Newsletter Februar 2026

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NEUES AUS DEM LABOR

Neu am IMD: Leptin-Messung im Serum
Leptin ist ein von Adipozyten gebildetes Hormon, das wesentlich an der Steuerung von Hunger, Energieverbrauch und Körpergewicht beteiligt ist. Die Bestimmung der Leptinkonzentration im Serum ermöglicht die Einschätzung der individuellen Stoffwechselregulation und kann Hinweise auf Zustände wie Leptin-Resistenz oder andere hormonelle Dysbalancen geben, insbesondere im Kontext von Adipositas und Gewichtsregulationsstörungen. Der Parameter ist nun am IMD etabliert (1x GOÄ 29,14 Euro, keine Kassenleistung).

4. IMD-Kongress „Herz- und Gefäßgesundheit – über den Tellerrand hinaus“
Unsere Referenten zeigen in Ergänzung leitliniengerechter Therapien neue Vorsorge- und Behandlungskonzepte auf, die bisher nicht im Fokus stehen, trotz ausgezeichneter wissenschaftlicher Grundlage. Dabei geht es z.B. um den Einfluss des vegetativen Nervensystems, des Hormonsystems, toxischer Metalle und des Mikrobioms auf unser Herz und unsere Blutgefäße. Aus diesen Zusammenhängen ergeben sich ganzheitliche und individualisierte Präventions- und Therapieansätze rund um Ernährung, Bewegung, Vermeidung von Umweltbelastungen, Entgiftung und Mikronährstoffversorgung. Hier gibt es eine sehr gute Studienlage, die nun Eingang findet in die tagtägliche Praxis der Patientenversorgung. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme am 17./18. April in Berlin (Link zu Programm und Anmeldung).

LABORPARAMETER – NEU ERKLÄRT

IL-18 im Stuhl, Funktionsmarker der Darmschleimhaut
Interleukin-18 (IL-18) wird im Gegensatz zu anderen Interleukinen konstitutiv von Darmepithelzellen ausgeschüttet. Es fördert die Epithelregeneration und die Produktion von Muzin, sekretorischem IgA und antimikrobiellen Peptiden. Auf diese Weise reguliert IL-18 die Zusammensetzung der Mikrobiota und die Darmbarrierefunktion mit. Niedrige Werte im Stuhl weisen auf verminderte Resilienz der Darmschleimhaut, Dysbiose und Permeabilitätsstörungen hin – nicht selten im Zusammenhang mit einem Mangel an kurzkettigen Fettsäuren (insbesondere Butyrat). Erhöhtes Il-18 spricht dagegen für ein proinflammatorisches Geschehen. IL-18 im Stuhl eignet sich damit als Marker zur differenzierten Beurteilung der Schleimhautfunktion und der entzündlichen Aktivität im Darm. Weiterführende Details finden Sie in unserer Diagnostik-Information (Link zum PDF).

DIE FRAGE AUS DER PRAXIS

Bedeutet ein positiver ANA immer die Diagnose „Rheuma“?  
ANA (anti-nukleäre Antikörper) gelten als diagnostische Marker-Antikörper für systemische rheumatische Autoimmunerkrankungen (Kollagenosen). Diese Autoantikörper sind jedoch nicht spezifisch, was bedeutet, dass sie auch bei Personen ohne rheumatische Erkrankung vorkommen können. Zur Einordnung des Laborbefundes ist es wichtig, neben dem ANA-Titer auch das Fluoreszenzmuster des ANA zu beachten. Eines der häufigsten Muster ist das sogenannte „dicht fein granuläre“ Muster (AC-2). Es wird durch Antikörper gegen das Protein DFS70 verursacht. Diese ANA sind nicht krankheitsspezifisch und kommen bei gesunden Menschen sogar häufiger vor als bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Autoimmunerkrankungen. Werden ausschließlich DFS70-Antikörper nachgewiesen, ohne weitere für Kollagenosen typische ANA (zum Beispiel dsDNA-Antikörper) und ohne passende Beschwerden, spricht der Befund eher gegen das Vorliegen einer Kollagenose! Daher dürfen positive ANA nicht automatisch als „Rheuma“ interpretiert werden, sondern sollten immer  ihrem Fluoreszenzmuster entsprechend differenziert werden.

WISSENSCHAFT AM IMD

Systemische Metallbelastung bei revisionspflichtigen Endoprothesen
Eine Studie der Charité unter Beteiligung des IMD zeigt, dass Personen, die sich der Revision einer Knieendoprothese unterziehen müssen, signifikant erhöhte Metallkonzentrationen (Kobalt, Chrom, Titan, Niob und Zirkonium) im EDTA-Vollblut aufweisen (Link zur Originalarbeit). Dabei waren bei Versagen gekoppelter (constrained) Implantate die Metallspiegel höher als bei ungekoppelten Prothesen. Insgesamt belegt die Studie eine systemische Metallbelastung bei fehlgeschlagenem Kniegelenkersatz, weist jedoch darauf hin, dass klinisch relevante Grenzwerte und biologische Auswirkungen weiter untersucht werden müssen.

