng et al., Nutrients 2024, 16, 1303). Der Median der Vitamin D-Konzentrationen der Neugeborenen betrug 32,5 nmol/l. Jeder Anstieg um 10 nmol/l war verbunden mit einer um 26 % verringerten Wahrscheinlichkeit eines früh einsetzenden persistierenden Ekzems. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass höhere neonatale 25OH-Vitamin D-Spiegel – Spiegelbild der mütterlichen Vitamin-D-Versorgung in der Schwangerschaft – das Risiko für ein persistierendes Ekzem im Leben des Kindes senken. Bei der Labordiagnostik der Vitamin D-Versorgung der Mutter ist zu beachten, dass in der Schwangerschaft aufgrund der vermehrten Bildung von Bindungsproteinen nur das freie Vitamin D ein aussagekräftiges Ergebnis liefert (Link zur DiagnostikInformation).

FORTBILDUNGEN

Online-Seminare

12.06.2024    
19 - 21 Uhr

„Stress“ als Triggerfaktor entzündlicher Multisystemerkrankungen –
welche Labortests eignen sich zu Objektivierung und Verlaufskontrolle?

Programm und Anmeldung 
 

Dipl.-Biochem. Christine Lenz 
Ärztin Andrea Thiem 
18.09.2024
19 - 21 Uhr
Metallbelastung als Mit-Auslöser von Autoimmunerkrankungen?
Neue Erkenntnisse angewandt in Diagnostik und Therapie!

Programm und Anmeldung
 
Volker Engelhardt
Dr. rer. nat. Katrin Huesker
Dr. rer. nat. Brit Kieselbach
09.10.2024
19 - 21 Uhr
Zytokinmessungen in Stuhl und Speichel – Indikationen und diagnostische Bedeutung
Programm und Anmeldung
 
Dr. rer. nat. Cornelia Doebis 
Dipl.-Biochem. Christine Lenz 
Dr. rer. nat. Anne Schönbrunn
 
13.11.2024
19 - 21 Uhr
Ausflug in die Autoimmundiagnostik - Befundinterpretation anhand
klassischer und ungewöhnlicher Patientenfälle

Programm und Anmeldung
 
Dr. rer. nat. Brit Kieselbach
11.12.2024
19 - 21 Uhr
Können Omega-3-Fettsäuren auch kontraindiziert sein?
Adäquate Supplementierung bei oxidativem Stress und Mitochondriopathie

Programm und Anmeldung

 
Dr. rer. nat. Katrin Huesker
Ärztin Andrea Thiem 
in Kooperation mit NORSAN GmbH

Präsenz-Fortbildungen

25.05.2024
in Warnemünde

7. Rostocker Tag „Mitochondriale Medizin für die Praxis“
Programm und Anmeldung
 
PD Dr. med. Bodo Kuklinski & Wolfgang Bönsch
07. - 08.06.2024
in Berlin 

dbu: Refresher-Kurs Toxikologie
Programm und Anmeldung
 

Deutscher Berufsverband
Klinischer Umweltmediziner e.V.
26.06.2024
in Berlin
Mikrobiomanalysen und Atemgastests in der Darmdiagnostik
Programm und Anmeldung

 
IMD Berlin MVZ
10.07.2024
in Berlin
Stuhldiagnostik am Puls der Zeit
Programm und Anmeldung

 
IMD Berlin MVZ
08. - 09.11.2024
in Berlin-Blankenfelde
22. Umweltmedizinische Jahrestagung | Immunsystem und Ernährung
Programm und Anmeldung

 
Deutscher Berufsverband Klinischer Umweltmediziner e.V.

Kurse und Curricula

Ausbildung zum Therapeuten für Funktionelle Medizin
Termine und Anmeldung
 
Europäische Gesellschaft Funktionelle Medizin e.V.
Ausbildung zum Orthomolekular-Therapeuten
Termine und Anmeldung

 
Forum Orthomolekulare Medizin in Prävention
und Therapie e.V.
DEGUZ Kompakt-Curriculum Umwelt-ZahnMedizin
Termine und Anmeldung
 
Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e.V.
Kairos-Inspirationstage: Erfüllung und Selbstbestimmung im Heilberuf
Termine und Anmeldung
 
Kairos –
Institution für medizinische und persönliche Transformation
Multisystemerkrankungen
Termine und Anmeldung
 
Medizin 3.0. 
Dr. rer. nat. Marco Schmidt
Weiterbildung der Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie (KMT)
„KMT-Curriculum“

Programm und Anmeldung
 
Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie e.V.

Informationen zu Programm und Referenten sowie zur Anmeldung für diese und weitere Fortbildungen finden Sie unter:  Fortbildungen

REDAKTION UND INHALTLICHE BETREUUNG

Dr. med. Volker von Baehr ()
Dr. rer. nat. Cornelia Doebis (Biomarker & Durchflusszytometrie - )
Prof. Dr. med. Oliver Frey (Immundefektdiagnostik & Immunphänotypisierung - )
Prof. Dr. med. Berthold Hocher (Endokrinologie - )
Dr. rer. nat. Katrin Huesker (Spurenelemente & Metalle -
Dr. rer. nat. Brit Kieselbach (Autoimmunologie - )
Dr. rer. nat. Anna Klaus (Allergie - )
Dr. rer. nat. Christiane Kupsch (Mikrobiomanalytik - )
Dr. rer. nat. Anne Schönbrunn (Funktionelle Immundiagnostik - )
Dr. rer. nat. Sabine Schütt (Immungenetik - )
Andrea Thiem, Praktische Ärztin (Mikrobiom & Orthomolekulare Medizin - )