FÜR SIE GELESEN

Lipopolysaccharid-bindendes Protein (LBP) im Serum als Frühmarker „metabolischer Endotoxämie“ 
Eine japanische Studie zeigt, dass die am LBP erkennbare Endotoxämie die Entwicklung eines metabolischen Syndroms vorhersagen kann (Tomooka et al., J Epidemiol. 2024; 34: 1–7). Untersucht wurden rund 1900 Personen mittleren Alters, die zu Studienbeginn nicht an metabolischem Syndrom litten. Sie wurden nach ihrer LBP-Konzentration im Serum in Quartile eingeteilt. Im fünfjährigen Beobachtungszeitraum entwickelten 159 Teilnehmende ein metabolisches Syndrom. Auffällig war dabei der signifikante Anstieg der Inzidenz in den zu Studienbeginn höheren LBP-Quartilen. Auch multivariat adjustiert war anfänglich höheres LBP im Serum über den Fünfjahreszeitraum mit einem erhöhten Risiko für metabolisches Syndrom assoziiert. Diese Ergebnisse untermauern die Bedeutung von LBP als Marker einer aus dem Darm herrührenden systemischen LPS-Exposition („low-grade endotoxemia“). Eingebunden in die Entzündungsantwort stellt LBP ein potentielles Regulationsglied der Achse zwischen Darmbarriere, chronischer Inflammation und Insulinresistenz dar. In der klinischen Praxis könnte die Bestimmung von LBP im Serum daher präventive Maßnahmen unterstützen, bei metabolisch Gesunden die Entwicklung einer metabolischen Endotoxämie aufzuhalten. 

Kalorienrestriktion und Telomere – was bedeutet das für Prävention und „Healthy Aging“? 
Eine Studie untersuchte den Effekt einer moderaten Kalorienreduktion (ca. 25 % weniger Energie) bei gesunden, nicht-adipösen Erwachsenen auf Alterungsprozesse (Hastings et al., Aging Cell. 2024; 23: e14149). Die biologische Alterung wurde nach 12 und 24 Monaten anhand der Telomerlängen sowie über einen DNA-Methylierungs-basierten Telomer-Algorithmus (DNAmTL) objektiviert. Die Ergebnisse zeigen ein phasenabhängiges Bild: Im ersten Jahr (mit Gewichtsabnahme) fand sich in der Standardanalyse kein klarer Unterschied zur Kontrollgruppe; bei stärker umgesetzter Restriktion war sogar eine stärkere Verkürzung der DNAmTL erkennbar. Im darauffolgenden Jahr (Gewicht eher stabil) ging die Kalorienrestriktion zwar tatsächlich mit geringerer Telomerverkürzung einher, doch ergab sich über den Beobachtungszeitraum von 24 Monaten kein eindeutiger Nettoeffekt. Damit bleibt die Frage offen, ob der im zweiten Jahr beobachtete günstige Effekt in den Folgejahren persistiert und eine langfristige Kalorienrestriktion die biologische Alterung nachhaltig verlangsamen kann. Zur Einschätzung von Alterungsprozessen über Labormarker eignet sich in der klinischen Praxis eine Kombination der Telomerlängen-Bestimmung mit Entzündungsmarkern (z.B. hsCRP, IL-6), Longevity Biomarkern wie GDF-15 und alpha-Klotho sowie kardiometabolischen Parametern wie LDL-Cholesterin, HbA1c, AGE´s und HOMA-Index.

FORTBILDUNGEN

Online-Seminare
 
25.02.2026
18 - 20 Uhr
Longevity/Gesund altern – bewährte und neue Labordiagnostik
Programm und Anmeldung
Dr. rer. nat. Anne Schönbrunn
Dr. med. Volker von Baehr
18.03.2026
18 - 20 Uhr
Herzgesund durch Laborwissen: Neue Wege der Prävention
Programm und Anmeldung
Prof. Dr. med. Oliver Frey
22.04.2026
18 - 20 Uhr
Mehr als Knochendichte: Osteoporose – Update zu metabolischen Einflussfaktoren, Stoffwechsel, Hormonen und Mikronährstoffen
Programm und Anmeldung
Prof. Dr. med. Berthold Hocher
29.04.2026
18 - 20 Uhr
Komplementäre Behandlungsstrategien in der Onkologie
Programm und Anmeldung
Dr. med. Axel Widing
Dr. rer. nat. Cornelia Doebis
Andrea Thiem
20.05.2026
18 - 20 Uhr
Zelluläre Immunprofile bei angeborenen und erworbenen Immundefekten, Autoimmunerkrankungen und chronischen Infektionen – Vorstellung von klassischen Befundkonstellationen
Programm und Anmeldung
Dr. rer. nat. Cornelia Doebis
Dr. med. Volker von Baehr
03.06.2026
18 - 20 Uhr
Die Bedeutung von Selen in der Prävention altersassoziierter Erkrankungen – klinische Daten, Pathomechanismen und aussagekräftige Labordiagnostik
Programm und Anmeldung
Prof. Dr. Lutz Schomburg
Dr. rer. nat. Katrin Huesker
10.06.2026
18 - 20 Uhr
Wieviel Training ist gesund? Was Blut- und Urinwerte über Belastung und Regenerationsfähigkeit verraten
Programm und Anmeldung
Andrea Thiem
Dipl.-Biochem. Christine Lenz
Dr. rer. nat. Katrin Huesker
09.09.2026
18 - 20 Uhr
Wenn die Gelenke schmerzen - Differentialdiagnostik bei Arthralgien
Programm und Anmeldung
Prof. Dr. med. Oliver Frey
Dr. rer. nat. Brit Kieselbach
Neu aufgezeichnete Webinare
 
  Jan 2026Metalle, GPCR-Autoantikörper und Herzgesundheit
zur Aufzeichnung
Prof. Dr. med. Berthold Hocher
Präsenz-Fortbildungen
 
07.03.2026
in Rostock
Psyche trifft Immunsystem
Programm und Anmeldung
IMD Berlin MVZ
21.03.2026
in Berlin
MitoBiom-Konzept: Stille Entzündungen stoppen – Chronische Erkrankungen
ursächlich behandeln
Programm und Anmeldung
TISSO Naturprodukte
GmbH
17.-18.04.2026
in Berlin
IMD-Jahreskongress 2026: Herz- und Gefäßgesundheit – über den Tellerrand hinaus
Programm und Anmeldung 
IMD Berlin MVZ
08.- 09.05.2026
in Leipzig
17. Jahrestagung der DEGUZ:
Knochen und Regeneration im Kontext der Umwelt-ZahnMedizin
Programm und Anmeldung
Deutsche Gesellschaft für
Umwelt-ZahnMedizin e.V.
06.06.2026
in Warnemünde
9. Rostocker Tag  „Mitochondriale Medizin für die Praxis“
Programm und Anmeldung
 
Dr. med. Bernd-Michael Löffler Wolfgang Bönsch
Kurse und Curricula
 
Ausbildung zum Therapeuten für Funktionelle Medizin
Termine und Anmeldung
Europäische Gesellschaft Funktionelle Medizin e.V.
Basisausbildung zum Orthomolekular-Therapeuten
Termine und Anmeldung
Forum Orthomolekulare Medizin in Prävention und Therapie e.V.
DEGUZ Kompakt-Curriculum Umwelt-ZahnMedizin & Umwelt-ZahnTechnik
Termine und Anmeldung
Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin e.V.
Kairos-Inspirationstage: Erfüllung und Selbstbestimmung im Heilberuf
Termine und Anmeldung
Kairos – Institution für medizinische
und persönliche Transformation
Multisystemerkrankungen
Termine und Anmeldung
Akademie für Funktionsbezogene Medizin
Dr. Marco Schmidt
Weiterbildung der Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie (KMT)
„KMT-Curriculum“
Programm und Anmeldung
Ärztegesellschaft für Klinische Metalltoxikologie e.V.

Informationen zu Programm und Referenten/innen sowie zur Anmeldung für diese und weitere Fortbildungen finden Sie unter:  Fortbildungen

REDAKTION UND INHALTLICHE BETREUUNG

Dr. med. Volker von Baehr ()
Dr. rer. nat. Cornelia Doebis (Biomarker & Durchflusszytometrie - )
Prof. Dr. med. Oliver Frey (Immundefektdiagnostik & Immunphänotypisierung - )
Prof. Dr. med. Berthold Hocher (Endokrinologie - )
Dr. rer. nat. Katrin Huesker (Spurenelemente & Metalle -
Dr. rer. nat. Brit Kieselbach (Autoimmunologie - )
Siba Alkhaddour, Ärztin (Allergie - )
Dr. rer. nat. Christiane Kupsch (Mikrobiomanalytik - )
Dr. rer. nat. Bella Roßbach (Neuroendokrinoimmunologie - )
Dr. rer. nat. Anne Schönbrunn (Funktionelle Immundiagnostik - )
Dr. rer. nat. Sabine Schütt (Immungenetik - )
Andrea Thiem, Praktische Ärztin (Mikrobiom & Orthomolekulare Medizin - )